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Freitag, 20.06.2014

Hufewiesen-Pläne stoßen auf Ablehnung

Die Eigentümerin will das Areal nun endgültig bebauen. Nur ein schmaler Korridor soll Grünland bleiben. Doch wer will das?

Von Kathrin Kupka-Hahn

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Seit August 2012 sind die Hufewiesen abgesperrt und nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Wohnhäuser sind hier geplant.
Seit August 2012 sind die Hufewiesen abgesperrt und nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Wohnhäuser sind hier geplant.

© Steffen Füssel

  • Seit August 2012 sind die Hufewiesen abgesperrt und nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Wohnhäuser sind hier geplant.
    Seit August 2012 sind die Hufewiesen abgesperrt und nicht mehr für die Öffentlichkeit zugänglich. Wohnhäuser sind hier geplant.

Im Dresdner Norden wird heftig diskutiert. Vor zwei Tagen wurde das neue Konzept für die Hufewiesen in Trachau vorgestellt (die SZ berichtete). Demnach soll ein Großteil des rund 13 Hektar großen Grünlandes mit Ein- und Mehrfamilienhäusern bebaut werden. Pläne, die die Eigentümerin, die Münchner Baugesellschaft (MBG) Trachau, eigentlich schon seit zwei Jahrzehnten verfolgt. Bisher jedoch ohne Erfolg. Denn für die Grünfläche im Karree zwischen Leipziger Straße, Alttrachau und Industriestraße besteht kein Baurecht.

Die Vorsitzende des Vereins Hufewiesen Trachau, Anja Osiander, kann ihre Enttäuschung über die neuen Pläne kaum verbergen. „Das Konzept ignoriert die planungsrechtlichen Einschränkungen für die Hufewiesen“, sagt sie. Wegen des Fluglärms bestünde in dem Gebiet eine Siedlungsbeschränkung. Das heißt, es dürfen keine Wohnungen errichtet werden.

Auch in Sachen Hochwasserschutzgebiet sei noch keine Entscheidung gefallen. Die Überprüfung der Überflutungsgebiete, zu denen die Hufewiesen zählen, dauert noch an. Kritisch sieht Osiander auch , wie wenig Grünfläche erhalten bleiben soll. Der grüne Korridor in der Mitte der Wiesen dürfe sowieso nicht bebaut werden, sagt sie. Denn laut sächsischem Waldgesetz stehe dort ein geschützter Wald, der erhalten werden muss. „Wir werden im Verein bei einem Plenum am 17. Juli über die neuen Pläne der MBG beraten“, so Osiander.

Der Verein wird jetzt erst recht weiter an seinem Konzept für einen Bürgerpark arbeiten. „Es ist attraktiv genug, um so viel Geld zu sammeln, dass wir den Eigentümer auszahlen und die Hufewiesen retten können“, sagt die Vorsitzende. Schon seit Jahren kämpfen die Anwohner darum. Dafür hatten sie sich zu einer Bürgerinitiative zusammengeschlossen, aus der 2012 der Hufewiesenverein hervorging. Als im August 2012 die Grünfläche von der MBG Trachau abgesperrt worden war, gab es viele Auseinandersetzungen. In den vergangenen Monaten standen die Zeichen auf Annäherung zwischen MBG Trachau und Hufewiesenverein. Doch das neue Konzept, welches die Unternehmensberater der Thomson Group aus Hamburg erstellt haben, stört das entstandene Vertrauen erheblich.

Auch bei den SZ-Lesern wird nun im Internet heftig diskutiert.

Die Leserreaktionen: Von Rendite bis hin zu Hochwasserrisiko

Elbgeist: „Da kauft sich jemand ein Stück Wiese, das nicht als Bauland ausgewiesen ist, und beackert dann die Planungsbehörden so lange, bis er seinen großen Reibach machen kann – er ist schließlich „Investor“. Was in Dresden abgeht, übertrifft alles, was man sich an Mauschelei vorstellen kann.“

Mike: „Ich bin dafür, dass die Stadt das Grundstück kauft und sicherstellt, dass es als Naherholungsfläche genutzt werden kann.“

