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Freitag, 22.05.2015

Holperpiste Körnerweg bekommt 140 glatte Meter

Im nächsten Jahr soll der Bau beginnen. Doch für die restlichen 570 Meter fehlt viel Geld.

Von Kay Haufe

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Der unebene Sandsteinbelag des Körnerwegs ist eine Gefahrenquelle für Radfahrer und Fußgänger.
Der unebene Sandsteinbelag des Körnerwegs ist eine Gefahrenquelle für Radfahrer und Fußgänger.

© Christian Juppe

Die unendliche Geschichte um den Körnerweg soll 2016 um ein positives Kapitel erweitert werden. Dann nämlich will der Chef des Straßen- und Tiefbauamtes (STA), Reinhard Koettnitz, ein rund 140 Meter langes Teilstück des Weges erneuern lassen. Derzeit ist der unebene Sandsteinbelag, der auf rund 710 Metern liegt, eine Gefahrenquelle für Radfahrer und Fußgänger. Die meisten Radler steigen angesichts der großen Fugen zwischen den Steinen ab, um keinen Sturz zu riskieren.

Bislang verhinderten lange Diskussionen zwischen Denkmalschutz und STA sowie fehlendes Geld, dass das Teilstück begradigt wird. Auch die Anwohner wollten verhindern, dass der Weg zu stark ausgebaut und damit zu einer Piste für rasende Radfahrer wird. Nun scheint jedoch ein Kompromiss gefunden zu sein, mit dem alle leben können.

Das Teilstück vom Heilstättenweg in Richtung Körnerplatz soll auf 2,50 Meter Breite mit neuen, bearbeiteten Sandsteinen belegt werden. Die Oberfläche der länglichen Steine sei wesentlich glatter als die der alten, sagte Koettnitz im Loschwitzer Ortsbeirat. Auch die kleineren Fugen wären radfahrer- und fußgängerfreundlich. Die angrenzenden Stützmauern würden jeweils mit Betonriegeln im Untergrund abgefangen. Zwischen dem neuen Belag und den Mauern würde ein Seitenstein des alten Materials erhalten bleiben. Zur Uferböschung schließt ein Fünfkant-Sandstein die neue Wegegestaltung ab. 185 000 Euro, die der Freistaat für Hochwasser-Schadensbeseitigung auf dem Körnerweg bereitgestellt hat, sollen dafür verwendet werden.

Doch wie wird das noch fehlende Stück von 570 Metern finanziert? Das wollten viele Ortsbeiräte wissen. Angesichts der enormen Kosten für die 140 Meter leiste sich die Stadt hier einen Luxusweg. Man könne nur stückweise bauen, gab der Straßenbauamtschef unumwunden zu. Eine dünne Asphaltdecke, wie CDU-Ortsbeirat Berndt Dietze vorschlug, sei jedoch trotz der geringeren Kosten von nur rund 100 000 Euro nicht für den Körnerweg geeignet.

Lob erhielt Koettnitz für den Vorschlag seines Amtes sowohl vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) als auch von Ortsbeiräten und Anwohnern. Dennoch wiesen alle darauf hin, dass hier keine endgültige Lösung gefunden, sondern wieder nur Stückwerk betrieben werde. Angesichts der geringen Summe, die für Radwege in Dresden zur Verfügung steht, könne sich die Fertigstellung ewig hinziehen. Denn auch 570 kaputte Meter sind weiterhin ein Ärgernis für alle.

Leser-Kommentare

Insgesamt 3 Kommentare

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  1. Sven

    Warum kann man denn die bestehenden Steine nicht einfach plan schleifen / meißeln? Die sind doch groß genug. Bei Parkett geht sowas auch. Was im vertikalen geht sollte doch auch im horizontalen funktionieren.

  2. suse

    siehe SZ-Beitrag von gestern: "Stadtverwaltung sitzt auf 290 Millionen Euro - ... das Straßen- und Tiefbauamt mit knapp 59 Millionen Euro an Resten... "

  3. Berg

    Die heutigen Biker haben aber auch zu empfindliche Hintern und Handgelenke, so dass sie trotz Federungen ihrer Drahtesel ständig barmen über "Holperpisten". Nun glättet mal endlich diesen urigen Weg ein, damit die Klagelieder aufhören. Hundert Jahre war es ein urwüchsiges Vergnügen, dort entlang zu steuern. Nun muss eben eine Rennstrecke her.

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