erweiterte Suche
Montag, 12.02.2018

Hochwasser-Frühwarnsystem kommt

Details sind zwar noch nicht bekannt. Aber im ersten Quartal soll die neue Warnvorrichtung bereits ihre Arbeit in der Oberlausitz aufnehmen.

Von Matthias Klaus

Hochwasser in Görlitz 2010: Künftig soll besser davor gewarnt werden.
Hochwasser in Görlitz 2010: Künftig soll besser davor gewarnt werden.

© nikolaischmidt.de

Görlitz. Der Mai, Juni und auch der Juli hatten es wettertechnisch im vergangenen Jahr in sich: Immer wieder kam es im Freistaat zu heftigen Regen auf einem eng begrenzten Gebiet. „Kleinräumige konvektive Starkregen-Ereignisse“, heißt das in der Fachsprache der Meteorologen. Dieser starke Regen führte dann auch schon mal zu Hochwasser, zuletzt im Mai vergangenen Jahres im Bereich Spitzkunnersdorf und Leutersdorf . Damit solche Ereignisse in Zukunft besser vorhergesagt werden können, baut das Sächsische Umweltamt derzeit ein neues Hochwasser-Frühwarnsystem auf, speziell für kleine Einzugsgebiete. Wie das genau aussehen wird, das wird der sächsische Umweltminister Thomas Schmidt demnächst der Öffentlichkeit vorstellen. Vorher möchte das Umweltamt keine Details bekanntgeben. „Das neue Hochwasserfrühwarnsystem ist auf der Zielgeraden und soll noch im ersten Quartal 2018 seine Arbeit aufnehmen“, so Karin Bernhardt, Sprecherin des Umweltministeriums auf eine SZ-Anfrage.

„Darüber hinaus entwickelt das Ministerium im EU-Projekt Rainman entsprechende Konzepte für ein verbessertes Risikomanagement in der Pilotregion „Oberlausitz“, so Karin Bernhardt. Hierzu sollen künftig auch Ergebnisse aus dem jüngst gestarteten Forschungsvorhaben des Umweltministeriums zu den kleinen Gebieten, in denen es stark regnete, beitragen. Das Projekt Rainman hat das Ziel, über ein Starkregen-Risikomanagement Schäden in städtischen und ländlichen Regionen zu reduzieren, die mit Starkregen in Zusammenhang entstehen. Partner aus sechs Ländern arbeiten dabei zusammen. Unter anderem geht es dabei um die Bewertungs- und Kartierung von Starkregengebieten, Warnung und Krisenmanagement, die Empfehlungen für Hochwasserrisikomanagementpläne. Die Methoden werden zum Beispiel für städtische und ländliche Landnutzung sowie für Gebirgs- und Flachlandregionen spezifiziert. Die gemeinsam erarbeitete Strategie zum Umgang mit Starkregenrisiken in städtischen und ländlichen Gebieten werde helfen, lokale, regionale, aber auch europaweite Hochwasserpolitik zu verbessern, heißt es vom Umweltministerium.

Es gibt sieben Pilotaktionen mit verschiedenen Eigenschaften. Unter anderem sind die sächsischen Kommunen Meißen, eher städtischer Charakter, und Oderwitz, eher ländlicher Charakter, in das Projekt eingebunden. Die Erfahrungen aus den Pilotaktionen fließen in die Weiterentwicklung der Maßnahmen ein und machen sie so übertragbar auf andere Situationen, so das Umweltministerium. Das Projekt wird finanziert durch das Interreg Central Europe Programm.