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Mittwoch, 14.02.2018

Im Land der Kälte und des Windes

Meißens Landrat und Riesas OB sind unterwegs in Südkorea. Sie treffen neue Partner, aber auch einen alten Freund.

Von Ulf Mallek

Ganz locker im Deutschen Haus bei Olympia: Meißens Landrat Arndt Steinbach (l.) und Riesas OB Marco Müller (r.) trafen Innenminister Thomas de Maizière. Mit dabei So-Young Jang von der Stadtverwaltung Chuncheon.
Ganz locker im Deutschen Haus bei Olympia: Meißens Landrat Arndt Steinbach (l.) und Riesas OB Marco Müller (r.) trafen Innenminister Thomas de Maizière. Mit dabei So-Young Jang von der Stadtverwaltung Chuncheon.

Chuncheon. Die Olympia-Fans vor dem Fernseher wissen das ganz genau: In Südkorea ist es kalt und vor allem sehr windig. Das bekommen auch Meißens Landrat Arndt Steinbach und Riesas OB Marco Müller (beide CDU) zu spüren. Sie sind gerade auf Besuchsreise in der künftigen Partnerstadt Chuncheon, etwa zwei Autostunden vom Olympiaort Pyeongchang entfernt. Beide sind froh, dass sie genug dicke Sachen eingepackt hatten. „Vor allem der Wind ist schon heftig“, sagte OB Müller. Mit einem speziellen Heatpack der südkoreanischen Armee für darunter hat sich der Landrat ausgerüstet. „So kommt man gut über den Tag“, sagte er. Der Kontakt und die Einladung nach Südkorea kam anlässlich der Tanz-WM in Riesa zustande. Chuncheon ist viel größer als Riesa, hat knapp 280 000 Einwohner und liegt recht dicht an der Hauptstadt Seoul. Müller: „Die Stadt ist wirtschaftlich sehr stark und innovativ.“ Der OB und der Landrat besuchten beispielsweise die Firma Naver (das koreanische Google) und ein Biogründerzentrum. Müller: „Ich habe dort die wirtschaftlichen Stärken unserer Stadt Riesa und unsere Möglichkeiten für Investitionen präsentiert.“ Es gab Treffen mit dem Bürgermeister und anderen Offiziellen im Rathaus der Stadt.

Die Koreaner zeigten sich sehr interessiert an einer Partnerschaft mit Riesa. Darüber werde der Stadtrat zu gegebener Zeit zu beraten haben, sagte Müller.

Steinbach und Müller besuchten auch die Olympischen Spiele. Aufregung im Deutschen Haus. Der scheidende Bundesinnenminister Thomas de Maizière kam zu Besuch. Er traf das deutsche Olympia-Team. Eingeladen hatte der deutsche Botschafter in Südkorea Christian Auer. „Die Erfolge sind großartig. Ich hoffe, es bleibt so“, sagte de Maizière, der dem neuen Kabinett der Regierung Merkel nicht mehr angehören wird. Der CDU-Politiker nahm sich viel Zeit, sprach mit den Athleten und Funktionären. Insgesamt 250 Gäste waren dabei. Er kam auch mit Steinbach und Müller ins Gespräch. Alle drei kennen sich schon lange. „Thomas de Maizière ist und bleibt unser Abgeordneter des Landkreises Meißen in Berlin“, sagte Landrat Steinbach. „Wir alle haben ihm wirklich viel zu verdanken.“

Steinbach und Müller fahren am Freitag mit dem Schnellzug nach Seoul und fliegen dann am Samstag über Istanbul zurück nach Hause. Die Reisekosten finanzieren sie aus der eigenen Tasche.