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Samstag, 10.06.2017

Hort im Rekord

Drei Wochen nach Baubeginn an der Schillerstraße in Copitz wird Richtfest gefeiert. Nur ein Wunsch der Schlaufüchse bleibt unerfüllt.

Von Mareike Huisinga

Die Kinder vom Hort Schlaufüchse feiern gemeinsam mit den Stadtverantwortlichen Richtfest beim Neubau an der Schillerstraße in Copitz. Im Herbst wollen die Mädchen und Jungen hier einziehen.
Die Kinder vom Hort Schlaufüchse feiern gemeinsam mit den Stadtverantwortlichen Richtfest beim Neubau an der Schillerstraße in Copitz. Im Herbst wollen die Mädchen und Jungen hier einziehen.

© Norbert Millauer

Pirna. Kranführer Torsten Schubert sitzt startbereit in seinem großen Fahrzeug. Eigentlich will er die letzte Deckenplatte für den neuen Hort an der Schillerstraße auf das Dach hieven. Doch einen Moment muss er stoppen. Jetzt befestigen kleine Hände erst mal den grünen Richtkranz an dem Haken seines Krans, den Schubert gefühlvoll nach oben schweben lässt.

Drei Wochen nach dem Baubeginn wurde am 9. Juni Richtfest der Kindereinrichtung gefeiert, die künftig das Domizil des Hortes Schlaufüchse ist. Die Fachleute montierten insgesamt 300 Einzelteile in Fertigteilbauweise. Eine Rekordzeit, wie auch Bürgermeister Klaus-Peter Hanke in seiner kurzen Ansprache betonte. Bauherr ist die Stadtentwicklungsgesellschaft Pirna, die die Einrichtung dann an die Stadtverwaltung vermietet.

In dem Neubau können dann maximal 186 Kinder von 14 Erzieherinnen betreut werden. Auf einer Nutzungsfläche von 1 400 Quadratmetern bietet das Gebäude mit großzügiger Außenfläche genug Platz zum Spielen und zum Toben.

Das ist momentan nicht der Fall. Denn noch werden die Schlaufüchse in den Räumen der Diesterweg-Grundschule betreut. Schule und Hortverein teilen sich das Haus an der Professor-Roßmäßler-Straße – kommen dabei aber immer mehr in Platznot. Aufgrund gestiegener Geburtenraten, hinzukommender Flüchtlingskinder und eines starken Zuzugs junger Familien nach Copitz wird die Bildungsstätte in den kommenden Jahren bis auf Weiteres stets vier erste Klassen einschulen. Dafür benötigt die Schule zusätzliche Klassenzimmer, die es aber nicht unbegrenzt gibt.

Zunächst versuchte man das Problem zu lösen, indem Zimmer doppelt – als Unterrichts- und als Hortraum – genutzt wurden. Doch dagegen regte sich massiver Widerstand bei den Eltern, der nach einigen Protesten und Diskussionen in dem Neubau mündete. Für Hortleiterin Andrea Panier steht fest: „Die Kinder sind auf jeden Fall die ganz großen Gewinner des neuen Gebäudes.“ Aber auch die Arbeitsbedingungen für die Erzieherinnen verbessern sich. Unter anderem gibt es im Neubau größere Mitarbeiterräume.

Und was sagen die künftigen Nutzer selber? „Am meisten freue ich mich auf den Garten“, erklärt die achtjährige Alina. Ihre Freundin Vivien nickt und meint: „In unserem Hort jetzt ist es sehr laut, weil die Räume nicht so gut gedämmt sind. Das wird viel besser.“ Außerdem wohnt sie mit ihrer Familie an der Schillerstraße. „Dann habe ich einen ganz kurzen Heimweg.“ Saskia neben ihr scheint fast vor Aufregung zu platzen. „Wir bekommen sogar einen Pool“, verkündet sie stolz. Doch diesen Zahn muss ihr Andrea Panier ziehen. „Das ist leider Wunschdenken.“

Bestimmt werden sich die kleinen Schlaufüchse aber auch ohne Schwimmbassin in ihrem neuen Haus wohlfühlen, in das sie in diesem Herbst einziehen.