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Donnerstag, 28.08.2014

Idealbild weiblicher Körper - Veränderungen in Gesellschaft und Mode

Der Kult um Schönheit und die damit verbundenen Werte Macht, Ruhm und Reichtum haben seit Jahrtausenden Bestand in der menschlichen Gesellschaft. Das gesamte Schönheitsideal erlebte innerhalb des letzten Jahrhunderts eine rasante Achterbahnfahrt.

Vor allem Frauen definieren sich anhand der eigenen Ansprüche und des Bildes, das um sie herum entstanden ist, ob heute oder vor 100 Jahren. Ein enger Zusammenhang besteht zwischen Mode und Körperbildern. Die heutigen Models stellen nur einen kleinen Prozentsatz der möglichen Körperformen und Figuren dar und trotzdem gelten sie für viele Personen als das Maß aller Schönheit. Mode ist nicht nur Kleidung, sondern auch ein Statussymbol und maßgebend für zukünftige Körpertrends.

Ein gesunder, fitter Körper ist zumindest das Idealbild von Ärzten und Ernährungsexperten. Doch bei steigender Anzahl an Essstörungen wie Magersucht, Bulimie und einer hohen Rate schwer übergewichtiger Menschen erscheint ein idealer Körper wie ein erlösendes Bild, das nie zu erreichen ist. Einige Umfragen ergeben, dass nur zehn Prozent der befragten Frauen in Deutschland sich selbst schön finden und 46 Prozent fühlen sich durch den Druck der Medien gezwungen, ihren Körper zu verändern. Deshalb werden in Zukunft extreme Körper vermehrt als Ideale angesehen und dank Mode und Medien eine weite Verbreitung finden. Ein Gegentrend normaler Körperideale ist zwar vorhanden, hat jedoch noch keinen großen Anklang in Medien und Werbung gefunden.



Abbildung 1: Idealbilder wandeln sich mit
ihrer Gesellschaft.

1. Realgewicht und Wunschgewicht

1.1 Status in Deutschland

Weltweit geht der Trend in Richtung Übergewicht. Im Schnitt ist eine deutsche Frau 163,5 Zentimeter groß und wiegt 70,7 Kilogramm, was einem BMI (Body-Mass-Index) von 26,5 entspricht. Der BMI-Index berechnet sich aus dem Gewicht in Kilogramm, geteilt durch die Größe in Zentimetern. Dies korreliert mit den Körperfettanteilen und gibt Hinweise darauf, ob eine Person Untergewicht oder Übergewicht besitzt. Bei den oben genannten Werten handelt es sich bereits um leichtes Übergewicht, das knapp 30 Prozent der deutschen Bevölkerung einschließt. Rund 24 Prozent sind sogar stark übergewichtig.



Quelle: www.gbe-bund.de


1.2 Problemfall Essstörungen

Während Übergewicht durch mangelnde Bewegung, falsche und einseitige Ernährung und äußere Faktoren wie Medikamente, seelische Probleme, Krankheiten und Erbanlagen entstehen kann, sind Essstörungen zum größten Teil psychisch bedingt. Besonders in der Pubertät sind knapp ein Drittel junger Mädchen von Essstörungen betroffen.



Quelle: http://de.statista.com/.../essstoerungen-bei-maedchen/


Die Gründe sind vielfältig, von gesellschaftlichem Druck, medialem Umfeld, Traumata bis hin zu biologischen Faktoren. Hungern oder extrem viel Sport zu treiben und Erbrechen nach dem Essen sind nur einige Wege, wie erkrankte Personen ihr Idealgewicht erreichen wollen. Dabei sind dem Ideal oft keine Grenzen gesetzt, wie bei der Magersucht. Sind die Essstörungen über Jahre weit fortgeschritten, sind langfristige körperliche und psychische Probleme möglich.