Thomas: „Wie jetzt? Alle mit etwas mehr Weitblick sind sich einig, dass die Städte der Zukunft mehr Grünflächen brauchen. Und Dresden versiegelt die letzten zusammenhängenden größeren Grünflachen? Was ist als Nächstes dran? Der Waldpark in Striesen? Der Große Garten?“

Tom Wolf: 24,50 – 5,00 Euro Kaltmiete? Da will wohl der Investor noch zuzahlen, oder wie sollen sich die Baukosten refinanzieren? Die müssen doch wirklich glauben, wir ziehen unsere Hosen mit der Kneifzange an ... Die Hufewiesen sollen öffentliches Grünland bleiben.2

Michael Böhme: „Ist in Dresden nicht schon genug Grünfläche verschwunden?“

Ralph Kludig: „Wer an den Bahndamm und das Überflutungsgebiet zieht, ist selbst schuld. Aber warum muss alles zugebaut werden? Schade, so kann eine Stadt auch etwas an Charme verlieren.“

Johann D. Ahlemann: „Find ich super. Wer reiten will und durch unbeschwerte Natur wandern möchte, sollte nicht mitten in einer Großstadt wohnen wollen.“

Leser-Kommentare

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Insgesamt 6 Kommentare

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  1. Valentin0171

    Eigentlich ist es doch ganz einfach: 1. Die Hufewiesen ist zuerst mal Privatgelände. Damit kann eigentlich kein Bürger Vorschriften machen oder Ansprüche erheben, JEDOCH: 2. Es besteht kein Baurecht, also kann erst dann gebaut werden, wenn die Stadt das Baurecht erteilt. 3. Die Vorgaben Flutschutz, Fluglärm und Wald sprechen gegen ein Baurecht. Die Stadt ist hier gefordert. 4. Bleibt es beim NEIN zum Baurecht, dann kann ein Dritter versuchen, das Gelände zu erwerben oder die Stadt kauft es zurück. Wird nicht verkauft, bleibt alles so wie es heute ist. 5. Erst mit einem Rückkauf oder Kauf z.B. durch den Verein dann kann über eine andere, grüne Nutzung diskutiert und geplant werden. Vor dem 5. ist es also müßig, sich darüber zu streiten - es liegt nicht in unserer Hand - leider.

  2. Adse

    @Valentin: Falsch, ohne öffentliche Diskussion, keine Auseinandersetzung mit dem Thema. Meinungen werden beeinflusst, auch die der Entscheider, wenn eine Thomson Group schwere Geschütze auffährt, dann ist es wichtig, das solche öffentlichen Webseiten zur Diskussion genutzt werden. Meistens liest dann auch Einer oder Zwei vom Rathaus mit :)

  3. Helmut

    Fluglärm ? Ringsherum ist Wohnbebauung. Was ist mit dem Fluglärm im Wilder Mann Viertel ? Dort sind die Flugzeuge noch tiefer. Mitten in der Stadt so eine große mehr oder weniger verwilderte Grünfläche soll locker bebaut werden. Einfamilienhäuser oder kleine Mehrfamilienhäuser mit viel Grünanteil haben einen höheren Erholungs- und Wohneffekt als diese Wildfläche mit Pferden. Man sollte sich vielleicht bei der ganzen Diskussion mal die alten Bebauungspläne von Dresden ansehen und was dort ehemals geplant war....

  4. Max

    @Valentin: In wessen Hand liegt die Gestaltung einer Stadt, wenn nicht in jener der Bürger, die diese Stadt bevölkern?

  5. Gastleser

    Ich verstehe das nicht. Das Gebiet liegt vollständig im Gefahrengebiet Extremhochwasser, für jeden einsehbar unter geoportal.sachsen.de ... wer möchte also dort neu bauen, mit dem Wissen, dass hin und wieder das eigene Heim überflutet werden könnte? Und Streuobstwiesen? Ich dachte immer, die stehen gesetzlich unter Schutz. Sind Naturschutzgesetze nun außer Kraft gesetzt? Die tatsächlich vorhandenen Bebauungsplangebiete innerhalb der Stadt sind bei weitem noch nicht ausgeschöpft! Da hat doch der "Investor" sprichwörtlich nur Knete im Kopf!!

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