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Dienstag, 03.10.2017

Hilft Botox nur gegen Falten?

Am Mittwoch, um 17.30 Uhr, erklärt der Chefarzt Klinik für Neurologie im Görlitzer Klinikum, wozu das „stärkste bekannte Gift“ noch so gut ist. Wer die Woche ganz frei von medizinischen Problemen verbringen will, findet viele Tipps – von Theater über Kriminalistisches bis zum Erntedankfest – hier, im www.sz-veranstaltungskalender.com.

© dpa-tmn

Dr. Kersten Guthke, Chefarzt der Klinik für Neurologie am Görlitzer Klinikum, widmet sich heute, ab 17.30 Uhr, im Rahmen der Vortragsreihe „Medizin für Bürger“ im Konferenzzentrum des Städtischen Klinikums Görlitz einer spannenden Frage. Es geht um „Botulinumtoxin“, das stärkste bekannte Gift. Den meisten ist es unter dem Handelsnamen „Botox“ bekannt, und dass es gegen Falten eingesetzt wird. Wörtlich übersetzt heißt Botulinumtoxin „Wurstgift“ („botulus“ Wurst, „toxin“ Gift). Die Substanz findet sich vor allem in verdorbener Wurst und kann bei Verzehr zu lebensgefährlicher Vergiftung führen. Mit dem Nervengift können aber auch bestimmte neurologische Krankheitsbilder therapiert werden, z.B. die sogenannten „fokalen Dystonien“. Das sind Erkrankungen, die mit extrem verkrampften Muskeln und Fehlstellungen einhergehen. Bei der Behandlung wird die Substanz per Injektion in den Muskel gespritzt und breitet sich rasch bis in die Nervenenden aus. Dort hemmt das Gift bestimmte Prozesse, was dazu führt, dass sich der Muskel entspannt. Auf diese Weise werden seit rund zehn Jahren in der Botulinumtoxin-Spezialambulanz der neurologischen Klinik des Görlitzer Klinikums Patienten behandelt, die an Erkrankungen wie dem Schiefhals, Schreibkrampf (Graphospasmus) oder Verkrampfungen der Augenmuskeln und des Gesichts (Blepharospasmus, Hemispasmus fazialis) leiden. Weitere Einsatzgebiete sind Arm- und Beinspastik z.Bsp. nach einem Schlaganfall, die chronische Migräne und einige andere Erkrankungen „Die Therapie führt oft zur Linderung der schmerzhaften Symptome und Funktionsverbesserung. Sie wird in aller Regel aller drei Monate durchgeführt“, sagt Dr. Kersten Guthke. Er erklärt in seinem Vortrag, wie und wann die Behandlung erfolgt.