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Samstag, 16.02.2013

Insiderverdacht bei Heinz-Kauf

Die US-Börsenaufsicht SEC geht dem Verdacht nach, dass Insiderhändler die Milliardenübernahme des Ketchup-Herstellers Heinz für einen dicken Reibach genutzt haben. Die Spur führt auch nach Europa.

Von Daniel Schnettler

Rund um den Kauf von Heinz Ketchup durch den US-Milliardär Warren Buffett soll es zu illegalem Insiderhandel gekommen sein.
Rund um den Kauf von Heinz Ketchup durch den US-Milliardär Warren Buffett soll es zu illegalem Insiderhandel gekommen sein.

© dpa

Washington/New York. Die 23 Milliarden Dollar schwere Übernahme des amerikanischen Ketchup-Königs H.J. Heinz ruft die US-Börsenaufsicht auf den Plan. Wegen des Verdachts auf Insiderhandel hat die SEC das Vermögen in einem auffälligen Depot einfrieren lassen. Die Behörde erklärte, sie haben am Freitag in New York einen entsprechenden Gerichtsbeschluss erwirkt.

Wer hinter dem Depot steckt, ist allerdings unbekannt. Es handele sich entweder um ausländische Anleger oder um Anleger, die über das Ausland gehandelt hätten, hieß es. Die US-Börsenaufseher konnten die Spur nach eigenen Angaben bis zu einem Konto in Zürich zurückverfolgen.

Die SEC hegt den Verdacht, dass die Besitzer des Kontos durch einen Tipp Wind von der anstehenden Heinz-Übernahme durch Starinvestor Warren Buffett und den Finanzinvestor 3G Capital bekommen hatten. Sie hätten daraufhin am Mittwoch massenhaft sogenannte Optionen gekauft, so die Mutmaßung. Durch diese lässt sich auf ein Kursplus wetten.

Als die Übernahme am Donnerstag offiziell verkündet wurde, sprang die Heinz-Aktie tatsächlich 20 Prozent hoch. Der Gewinn durch die verdächtigen Optionsgeschäfte liege bei 1,7 Millionen Dollar, erklärte die SEC. Wenn die Anleger an ihr Vermögen heranwollten, müssten sie vor Gericht erscheinen und ihr Handeln erläutern, sagte SEC-Mitarbeiter Sanjay Wadhwa.

Bereits am späten Donnerstag hatten erste Spekulationen über verdächtige Optionsgeschäfte sowie ein Eingreifen der SEC die Runde gemacht. „Irreguläre oder hochgradig auffällige Optionsgeschäfte vor einer Fusion oder Übernahme sind ein ernstes Warnsignal, dass Anleger möglicherweise unlauter mittels geheimer Informationen gehandelt haben“, sagte SEC-Ermittler Daniel Hawke.

Die Heinz-Übernahme bekommt damit einen üblen Beigeschmack. Vor allem steht nun die Frage im Raum: Wer könnte das Geschäft ausgeplaudert haben? Insiderhandel ist verboten, weil Börsengeschäfte auf Basis vertraulicher Informationen andere Anleger benachteiligen. Es gab in den USA zuletzt eine ganze Reihe von Verurteilungen in derartigen Fällen wie beim Hedgefonds-Manager Raj Rajaratnam.

Sollte sich der Verdacht erhärten, wäre das insbesondere für Warren Buffett ein Schlag. Der 82-jährige Chef und Hauptaktionär der Investmentholding Berkshire Hathaway legt besonderen Wert auf saubere Geschäfte. Schon vor zwei Jahren trennte er sich wegen zweifelhafter Aktienkäufe von seinem wichtigen Manager und möglichen Nachfolger David Sokol.

Der Name von Buffetts Partnerfirma 3G Capital fiel bereits in einem anderem Fall von möglichem Insiderhandel im vergangenen Jahr. Dieses Mal ging es um die Übernahme der Fastfood-Kette Burger King im Jahr 2010. Die Börsenaufsicht SEC ließ vergangenen September das Vermögen eines Bankers einfrieren, weil sie verbotenen Handel witterte. Der Insidertipp soll dabei von einem Geschäftspartner von 3G gekommen sein. Gegen den Finanzinvestor selbst wurden keine Vorwürfe erhoben. (dpa)

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