1.3 Schönheitsideale in Mode und Werbung

Schlanker Körper, reine Haut, volles, glänzendes Haar, weiße Zähne, hohe Wangenknochen, ebenes Gesicht; die Liste der gezeigten Frauenbilder in der Werbung ist endlos. Vor allem junge Frauen sind Protagonisten vieler Werbeinhalte.

Ihre Darstellung und ihr überhöhtes Idealbild sind seit Jahrzehnten in der Werbelandschaft vorherrschend. Oft geht es gar nicht um die Schlankheit und Schönheit an sich, sondern um die Botschaften, die dadurch vermittelt sind. Schlanke Frauen sind diszipliniert, sind erfolgreich im Beruf, in Beziehungen und werden von ihrem Umfeld respektiert.



Abbildung 2: Idealbilder wandeln sich mit
ihrer Gesellschaft.

Daneben sehen sie in jeder Lebenslage blendend aus. Die Modewelt arbeitet seit Jahrzehnten fast ausschließlich mit Frauen, die überdurchschnittlich dünn und groß sind. Sie produziert zwar Mode für alle Größen, doch die Präsentation erfolgt hauptsächlich an den zwei Prozent der sehr schlanken Frauen, oft mit zusätzlichem Retuschieren am Computer. Das Modelabel Hollister wirbt beispielsweise in den Geschäften mit Verkäuferinnen und Verkäufern, die optische Ideale zu erfüllen haben. Die Konfektionsgröße XL gab es eine lange Zeit erst gar nicht im Angebot, schließlich sollte nur das Idealbild die Kleidung tragen.


1.4 Auswirkungen auf Kinder und Jugendliche

Einige Studien ergaben, dass junge Mädchen und Jungen mit zunehmendem Alter innerhalb der Pubertät mit ihrem Selbstwertgefühl und negativen Sichtweisen ihrer Körper zu kämpfen haben. Diese Studie zeigt, dass sich 49,8 Prozent der Mädchen und 34,2 Prozent der Jungen im jungen Alter zu dick finden. Junge Mädchen orientieren sich beim Heranwachsen an ihrem Umfeld. Mode und Werbung sind der alltägliche Begleiter und der Anstieg der streng aussiebenden Casting-Shows im Medienbereich, hat sicherlich nicht dazu beigetragen, das Selbstwertgefühl nachhaltig zu stärken. Doch darin sehen viele Experten das Problem der Jugend: Der hohe Anspruch an sich selbst und der Vergleich mit der Umwelt können zu verringertem Selbstwertgefühl führen, was spätere Probleme wie Essstörungen oder psychische Auswirkungen zur Folge haben kann.


2. Revolutionäre Mode für Frauen

2.1 Rokoko: Korsett und Reifrock

Mode und Schönheit sind bereits seit Jahrhunderten miteinander verknüpft. Im Rokoko gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es ein erstarktes Selbstbewusstsein der Frauen und der eigenen Rolle. Das Korsett sollte die weibliche Form betonen und in Form bringen. Mit der Schnürung und späteren Ringen sollte eine dünne Taille entstehen, die durch die weit ausladenden Reifröcke die anderen weiblichen Rundungen der Hüfte betonte.

Viele Männer trugen ebenfalls Korsetts, um eine gute, aufrechte Haltung zu verstärken. Um Oberweite und Hüfte im besten Licht dastehen zu lassen, verengten sich Frauen damit den Brustkorb und sorgten für schwerwiegende Schäden an Lunge, Leber, Darmtrakt, sowie eine eingeschränkte Atmung. Ärzte bescheinigten die Gefährdung der Gesundheit, doch erst Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden gesundheitsfreundlichere Modelle. Viele Männer trugen ebenfalls Korsetts, um eine gute, aufrechte Haltung zu verstärken.



Abbildung 3: Ein Korsett aus dem
Jahr 1730-1740.

Um Oberweite und Hüfte im besten Licht dastehen zu lassen, verengten sich Frauen damit den Brustkorb und sorgten für schwerwiegende Schäden an Lunge, Leber, Darmtrakt, sowie eine eingeschränkte Atmung. Ärzte bescheinigten die Gefährdung der Gesundheit, doch erst Anfang des 20. Jahrhunderts entstanden gesundheitsfreundlichere Modelle.


