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Freitag, 08.12.2017

Ifa zieht zu Mifa

Der Automobilzulieferer wird ab 2018 auch in der früheren Halle des Fahrradherstellers produzieren. 80 neue Jobs sollen entstehen.

Von Franziska Höhnl

Sachsen-Anhalts größter Autozulieferer Ifa öffnet Werk in Sangerhausen.
Sachsen-Anhalts größter Autozulieferer Ifa öffnet Werk in Sangerhausen.

© dpa

Gelenke für Autos statt Fahrräder für Traditionsmarken: Mehrere Monate nach dem Auszug des zum wiederholten Male geretteten Fahrradherstellers Mifa gibt es einen prominenten Nutzer für deren Produktionshalle in Sangerhausen. Sachsen-Anhalts größter Automobilzulieferer Ifa will dort Mitte kommenden Jahres einen weiteren Standort eröffnen, wie eine Unternehmenssprecherin in Haldensleben mitteilte. Das Unternehmen aus der Börde will im Süden des Landes künftig Gelenke fertigen. 80 neue Jobs sollen in Sangerhausen entstehen, 50 weitere Arbeitsplätze am Stammsitz in Haldensleben dazukommen.

Ifa ging aus dem Gelenkwellenwerk des Industrieverbands Fahrzeugbau (IFA) der DDR hervor. Familie von Nathusius übernahm es 1992 von der Treuhand, sanierte es und eröffnete inzwischen Werke in Polen, China und den USA.

Die Familie hatte vor mehr als zwei Jahren auch den Fahrradbauer Mifa aus der Insolvenz gerettet. Aus dem Betrieb mit der 110-jährigen Tradition sollte das modernste Fahrradwerk Europas werden. Eine Beteiligungsgesellschaft der Familie baute dafür für 17 Millionen Euro eine neue Produktionshalle an der Autobahn. Doch Mifa ging wieder pleite und ein neuer Investor zog zurück in das alte Werk in der Innenstadt. Jetzt zieht Ifa in einen Teil der neuen Hallen.

„Der neue Standort Sangerhausen verfügt über eine exzellente Verkehrsanbindung und wird unsere Produktion in Haldensleben unterstützen und entlasten“, erklärte Ifa-Chef Robert Gutsche die Entscheidung. „Gleichzeitig bauen wir unsere Aktivitäten in unserem Heimatland Sachsen-Anhalt aus.“

Die Nachfrage nach Produkten der Gruppe sei ungebrochen. Gerade bei der Fertigung von Gelenken sei das Unternehmen zuletzt an Grenzen gestoßen. Die mechanische Fertigung dieser Produkte soll künftig am neuen Standort erfolgen.

Am Stammsitz werde derzeit eine neue Produktionslinie aufgebaut, teilte Ifa weiter mit. Gut 1,2 Millionen Gleichlaufgelenke pro Jahr sollen gebaut werden. Gedacht sind sie für Premiumfahrzeuge mit Hybridantrieb. Der Boom der hochwertigen Autos und SUVs ist laut Ifa-Chef Gutsche auch der Hauptwachstumstreiber für das Geschäft der Ifa. Für 2017 gab die Gruppe einen Umsatz von rund 650 Millionen Euro an. Das entspricht einem Plus von 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr (565 Millionen Euro). In diesem Sommer eröffnete Ifa ein neues Werk in Polen, neben Haldensleben fertigen sie derzeit auch in Irxleben.

Nach eigenen Angaben beschäftigt Ifa weltweit 3 000 Mitarbeiter, davon 2 000 in Sachsen-Anhalt. Schon im Januar sollen die Vorbereitungen für das weitere Werk in Sangerhausen beginnen, hieß es. (dpa)

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