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Samstag, 10.11.2012

Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ erhält Luther-Preis

Die Luther-Städte sind sich einig. Mit dem Preis „Das unerschrockene Wort“ 2013 soll ein Zeichen gegen Rechtsextremismus gesetzt werden. Pussy Riot wird nicht geehrt.

Von Petra Buch

Eisleben. Die Regensburger Gastwirte-Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ wird mit dem Zivilcourage-Preis „Das unerschrockene Wort“ 2013 geehrt. Das gab die Jury am Samstag nach ihrer Sitzung in Eisleben in Sachsen-Anhalt bekannt. Die mit 10.000 Euro dotierte Auszeichnung wird im Namen von 16 deutschen Lutherstädten alle zwei Jahre vergeben. „Alle Vorschläge wurden sachlich und konstruktiv diskutiert, die Wahl fiel nach zwei Abstimmungsrunden einstimmig aus“, sagte die Juryvorsitzende, die Oberbürgermeisterin der Lutherstadt Eisleben, Jutta Fischer (parteilos).

Der Jury lagen am Ende insgesamt sechs Vorschläge zur Auswahl vor, darunter aus Wittenberg die russische Punkband Pussy Riot. Die Frauen hatten mit ihrer Kremlkritik im Februar in der Moskauer Erlöser-Kirche und ihrer Verurteilung weltweit Aufsehen erregt. Die Juryvorsitzende Fischer wollte sich aus Gründen der Vertraulichkeit nicht dazu äußern, warum die Frauenband nicht ausgezeichnet wurde. Wittenberg hatte für die Nominierung von Pussy Riot heftige Kritik aus den Reihen der evangelischen Kirche bekommen. Die Magdeburger Ex-Superintendentin Waltraut Zachhuber zog ihre Kandidatur zurück. Der Theologe, Friedenspreisträger und Ex-DDR-Bürgerrechtler Friedrich Schorlemmer verurteilte die Art des Protestes von Pussy Riot als Gotteslästerung.

Der Preis wird am 13. April 2013 in Eisleben verliehen. 2011 hatten der Chefredakteur der russischen Tageszeitung „Nowaja Gaseta“, Dimitrij Muratow, und die Redaktion die Auszeichnung bekommen.

Die Evangelisch-Lutherische Kirche Bayern hatte die Initiative „Keine Bedienung für Nazis“ vorgeschlagen. Sie war im Sommer 2010 nach einem rassistisch motivierten Angriff auf einen Barkeeper eines Restaurants in der Regensburger Innenstadt gegründet worden. Ihr gehören nun fast 150 Gastronomen aus Regensburg an. Auch Wirte in anderen Orten Bayerns schlossen sich dem Beispiel an. Zudem wurde eine Broschüre „Rassisten werden hier nicht bedient“ erarbeitet, die Gastwirten helfe, Nazis zu erkennen, hieß es.

Mit dem Luther-Preis werden Menschen geehrt, die wie einst der Reformator Martin Luther (1483-1546) ihre Überzeugung mutig und standhaft gegen Widerstände verteidigen. (dpa)