erweiterte Suche
Freitag, 06.10.2017

Immer woanders

Liedermacher Max Prosa weckt romantische Gefühle.

Von Tom Vörös

Sehnsuchtsvoll hat Max Prosa eine andere Welt im Blick.Foto: PR
Sehnsuchtsvoll hat Max Prosa eine andere Welt im Blick.Foto: PR

Mutig ist er, dieser Max Prosa aus Berlin. Sich mit vertonten Gedichten hauptberuflich zu verdingen, das erfordert schon eine Menge Selbstbewusstsein. Der Mittzwanziger setzt sich und seine wortreiche Sinnsuche seit ein paar Jahren medientauglich in Szene, gestikuliert live gerne bedeutungsvoll mit den Armen und schüttelt die Mähne. Die Epoche der Romantik stets sehnsuchtsvoll im Blick, kehrt Prosa sein lyrisches Innenleben teils so exzessiv nach außen, dass man erst einmal ins Staunen verfällt.

So umstritten wie die Romantik

Auf dem letzten Album sang Prosa noch: „Die Blaue Blume ist nicht weit, sie duftet wie dein rotes Kleid“. Bei Max Prosa siegt zumindest live die Fantasie, allerdings mit „Ph“ geschrieben, das war 2012, sein Debütalbum.

Max Prosas Texte beanspruchen Tiefgang und tänzeln stets auf einem sehr schmalen Grat zwischen Bedeutsamkeit und Kitsch. So auch auf dem aktuellen Album „Keiner kämpft für mehr“ – ein qualitativ himmelhochjauchzendes, aber teils auch zu Tode betrübendes Stück Musik, sehr wechselhaft also. Trotzdem bleibt Max Prosa eine Ausnahme im Singer-/Songwriter-Mainstream. Zwar wurde Prosa für seine auf Aufmerksamkeit abzielende Inszenierung des Romantischen schon oft gescholten. Ein Kritiker schrieb etwa: „Prosas Texte sind nicht besonders komplex, nicht besonders groß oder klein, nicht besonders verkopft und nicht besonders poetisch.“

Dennoch muss man ihm zugutehalten, dass er sich auf einer Art Neuland bewegt. Prosas Konzerte leben auch vom Lesung-mit-Musik-Charakter, der teils eintönige Gesang wird durch die Begleitband musikalischer. So professionell in Szene gesetzt, hat man die Verbindung von Klang und Gedicht selten erlebt. Inzwischen sind zahlreiche Tagträumer entzückt und glänzen bei Livekonzerten mit Textsicherheit. Bemerkenswert auch, dass es der noch junge Musikdichter schafft, alle Altersschichten vor die Bühne zu locken.

Service

Was: Max Prosa

Wann: 13. Oktober, 21 Uhr

Wo: Scheune, Dresden

Tickets: 23,70 Euro

Hotline: 0351 866 600

Internet: www.maxprosa.de

Verlosung

Wir vergeben zweimal zwei Freikarten – über verlosung@augusto-magazin.de, mit Angabe von Name & Stichwort. Die Gewinner werden am Freitag ab 12 Uhr per E-Mail benachrichtigt.