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Samstag, 22.02.2014

Hotel könnte niedriger werden

Die Gesellschaft historischer Neumarkt schlägt einen Teilabriss und Anbau daneben vor.

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 Das Hotel am Terrassenufer könnte um einige Geschosse zurückgebaut werden.
Das Hotel am Terrassenufer könnte um einige Geschosse zurückgebaut werden.

© Steffen Füssel

Nach dem Urteil des Verwaltungsgerichts Dresden gegen den Abriss des Hotels am Terrassenufer fordern FDP und Grüne, das Areal zu entwickeln. Die Hotelbetreiber Ernst und Max Trapp sehen einen Anbau vor und wollen dem Hochhaus eine moderne Fassade nach den Plänen des Dresdner Architekturbüros Rodecan geben. Davor warnt Torsten Kulke von der Gesellschaft historischer Neumarkt Dresden. Er fordert, die Stadt dürfe auf keinen Fall den Umbauplänen zustimmen. Kulke spitzt die Diskussion zu: Das Hotel sollte samt der Fassade in seiner bisherigen Form erhalten bleiben. „Falls der Bau als wirklich so wertvoll eingestuft wird, so darf er auch nicht weiter verändert werden. Bestenfalls sollten Instandhaltungsarbeiten durchgeführt werden dürfen“, sagt er. Das sehen die Linken ähnlich: „Das Hotel hat wegen seiner Gestaltung und seiner Bauweise inzwischen selbst Denkmalwert. Ein Abriss ist keinesfalls gerechtfertigt. Dresden muss sein Verhältnis zur Architektur der Moderne, auch zur DDR-Moderne, überdenken“, sagt Linken-Stadtrat Tilo Wirtz.

Kulke wirbt aber für eine andere Idee: „Das Hotel soll um drei bis vier Geschosse zurückgebaut werden. Als Ausgleich könnten die Investoren eine Fläche für einen Anbau erhalten.“ In diesem Falle sei auch eine moderne, aber dezente Fassade vorstellbar. Hotelbetreiber Trapp war am Freitag für eine Stellungsnahme nicht zu erreichen. Übrigens war das Rathaus schon einmal weiter. Einst gab es zwei Hochhäuser. Weil sie von der rechten Elbseite aus den Blick auf die Stadt beeinträchtigten, wurde 2005 das Nachbarhaus Terrassenufer 14 abgerissen. Das hatte Ingolf Roßberg, damals Oberbürgermeister und Woba-Aufsichtsrat, durchgesetzt. Parallel hatte er, wie er sagt, mit Max Trapp vereinbart, dass dieser das Hotel um fünf Etagen reduziert und dafür auf dem Nachbargrundstück einen Anbau realisiert. (SZ/kle)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 26 Kommentare

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  1. Motorbootfahrer

    Wenn das mein Hotel wäre, würde ich mich für die schlauen Ratschläge Dritter aber bedanken.

  2. knut knebel

    jede geschossreduzierung ist zu begrüßen. allerdings scheint jede umbauabsicht des eigentümers nur irreführende taktik zu sein. die rohdecan-fassade ist ohnehin reine verschlimmbesserung. ein denkmalstatus wäre damit vom tisch. und warum soll ein anbau im hochwassergebiet sinnvoll sein? übrigens gibt es an der strehlener strasse noch ein weiteres solches hochhaus. dort stehen bereits seit langem die oberen 6 etagen leer. auch dort ist der bau ein schandfleck.

  3. Tom

    Ich wußte gar nicht, daß sich das Hotel am Neumarkt befindet? Oder warum hängt sich der Verwaltungsrat von Disneyland Dresden, äh, die "Gesellschaft historischer Neumarkt" auch in diese Diskussion rein wie ein Tauchsieder?!

  4. elbflorentiner

    Was hat das Hotel mit dem Neumarkt zu tun? Diese Gesellschaft historischer Neumarkt breitet sich ganz schön aus, seitdem der Neumarkt fast fertig ist. Suchen die sich eine neue Beschäftigung? Vllt. sollten sie dann auch ihren Namen ändern...

  5. alternativpüppi

    @motorbootfahrer das Hotel steht ja nicht im luftleeren Raum, auch Eigentumsrechte haben Grenzen ;) besonders dann, wenn es um Stadträume geht, die allen gehören. Insofern ist es nur richtig, dass sich Dritte mit schlauen Ratschlägen beteiligen, da dieser massive Baukörper auch an einer sehr sensiblen Stelle befindet. Übrigens: ein Neubau mit einer solchen Geschosshöhe, wäre heute an dieser Stelle gar nicht möglich.

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