erweiterte Suche
Mittwoch, 23.03.2016

Investor bietet für Palais Riesch

Michael Kimmerle, der am Neumarkt schon den Jüdenhof baut, würde das Grundstück vom Quartier Hoym abkaufen.

Von Lars Kühl

5

Der Fassadenentwurf für das neue Palais Riesch stößt in Dresden auf wenig Gegenliebe.
Der Fassadenentwurf für das neue Palais Riesch stößt in Dresden auf wenig Gegenliebe.

© A. Schneider

Der von der CG-Gruppe vorgelegte moderne Fassadenentwurf für das Palais Riesch an der Rampischen Straße stößt auf breite Ablehnung. Deshalb wird er gerade von neun namhaften Architekturbüros überarbeitet. Das Ergebnis ist völlig offen. „Ich denke, dass es sich bei dem Original um ein schönes Gebäude gehandelt hat, der jetzige Plan wird dem nicht gerecht“, sagt Michael Kimmerle. Der Bauunternehmer baut derzeit am benachbarten Neumarkt das Quartier Jüdenhof auf. Kimmerle hat sich nun entschlossen, an die CG-Gruppe ein Kaufangebot für das Grundstück abzugeben, auf dem das Palais Riesch stand.

2 000 Euro pro Quadratmeter, der Preis ist verhandelbar. Er liegt deutlich unter dem, den die CG-Gruppe für das gesamte Areal hinter dem Polizeipräsidium bezahlt hatte. „Gegebenenfalls würden wir noch einmal nachbessern. Wenn ein Weg hineinführt, würde ich es gern machen“, erklärt Kimmerle auf SZ-Nachfrage. Wie beim Projekt Jüdenhof würde er besonderen Wert auf historische Fassaden legen. Der Geschäftsmann denkt, das Palais Riesch nach originalem Vorbild aufbauen und nutzen zu können. Die Harmonie-Gesellschaft und das Dresdner Konservatorium hatten hier lange ihr Domizil.

Kimmerle sieht sein Angebot aber nicht als Kampfansage an Christoph Gröner, den Geschäftsführer der CG-Gruppe. Der hatte eine der letzten großen Baulücken am Neumarkt gekauft und will das Quartier mit dem Leitbau Palais Hoym als Ganzes entwickeln. Über die Gestaltung der einzelnen Objekte herrscht Einigkeit, nur das Palais Riesch bleibt Zankapfel. „Uns liegt kein belastbares Angebot vor“, erklärt Bert Wilde, Leiter der Dresdner CG-Niederlassung. Deshalb könne er dazu auch nichts sagen. Im Gestaltungswettbewerb, der noch bis Ende April dauert, werde man weiter versuchen, eine Lösung für die Fassade zu finden, mit der alle zufrieden sind.

Leser-Kommentare

Insgesamt 5 Kommentare

Alle Kommentare anzeigen

  1. R.M.

    Na dann kann man ja für die Stadt nur hoffen, dass das klappt. Was der Kimmerle baut hat wenigstens Hand und Fuß. Diesen hässslichen Industriebau an dieser Stelle mag man sich nicht einmal vorstellen.

  2. John W.

    Da wir hier über einen schon recht beduetsamen Bau der Dresdener Innenstadt sprechen, der hoffentlich Jahrzehnte und Jahrhunderte überdauern wird, sollten wir in eben diesem Kontext nicht die Stadtansichten dem Zeitgeist opfern, sondern uns vielleicht auch von Nachhaltigkeit, Ästhetik und städtebaulichem Verantwortungsgefühl leiten lassen. Solche Entwürfe, wie von der CG-Gruppe vorgelegt, finden sich praktisch an jeder Ecke dieser Welt: Einfach, modern, völlig beliebig, austauschbar, charakterlos und auch einwenig geschmacklos. Die Frage ist wirklich: Geht es nicht vielleicht doch mit etwas mehr Stil, Geschmack und Achtung vor dem architektonischen Erbe dieser Stadt? Klar kostet das möglicherweise mehr Geld. Aber wie schon gesagt, niemand baut dieses Objekt für einen Nutzungszeitraum von zwei oder drei Jahren. Viele kommende Generationen werden mit dem Ergebnis leben, es hoffentlich auch erleben und es möglichst nicht nur ertragen müssen.

  3. tom

    Etwas Offtopic aber da der Jüdenhof erwähnt wurde... Dürfen denn jetzt Fenster eingebaut werden die sich öffnen lassen? Die Stadt wollte ja alle Bewohner und Hotelgäste entmündigen und hatte eine Festverglasung vorgeschrieben um vorm Lärm des Kulturpalastes zu schützen. Den Menschen die Entscheidung zu überlassen ein Fenster zu öffnen oder zu schließen ist ja auch echt unzumutbar. Was ist daraus geworden?

  4. DannSollHerrKimmerleSeinenVorschlagUnterbreiten

    Herr Kimmerle sollte seinen Vorschlag ausbreiten. Er hat auf jeden Fall Recht in der Beurteilung der Häßlichkeit des vorliegenden Entwurfes der CG-Gruppe. Das heißt aber noch nicht, dass er eine ordentliche Variante vorlegen wird.

  5. Thomas

    @4 Haben sie den Text denn nicht durchgelesen? Herr Kimmerle will eine originalgetreue Fassadenrekonstruktion.

Alle Kommentare anzeigen

Kommentare können nur in der Zeit von 8:00 bis 22:00 Uhr abgegeben werden.