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Mittwoch, 07.02.2018

Investor plant Hotel in Altenberg

Wo einst Gymnasiasten und Sportschüler lernten, sollen Gäste künftig die Seele baumeln lassen.

Von Mandy Schaks

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Aus der Vogelperspektive lässt sich gut erkennen, in welch schöner Lage sich die Fläche (li.) in Altenberg befindet, auf der ein Hotel entstehen soll. Etwas abgelegen und doch mit der B 170 vor der Tür und herrlichen Ausblicken auf die Bergstadt mit der markanten Pinge und talwärts Richtung Geising.
Aus der Vogelperspektive lässt sich gut erkennen, in welch schöner Lage sich die Fläche (li.) in Altenberg befindet, auf der ein Hotel entstehen soll. Etwas abgelegen und doch mit der B 170 vor der Tür und herrlichen Ausblicken auf die Bergstadt mit der markanten Pinge und talwärts Richtung Geising.

© Egbert Kamprath

  • Aus der Vogelperspektive lässt sich gut erkennen, in welch schöner Lage sich die Fläche (li.) in Altenberg befindet, auf der ein Hotel entstehen soll. Etwas abgelegen und doch mit der B 170 vor der Tür und herrlichen Ausblicken auf die Bergstadt mit der markanten Pinge und talwärts Richtung Geising.
    Aus der Vogelperspektive lässt sich gut erkennen, in welch schöner Lage sich die Fläche (li.) in Altenberg befindet, auf der ein Hotel entstehen soll. Etwas abgelegen und doch mit der B 170 vor der Tür und herrlichen Ausblicken auf die Bergstadt mit der markanten Pinge und talwärts Richtung Geising.
  • So könnte nach ersten Vorstellungen des Investors das neue Hotel im Kurort Altenberg aussehen.
    So könnte nach ersten Vorstellungen des Investors das neue Hotel im Kurort Altenberg aussehen.
  • Auch ein Name ist schon im Gespräch: Altenberger Hof.
    Auch ein Name ist schon im Gespräch: Altenberger Hof.
  • Das Hotel soll auch zum Schlendern und Verweilen mit kleinen Einkaufsmöglichkeiten einladen.
    Das Hotel soll auch zum Schlendern und Verweilen mit kleinen Einkaufsmöglichkeiten einladen.

Altenberg. Kurz vorm Ortsausgang Altenberg, in Richtung Zinnwald, liegt rechter Hand etwas versteckt hinter der mit Bäumen gesäumten Bundesstraße B 170 eine unbebaute Fläche. Es ist ein Filetstück, das die Stadt hütet wie ihren Augapfel, um daraus das Beste für die Region zu machen.

Als das Gymnasium 2007 an den neuen Standort am Schellerhauer Weg zog und eine Nachnutzung des alten Gebäudekomplexes an der Zinnwalder Straße nicht gelang, rollten fünf Jahre später die Abrissbagger an. Die Stadt hoffte so, das Gelände für einen Investor attraktiver zu machen. „Das Grundstück ist etwa 18 000 Quadratmeter groß und befindet sich in schöner Lage“, weiß Bürgermeister Thomas Kirsten (Freie Wähler) um die Vorzüge dieser Fläche, die er, wo er nur kann, immer wieder anpreist.

Es meldeten sich seither auch tatsächlich immer wieder Interessenten im Rathaus. „Wir waren mit verschiedenen Investoren schon sehr weit“, erinnert sich Kirsten, die dort gern ein Hotel errichten wollten. Aber es war verflixt, die Pläne gingen aus verschiedensten Gründen nicht auf. Dann gab es 2016 urplötzlich Offerten aus der Handelsbranche. Als ein Discounter anklopfte, der sich auf dieser Fläche ein kleines Einkaufszentrum mit Drogeriemarkt vorstellen konnte, zeigten sich die Altenberger Stadträte offen, ohne sich jedoch komplett von den Hotelplänen zu verabschieden. Und nun scheint es eine neue Wende zu geben.

