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Freitag, 30.09.2011 Ostrau

Ist das Trinkwasser in Ostrau verschmutzt?

Die Anwohner der Dresdner Straße haben Angst um ihre Gesundheit. Diese Sorge kann das Gesundheitsamt des Kreises nicht teilen.

Von Sylvia Mende

Mit einem Einkochglas Wasser ist Horst Schreiber zur Sitzung des Gemeinderates gekommen. Er hat es nicht zum Trinken mitgebracht. Nachdem Schreiber das Glas umgedreht hat, würde das sicher keiner wollen. Denn das Wasser verfärbt sich in eine schwarze Brühe. Die hat Horst Schreiber seinem kürzlich eingebauten Filter entnommen. Er ist entrüstet, wie dreckig das Trinkwasser ist und hat Bedenken, dass die Inhaltsstoffe gesundheitsschädlich sind. Deshalb bittet er die Gemeinde um Hilfe. Die Sorge von Schreiber und den anderen Anwohnern kann das Gesundheitsamt des Landratsamtes Mittelsachsen nicht teilen.

Untersuchungen ergaben keine gesundheitsgefährdenden Stoffe

Pressesprecher André Kaiser sagt dazu Folgendes: „Die in den Wasserproben untersuchten chemischen Parameter entsprachen den Vorgaben der Trinkwasserverordnung von 2001. Auf der Grundlage der vorliegenden Befunde ist bei Exposition des anliegenden Wassers nicht von einer gesundheitlichen Gefährdung auszugehen.“ In der nächsten Wochen sollen im Beisein von Mitarbeitern des Gesundheitsamtes, der Wasserwirtschaft und der Grundstückseigentümer eine weitere Wasserprobe entnommen und entsprechend analysiert werden. Dann können auch Angaben zu den Stoffen gemacht werden, die zu der Verfärbung des Wassers führen.

Neuer Filter macht Verfärbung des Wasser sichtbar

Schreiber hat Anfang September die Wasserleitungen in seinem Haus erneuern und den Filter einbauen lassen, um nachfolgende Einrichtungen zu schützen. Seitdem setzt sich die schwarze Brühe ab. „Wir sind erschrocken, wie schmutzig das Trinkwasser ist“, so Horst Schreiber. Davon betroffen seien auch die anderen Hauseigentümer an der Dresdner Straße. „Jeder den wir treffen fragt, ob es schon etwas Neues in Sachen Trinkwasser gibt. Alle machen sich um ihre Gesundheit Sorgen“, so der Rentner. Er und seine Frau verwenden nun vorwiegend abgekochtes Wasser. Die Familien, die Kinder haben, setzen auf Mineralwasser. „Wir sind alle aufgewühlt und wollen endlich wissen, was mit dem Wasser los ist“, so Christa Schneider.

Bisher habe sich wenig getan, die Anwohner würden sich von der Wasserwirtschaft hingehalten fühlen. Einer von ihnen hat das Problem gemeldet. Bei ihm wurde erst kürzlich der Hausanschluss ausgewechselt. Anfang dieser Woche hat die OEWA als Dienstleister des Wasserverbandes Döbeln-Oschatz eine Spülung der Wasserleitung der Dresdner Straße veranlasst. „Zunächst hat sich die Qualität des Wassers etwas verbessert. Doch schon jetzt sind im Filter wieder schwarze Partikel zu sehen“, so Schreiber.

Trinkwasser unterliegt einer ständigen Kontrolle

„Die Qualität unseres Trinkwassers wird ständig überprüft. Das Gesundheitsamt hat ebenfalls die Unbedenklichkeit der Inhaltsstoffe erklärt. Deshalb gehen wir nicht von etwas Unnormalem aus“, so Hans-Jürgen Gemkow, Geschäftsführer des Wasserverbandes. Er geht davon aus, dass es sich bei den Partikeln, die Schreiber aus dem Filter holt, um sogenannte Schwebebestandsteile handelt. Genaueres werde die Analyse der Probe ergeben. Er versprach, so genau wie Kriminalisten vorzugehen, um die Ursache für den Zustand des Wassers zu finden. Das stamme seit Jahren aus der Jahnaaue und habe eine so gute Grundwasserqualität, das es nicht aufbereitet werden muss.