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Donnerstag, 05.10.2017

In der frauenpolitischen Bundesliga

Ingrid Petzold ist eine echte Netzwerkerin für Gleichstellung. Jetzt gab es für die Radeberger CDU-Frau einen beachteten Preis.

Von Jens Fritzsche

Ingrid Petzold sitzt für die CDU im Stadtrat, war Sachsens Frauen-Union-Chefin und ist nun Vize-Bundeschefin der Union.
Ingrid Petzold sitzt für die CDU im Stadtrat, war Sachsens Frauen-Union-Chefin und ist nun Vize-Bundeschefin der Union.

© Hans-Michael Trapp

Radeberg. Das Lob kommt ausgerechnet von einem Mann; von Radebergs CDU-Chef Frank-Peter Wieth. „Wenn eine Frau diesen Preis verdient hat, dann sie“, sagt er. Gemeint ist Ingrid Petzold. Radeberger Stadträtin und in der CDU auch deutschlandweit als eine bekannt, die sich um die Belange der Frauen in der Gesellschaft nicht nur den sprichwörtlichen Kopf macht, sondern auch Hand anlegt. Und Herz.

Den Preis – den Engagementspreis des Landesfrauenrats – gab’s dabei jetzt für die CDU-Politikerin auch noch von einer SPD-Frau, von Sachsens Gleichstellungs-Ministerin Petra Köpping. Sie ist die Schirmherrin für diesen vom Landesfrauenrat ausgelobten Preis. Der Landesfrauenrat ist der Dachverband sächsischer Frauenvereine und Initiativen zur Gleichberechtigung und Gleichstellung. In diesem Jahr hatte die Jury vor allem das Thema Frauennetzwerke im Blick. Und Ingrid Petzold ist eine echte frauenpolitische Netzwerkerin, heißt es in der Begründung zur Preisverleihung. Unter anderem gehörte sie bis 2015 dem Landesvorstand der Frauen Union Sachsen an, der Frauenorganisation der CDU also, war sechs Jahre deren Landesvorsitzende. Im August wurde die Radebergerin nun zur stellvertretenden Vorsitzenden des FU-Bundesvorstandes gewählt. „Ihr Augenmerk in der männerdominierten CDU gilt der Teilhabe von Frauen und ihre Nominierung für die Wahllisten zum Europäischen Parlament, Bundestag, Landtag und Stadtrat“, lobt die Ministerin. Wobei es Ingrid Petzold nicht ausschließlich um politisches „Mitmischen“ von Frauen geht. Auch für mehr Frauen in wirtschaftlichen Führungspositionen macht sie sich immer wieder stark. Und auch beim Thema Sprache in Stadtratsbeschlüssen und Satzungen in Radeberg achtet sie durchaus genau darauf, dass es gleichberechtigt zugeht. Gleich in einer der ersten Sitzungen des neu gewählten Stadtrats monierte sie, dass in den Beschlussvorlagen zur Wahl der Stellvertreter des Oberbürgermeisters in der entsprechenden Satzung ausschließlich die männliche Form zu lesen war. Auch, wenn es aktuell lediglich Männer gebe, die als Stellvertreter vorgeschlagen wurden, so sollte man in Radeberg doch grundsätzlich auch an die Möglichkeit denken, „dass sich künftig auch Frauen um das Oberbürgermeister-Amt und die Stellvertretung bewerben“, merkte sie an. Die Satzung wurde daraufhin geändert.

Dass Ingrid Petzold in ihrem Bemühen um Gleichberechtigung und stärkeres Mittun von Frauen nicht locker lässt, weiß CDU-Chef Frank-Peter Wieth dabei nicht nur aus seiner ehrenamtlichen politischen Arbeit im Stadtrat. Sondern auch als hauptberuflicher Referatsleiter von Gleichstellungsministerin Köpping. „Es ist beeindruckend, mit wie viel Ausdauer sich Ingrid Petzold immer wieder aufs Neue für die Gleichberechtigung einsetzt – wie gesagt, wenn eine Frau diesen Preis verdient hat, dann sie“, macht er noch einmal deutlich.