2.2 20er-40er: BHs, figurbetonte Kleidung und Hosenanzüge

Dass Mode immer im gesellschaftlichen Kontext steht, zeigt sich anhand der Kleidung Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Die ersten Patente auf Büstenhalter gab es bereits um 1890 bis 1914 herum. In den 20ern war der BH die beste Methode, die eigenen Rundungen in Form zu halten. Knabenhafte Figuren und androgyne Schnitte, dank Modeikonen wie Coco Chanel, beherrschten die Szene. Der BH sollte die Brust zunächst erst einmal nur plattdrücken. Die Hosenanzüge kamen einher mit dem Drang nach Gleichberechtigung und Selbstbewusstsein der Frauenwelt. Schließlich erhielten Frauen in vielen Ländern in den 20er Jahren das Wahlrecht und einen weiteren Schritt in Richtung Selbstbestimmung. Die Kleidung wurde funktioneller, die Schnitte ließen Blicke auf Beine und Ausschnitte frei.


2.3 60er: Minirock und Pop Art

Mit Beginn der 60er Jahre verstärkte sich der Trend, Mode und Stile nach jugendlichen Idealen zu erschaffen, die für den Alltag gebräuchlich waren. Prêt-à-porter, industriell gefertigte Kleidung auf dem Laufsteg, war Yves Saint Laurents großer Coup der 60er. Massenkonfektionen für jede Frau, angeregt durch das erste Supermodell Twiggy, die mit Bubikopf und einem androgynen, sehr schlanken Körper die Wende des Schönheitsideals der Frau brachte.

Der Minirock stand für Freiheit, Selbstbewusstsein und Protest, die knalligen Farben der Pop Art Bewegung für ein ganz neues, freieres Lebensgefühl. Zum einen zeigte die Mode eine Vielfalt an Schnitten und Formen, welche die Weiblichkeit und Individualität betonen sollten. Zum anderen gab es erste Trends des Schlankheits- und Jugendwahns. Während in den 50ern Stars wie Marylin Monroe oder Jayne Mansfield mit weiblichen Rundungen und normalen Figuren den Trend setzten, galt es in den 60ern als schick, schlank und androgyn zu erscheinen. Das zeigte sich zusehend in den geraden und engen Schnitten der Modewelt.



Abbildung 4: Bis heute sind Miniröcke bei Frauen gleichermaßen beliebt.

2.4 80er-90er: Push-Up, Leggins, Karottenjeans

Die 80er waren geprägt von einem wahren Fitnessboom weltweit. Schlank war immer noch das Schönheitsideal, doch die Frauen sollten nicht nur dünn, sondern ebenso fit sein. Passend dazu waren knallbunte Leggins, Stirnbänder und enge Tops der Modetrend der 80er. Die Karottenjeans, eine Hose mit weiter, lockerer Hüftpartie und weiten Oberschenkeln mit einer Verengung der Beine bis zu den Knöcheln, gehörte zu den modischen Trends, die heute wieder Anklang finden. Die Form betont Hüfte und Beine, die dadurch jedoch meist nur sehr schlanken Menschen steht. In den 90ern verstärkte sich der Schlankheitstrend, sowie die jugendliche Schönheit als Idealbild. Girlie-Kleidung und Schulmädchen-Outfit kombinierten Frauen mit Push-Up-BHs, um den Reiz der Jugend mit dem Reiz des Weiblichen zu verstärken.


