erweiterte Suche
Dienstag, 14.11.2017

IG Metall mahnt Siemens

Die Gewerkschaft kündigt eine Feuerwache vor dem Görlitzer Werkstor am Mittwoch und Donnerstag an. Das Unternehmen beschwöre einen Flächenbrand.

Demonstration gegen die Schließung des Siemens-Werkes in Görlitz
Demonstration gegen die Schließung des Siemens-Werkes in Görlitz

© nikolaischmidt.de

Görlitz. Am 16. November 2017 will die Konzernführung von Siemens erste Fakten zu einer möglichen Schließung des Görlitzer Werks verkünden. Bisher hatte das Unternehmen die Schließung nicht dementiert. Die IG Metall Ostsachsen begleitet das in Görlitz gemeinsam mit Kollegen und weiteren Unterstützern mit einer Feuerwache jeweils am Mittwoch, 15. November und Donnerstag, 16. November, von 17 bis 22 Uhr vor dem Werkstor von Siemens in Görlitz.

„Wir wollen mit der mahnenden Feuerwache auf den möglichen Flächenbrand hinweisen, den Siemens hier heraufbeschwört“, schreibt Ronny Zieschank, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender von Siemens Görlitz, in einer Pressemeldung.

Jan Otto sagt dazu: „Es ist an der Zeit, nicht nur über die Menschen zu sprechen, sondern vor allem mit Ihnen. Wenn Siemens die Signale ignoriert und versucht, einseitig Fakten zu schaffen, dann spielt Siemens mit dem Feuer und nimmt massive Kollateralschäden in Kauf. Hier in Görlitz würde eine Region in Haftung genommen werden für kurzsichtige Rendite-Politik eines traditionsreichen, deutschen Konzerns, der sein gesamtes Aufkommen den Bürgerinnen und Bürgern dieses Landes zu verdanken hat. Erneut verweise ich damit auf die gesellschaftspolitische Verantwortung, der sich Siemens nicht entziehen kann und darf!“

Inzwischen haben laut IG Metall mehr als 13 500 Menschen eine Petition zur Rettung des Werkes unterzeichnet. „Wir bedanken uns bei allen, die mithelfen“, so Jan Otto. „Diese Petition ist wichtig, da es in den Management-Leaks nur zwei konkret benannte Schließungs-Kandidaten gab - und einer davon ist Görlitz. Kein anderer Standort hat in so kurzer Zeit so viele Unterzeichner aktivieren können. Auch das zeigt: Die Region steht zusammen.“

Die IG Metall Ostsachsen wird gemeinsam mit dem Betriebsrat in den nächsten Wochen weiter protestieren. Unter anderem sei geplant, am Donnerstag, 23. November, mit mehreren Bussen nach Berlin zu fahren. Dort findet eine Kundgebung statt, zu der alle Siemens-Standorte Busse entsenden werden. Erwartet wird dort auch Janina Kugel, die HR-Chefin von Siemens.

Am 9. November 2017 hatten rund 2.500 Kollegen gemeinsam mit Unterstützern aus der Görlitzer Bevölkerung vor dem Werkstor von Siemens demonstriert. Sie waren dem Aufruf der IG Metall Ostsachsen gefolgt, um gegen die von Siemens weiterhin nicht dementierte Schließung des Görlitzer Siemenswerks zu demonstrieren. „Das war ein beeindruckendes Zeichen der Solidarität unter den Görlitzern. Genau hier wird unser kreativer Protest weitermachen und ich hoffe auch in Zukunft auf den Rückhalt in der Bevölkerung“, sagt Jan Otto, Geschäftsführer der IG Metall Ostsachsen.