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Immer nur Fußball, auch im Lokalen?

Ich bin 44 Jahre, männlich, ein großer Sportfan, begeisterter Zeitungsleser und TV-Zuschauer. Ich begrüße es, wenn der Sport in meiner SZ einen großen Stellenwert hat. Aber der Fußball macht einen übertrieben großen Anteil aus. Auch im Lokalteil wird montags über mehrere Seiten über Fußball in den Kreisklassen berichtet. Mit freundlichen Grüßen Torsten Rösler, Niesky

09.07.2016

Sehr geehrter Herr Rösler,

morgen steigt das Finale der Europameisterschaft, dann liegen vier Wochen Fußball hinter uns. Viele Fans werden das bedauern, an die zahlreichen Live-Spiele kann man sich gewöhnen. Alle anderen werden froh sein, wenn das Fernsehprogramm und die Gespräche wieder abwechslungsreicher werden - und die SZ die eine oder andere Feuilletonseite mehr druckt.

Allerdings hat die Sächsische Zeitung auch nicht übertrieben. Im Schnitt zwei Seiten Fußball-EM pro Tag waren durchaus angemessen. Damit lag die SZ im Vergleich mit anderen Tageszeitungen, um in der Fußballsprache zu bleiben, in der unteren Tabellenhälfte.

Ihre Kritik, sehr geehrter Herr Rösler, richtet sich wohl auch nicht so sehr gegen die EM-Berichte, sondern die Fußballartikel im Alltag. Und hier lassen sich zwei Trends beobachten, die einer Erklärung bedürfen.

Zum einen dominieren die Berichte über Dynamo Dresden. Es vergeht kaum ein Tag ohne Nachrichten, Porträts und Interviews. Selbst wenn die Fußballer Urlaub haben. Warum das so ist? Weil das Leserinteresse sehr, sehr groß ist. Die SZ hat ein Verfahren entwickelt, mit dem „Einschaltquoten“ der Artikel gemessen werden können.

Viel gelesen wird danach Dynamo und die Nationalmannschaft. Danach kommt lange, lange nichts. Die SZ verzichtet deshalb nicht auf andere Sportarten, sie richtet sich aber schon danach, was ihre Leser interessiert.

Ganz ähnlich ist es mit dem Sport im Lokalen, die Ergebnisse sind nur noch drastischer: Die meisten Sportarten werden von den Lesern so gut wie nicht beachtet. Speerwerfen oder Tischtennis macht den beteiligten Sportlern großen Spaß und diese Aktiven wünschen sich dann auch Berichte in der Zeitung - aber so gut wie niemand will sie lesen. Nur der „kleine“ Fußball kann auf eine gewisse Resonanz bauen.

Und einzelne Sportarten, die in der Region traditionell eine Rolle spielen. Zum Beispiel Eishockey in Niesky und Weißwasser oder Handball in Görlitz. Darüber berichtet die SZ dann im Lokalen auch sehr ausführlich.

Ihr Olaf Kittel

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