3. Unterschiedliche Maßsysteme

3.1 Europäische Normen und Unterschiede

Dank der Entwicklung der Modewelt und der Frauenbilder gibt es mittlerweile eine Vielzahl an unterschiedlichen Passformen, Größen und Schnitten, die für jeden Figurentypen passend gemacht sind. Doch durch die unterschiedlichen Maßsysteme und den Import ausländischer Kleider, ist es für viele Frauen schwierig geworden, die passende Kleidung zu finden. Viele Normen basieren auf Durchschnittswerten der Größe, Proportionen und Umfang. Doch wer in Deutschland ein Kleid mit Größe 38 kauft, findet es in Frankreich eher unter Größe 40 und in Italien unter Größe 42. Manche Kleidungsfirmen geben Damengrößen in zwei Konfektionsgrößen kleiner an, um dem Ideal der kleinen und schlanken Größen zu entsprechen.


Abbildung 5: Maßgeschneiderte Hâute Couture gilt als höchste Modekunst.

Ein einheitliches europäisches System nach Zentimeterberechnung ist in Planung. Wer sich nicht sicher ist, wie die eigenen Proportionen am besten zu vermessen sind, kann anhand von Tabellen die eigene Größe herausfinden.


Quelle: www.happy-size.de


3.2 US-Werte

Das angloamerikanische Maßsystem hat seinen Ursprung im Vereinigten Königreich im Mittelalter und ist kein einheitliches System. Trotzdem ist es in den USA, Neuseeland, Kanada und Australien noch immer gebräuchlich. Bei der Bekleidung sind die Richtwerte in Inches, Zoll, angegeben und nicht immer sind entsprechende Größen identisch in der Ausführung. Zur Vereinfachung gibt es die Größenangaben von S bis XL, stellvertretend für small, medium, large und extra-large. Weitere beliebte Bezeichnungen sind tall, petit oder big, je nach Körpergröße und -fülle. Der große Markt der Plus Size Mode, also der Übergrößen, ist durch die Veränderung der Körperfülle bestimmt, da sich auch in den USA Übergewicht und Fettleibigkeit immer weiter verbreiten.

3.3 Neuermittlung der Körpergrößen - Das Ende der Konfektionseinheiten?

2007 und 2008 gab es in Deutschland eine Messung von über 13.000 deutschen Männern, Frauen und Kindern, um die zeitlich bedingten Veränderungen der Körpergrößen und -formen festzustellen. Im Vergleich zur letzten Messung 1994 nahmen Größe und Umfang von Männern und Frauen zu.


Quelle: http://hohenstein.co/

Die Ergebnisse sind insbesondere für die Modeindustrie interessant, die anhand der Ergebnisse bereits an ersten Veränderungen arbeiten. Optimale Passformen bedeuten zufriedenere Kunden und einen nachhaltigen Ansatz der Produktion. Vor allem die Verlagerung zu größeren Konfektionen zeigt, dass die Standard-Größen nicht für alle Zeiten übertragbar sind. Die Verbesserung der medizinischen Versorgung, Wohlstand und Ernährung gelten als die Ursache für die Veränderung der Körpergrößen. Die ersten Modelabels reagierten in den letzten Jahren bereits auf die Umstellung.

3.4 Figurentypen

Das Projekt Size Germany befasste sich mit der ganzheitlichen Veränderung der Körper in Deutschland. Die Figurentypen verändern sich jedoch weniger, einige Grundtypen bleiben auch heute noch bestehen. Der A-Typ beschreibt beispielsweise die typische weibliche Silhouette in Form einer Birne mit breiten Hüften und schmalen Schultern. Der H-Typ besitzt meist eine gleich Breite von Ober- und Unterweite und die Taille ist oft kaum sichtbar. Bei O-Typen zeigen sich weibliche Rundungen, viel Oberweite und größerer Bauchumfang. Der X-Typ erscheint in Form einer Sanduhr, denn Schultern und Hüfte sind gleich breit und die Taille ist sehr ausgeprägt.

