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Donnerstag, 14.07.2016

Individuell, aktiv und interdisziplinär

Die Multimodale Schmerztherapie berücksichtigt gleichermaßen körperliche wie seelische Aspekte bei der Behandlung chronischer Schmerzen.

Medizinisches Gerätetraining gehört zur Therapie mit dazu. | Foto: Martin-Ulbrich-Haus Rothenburg
Medizinisches Gerätetraining gehört zur Therapie mit dazu. | Foto: Martin-Ulbrich-Haus Rothenburg

Schmerzen können überall auftreten und die unterschiedlichsten Gründe haben. Meist können sie besiegt werden, wenn die Ursachen kuriert werden. Bestehen sie jedoch über Monate oder kehren regelmäßig wieder, spricht man vom chronischen Schmerz - ein eigenständiges und vielschichtiges Krankheitsbild, das die Lebensqualität und Arbeitsfähigkeit der Betroffenen stark beeinträchtigt. Vielmals haben die Patienten eine Vielzahl an medikamentösen oder operativen Therapien hinter sich, die keine nennenswerte Linderung brachten. Der Schmerz kann sich verselbständigen und zu Begleiterkrankungen in der Psyche oder an anderen Organen führen. Dann braucht der Betroffene Hilfe - so individuell, wie sich seine Schmerzen manifestieren.

Hier setzt die Multimodale Schmerztherapie an. Sie berücksichtigt neben den organischen Auslösern an der Wirbelsäule, den Gelenken in den Gliedmaßen, am Kopf oder den Weichteilen auch die psychischen und sozialen Aspekte des Patienten. „Ein interdisziplinäres Team, das aus mindestens einem Arzt mit einer Qualifizierung in der Schmerztherapie sowie einem Fachmann aus einer psychiatrischen, psychosomatischen oder psychologischen Disziplin besteht, stellt einen ganz persönlichen Behandlungsplan für jeden Patienten auf, wobei dieser aktiv mit einbezogen wird“, erklärt Dr. med. Andreas Glaubitz, Facharzt für Orthopädie und Oberarzt am Orthopädischen Zentrum Martin-Ulbrich-Haus Rothenburg gGmbH. Physio- und Ergotherapie, Entspannungsverfahren, medizinisches Gerätetraining oder künstlerische Therapien sind genauso Behandlungsbausteine während des ein- bis zweiwöchigen Klinikaufenthaltes wie die psychologische Betreuung. In Gruppen oder Einzelgesprächen setzen sich die Patienten mit ihrer Erkrankung auseinander, entwickeln ein Bewusstsein dafür, dass nicht nur körperliche Ursachen die Schmerzen auslösen können, lernen Grenzen erkennen und beschäftigen sich mit Methoden, die die Entspannungs und Genussfähigkeit zurückbringen. „Bei der überwiegenden Anzahl der Patienten bringt die Multimodale Schmerztherapie gute Ergebnisse - eine Besserung des Gesundheitszustandes der Betroffenen“, so Dr. Glaubitz. „Und in besonders hartnäckigen Fällen ist eine Auffrischungstherapie möglich, um den Zustand zu stabilisieren.“ Zudem können einzelne Behandlungsmodule wie etwa Physio- oder Ergotherapie auch ambulant weitergeführt werden.

(syl)