Aus dem Handelsplatz ist bislang nichts geworden. Dafür kam Kirsten mit einem neuen Hotelinvestor ins Gespräch, und dieses Projekt hat inzwischen Fahrt aufgenommen. So liegen mittlerweile erste Vorstellungen des Bauherren auf dem Tisch des Bürgermeisters, wie einmal ein Hotel an der Zinnwalder Straße aussehen könnte. „Der Investor plant bis zu 160 Zimmer“, sagt Kirsten, „dazu auch kleine Einkaufs- und Dienstleistungsbereiche.“ Wer hinter dem Projekt steht, dazu hält er sich noch bedeckt. Bei dem Investor handele es sich aber um jemanden, der weltweit Hotels betreibe, mit Spa-Bereich. Auch einen möglichen Namen hat das neue Haus schon: Altenberger Hof.

Kirsten hofft, dass die Stadt vielleicht schon dieses Jahr die Baugenehmigung dafür erhält. Das hängt aber davon ab, ob ein Bebauungsplan erforderlich ist oder die Erlaubnis einfacher zu bekommen ist, auf der Grundlage des Baugesetzbuches. Deshalb werde es zum Entwurf in den nächsten Wochen mit der Genehmigungsbehörde Absprachen geben, wie das weitere Verfahren aussehen könnte. Steht das fest, ist der Stadtrat gefragt, der dann zu dem Projekt und zur Gestaltung entscheiden muss.

Um sowohl dem Bauherren als auch der Stadt Altenberg in der Phase des Prüfens und Abwägens Sicherheit zu geben, ist die Rathausspitze dabei einen nicht alltäglichen Weg gegangen. Der Bürgermeister hat mit dem Investor einen Reservierungsvertrag bis März 2019 vereinbart. Dafür werde ein Entgelt bezahlt, so Kirsten. Wenn der Investor aus objektiven Gründen nicht bauen kann, bekäme er Geld zurück. „Da kann er nichts dafür.“ Bricht er das Projekt hingegen aus eigenen Interessen ab, erhalte die Stadt sozusagen eine Entschädigung, weil sie die Fläche in der Zeit frei gehalten hat.

Davon geht aber Kirsten nicht aus. „Wir wollen ein Vier-Sterne-Hotel“, sagt er. Potenzial dafür sieht er auf jeden Fall. „Qualität spielt bei den Gästen eine große Rolle“, ist seine Erfahrung. Er höre immer wieder, gerade zuletzt beim Weltcup im Bob und Skeleton, dass ein Vier-Sterne-Haus direkt in Altenberg fehle. Das heißt, Gäste, die auch das nötige Kleingeld haben, kommen gern in die Region. Aber zum Übernachten bleiben sie nicht unbedingt hier, sondern fahren lieber bis Dresden, um das passende Quartier zu beziehen. Das findet Kirsten schade – für den Gast und die Stadt. „Wir wollen an der Wertschöpfung partizipieren“, erläutert er , „und die Gäste, die wegen unseren touristischen Angeboten herkommen, auch hier halten.“ Dann könnte Altenberg vielleicht mal auf 600 000 oder 700 000 Übernachtungen im Jahr kommen, hofft Kirsten. Zuletzt stagnierten die Zahlen. Nur die Beherbergungsbetriebe betrachtet, die mehr als zehn Gästebetten anbieten, weist die Statistik für die Urlaubsregion Altenberg um die 400 000 Übernachtungen jährlich aus.

Dabei hat die Branche durchaus Boden gut gemacht und eine positive Entwicklung genommen. Denn obgleich über die Jahre die Zahl der Gästebetten zurückging, blieben in etwa die Übernachtungen stabil. „Das heißt, die Auslastung ist insgesamt gestiegen“, resümiert Kirsten. Und da sieht er noch Steigerungsmöglichkeiten. „Tourismus ist für uns ein wichtiger Erwerbszweig. Ich denke, dass wir mittlerweile annähernd 100 Millionen Euro im Jahr in dieser Branche umsetzen.“ Das sichere um die 2 000 Arbeitsplätze. Und vielleicht kommt nun noch der eine oder andere dazu, wenn sich endlich der Traum vom neuen Hotel erfüllt.