Bei den Figurentypen geht es meist um die Proportionen und Verhältnismäßigkeit der einzelnen Körperpartien. Dadurch, dass viele Frauen jedoch an Umfang und Größe zugenommen haben, fühlen sie sich oft in der Modewelt nicht gut repräsentiert. Einige Unternehmen, wie HAPPYSIZE, richten ihr Angebot an Frauen mit Übergrößen, die sich an aktuelle Trends und Styles anlehnen. Unter dem Credo "Schönheit ist keine Frage der Konfektionsgröße" sind hier von Bademoden bis Abendkleidern alle Lebensbereiche eingeschlossen, in denen Frauen mit größeren Maßen sich ebenso wohlfühlen können. Dieser Markt gewinnt immer mehr an Bedeutung und bestätigt die Veränderung der Figurentypen zu mehr Körperfülle.



Abbildung 6: Sport kann den Körper sehr stark verändern.


4. Zukunft der Ideale und Realitäten

4.1 Nachhaltige Kleidung versus billige Kleidung

Während Frauen in einigen Jahrzehnten mit ihrem Kleidungsstil etwas aussagen wollten, sei es politisch oder gesellschaftlich bedingt, so prägen heute weitere Kriterien die Auswahl. Mode soll zur Frau passen, bequem sein und nicht zu viel kosten. Massenproduktionen stehen jedoch seit einiger Zeit immer mehr in der Kritik. So positiv viele Frauen die große Auswahl für viele Größen sehen, so negativ ist die Bewertung der Herstellungsbedingungen. Nachhaltigkeit und faire Bedingungen sind nur bei unter vier Prozent Marktanteil der Hersteller zu finden. Deshalb suchen mehr Kunden nach Kleidung mit zertifizierten Gutachten und Siegeln, die nicht nur ihren optischen, sondern auch ihren ökologischen Gesichtspunkten Stand halten. Übergrößen müssen hier oft noch auf die Weiterentwicklung warten.

4.2 Schönheitsideal: Gesundheit und Fitness

Nachhaltige Mode beinhaltet ein gestärktes Umwelt- und Fairnessbewusstsein. Doch auch der Fitnesstrend der 80er Jahre ist heutzutage wieder verstärkt aufgetreten. Ein gesunder Körper strahlt positive Signale aus und ist im Gegensatz zu Modelmaßen für viele Personen zu erreichen. Im Zeitalter der Fettleibigkeit, mangelnder Bewegung und Wohlstand gilt nunmehr ein fitter Körper als Ideal, auch wenn schlank immer zu den wichtigen Eigenschaften dazugehören wird.


Abbildung 7: Bodybuilding ist auch unter Frauen verbreitet.

Trendsportarten wie Crossfit, Yoga, Zumba und Co. sorgen dafür, dass auch für Frauen Muskeln zu trainieren und die eigene Fitness zu zeigen, zum Idealbild dazugehören kann. Extreme Körperformen sind auf der anderen Seite durch Schönheitswettbewerbe, Fitnesswettbewerbe und weitere Maßstäbe weiterhin im Bild von Medien und Gesellschaft.

4.3 Wird der Mensch immer größer und schwerer?

Tatsächlich ist die Menschheit innerhalb der letzten Jahrhunderte deutlich in die Höhe gewachsen. Einige Studien prophezeien 2080 eine Durchschnittsgröße von 1,94 Metern der männlichen Bevölkerung. Ernährung und gute Gesundheitsversorgung gelten als mögliche Ursache. Darüber hinaus ist der Niedergang schwerer körperlicher Arbeit ein weiterer Grund, da die Belastung dem Körper so nicht zusetzen kann. Der weitere Anstieg der Fettleibigkeit wird dafür sorgen, dass sich Lebensumgebungen, Kleidung, Möbel und Einrichtungen anpassen müssen. Einige Ärzte bescheinigen eine Zunahme gesundheitlicher Probleme, wenn Körpergröße- und Gewicht weiter ansteigen. Dies kann erklären, warum viele Schönheitsideale den Maßstab auf junge, schlanke und gesunde Körper richten.

4.4 Die Berechnungsformeln der Schönheit

In vielen Studien versuchen Fachleute herauszufinden, was Schönheit ausmacht und welche Körperformen, Größen oder Gesichter als besonders schön gelten. Mit Fotografien, Attraktivitätskriterien und Körpermaßen ermittelten sie die Formel:

Y = b0 + b1 * x1 + b2 * x2 + … + bn * xn

Die X-Werte stellen die Figurwerte dar, die B-Werte die konstanten Faktoren. Hauptsächlich ging es Entwickler Martin Gründl um die Proportionen der Figuren und nicht um das Gewicht.


Abbildung 8: Die modernen Messungen erfolgten durch 3D-Scanner.

Diese Formeln sind immer an die jeweiligen Gesellschaftsformen angebunden, sie erklären, wie die aktuelle Gefühlslage der bewertenden Gesellschaften ist. Doch das Schönheitsideal versuchen viele Frauen und Männer durch hungern, viel Sport oder Schönheitsoperationen zu erreichen, obwohl anhand der Formel und vieler Umfragen ein eher durchschnittliches Bild vorhanden ist. Realität und Wunschbild passen auch heutzutage nicht zusammen.


5 Fazit

Nichts ist so gegensätzlich wie das bestehende jugendliche und schlanke Schönheitsideal und die Realität der vorherrschenden Körperformen und Gewichte. Dieser Gegensatz wird die nächsten Jahrzehnte weiter beeinflussen, denn eine Entwarnung können Ärzte noch nicht geben. Obwohl es immer wieder Stil-Ikonen jenseits dünner Models oder Schauspielerinnen gibt, wie Sängerin Beth Ditto von The Gossip oder Adele, bleibt für viele Frauen ein schlanker Körper das Ideal. Einige Versuche, Werbekampagnen mit normal gewichtigen Frauen zu schalten, brachte kein gesteigertes Kaufverhalten, obwohl die Modelmaße dichter an der Realität lagen, als in anderen Werbemitteln.Das Selbstwertgefühl spielt bei Mode und Werbung eine entscheidende Rolle. Solange ein ideales Bild vorherrscht, werden Werbung, Unterhaltungsindustrie und Mode kaum auf die schlanken Maße ihrer Stars verzichten. Selbst in Videospielen zeichnet sich ein übersteigertes Idealbild von Männer- und Frauenkörpern ab, denn in der virtuellen Welt ist Perfektion und Wunschbild tatsächlich zu erreichen. Frauen können nur selbst daran arbeiten, die Scheinwelten zu durchschauen und dem eigenen Körper wieder mehr Wertschöpfung entgegenbringen.



Bildquellen:
Abbildung 1: Pixabay.com © Krzysiek (CC0 1.0)
Abbildung 2: Pixabay.com cherylholt (CC0 1.0)
Abbildung 3: Wikimedia.commons.org © Photograph: S.Oliver for LACMA (CC0 1.0)
Abbildung 4: Wikimedia.commons.org © Justso (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 5: Wikimedia.commons.org © Kürschner (CC0 1.0)
Abbildung 6: Wikimedia.commons.org © Frank W (CC BY-SA 3.0)
Abbildung 7: Wikimedia.commons.org © Yellowstone (CC0 1.0)
Abbildung 8: Pixabay.com © bykst (CC0 1.0)

Quellen:
http://www.bfa-ernaehrung.de/statistiken-schoenheit
http://de.statista.com/statistik/daten/studie/937/umfrage/essstoerungen-bei-maedchen/
https://dge.de/pdf/presse/2013/js/Folien-Mensink-Uebergewicht-DGE-JS-EB2012.pdf
http://hohenstein.co/media/veroeffentlichungen/Size_GERMANY.pdf
http://www.beautycheck.de/cmsms/index.php/figurideal-und-normalitaet
www.happy-size.de
http://www.happy-size.de/Groessentabelle-Damen.a5145.0.html
http://www.gesundheit.de/ernaehrung/essstoerungen/hintergrund/schlanksein-um-jeden-preis
http://www.planet-wissen.de/alltag_gesundheit/mode/