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Hilfsorganisation: 25 Millionen Dollar für Rana-Plaza-Opfer fehlen

24.04.2014

Berlin.

Ein Jahr nach Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch haben Gewerkschafter und Hilfsorganisationen höhere Entschädigungen aus der Textilbranche gefordert. Im Fonds für die Opfer der Rana-Plaza-Katastrophe fehlten noch immer knapp 25 Millionen Dollar, sagte Frauke Banse von der Kampagne für Saubere Kleidung am Donnerstag in Berlin. Mindestens 40 Millionen Dollar würden für Lohnausfälle, Behandlungskosten und andere Zahlungen gebraucht.

Die Kampagne habe Produktionsbeziehungen von 30 westlichen Textil-Unternehmen mit der eingestürzten Fabrik nachgewiesen, sagte Banse. „Die meisten haben nichts oder zu wenig in den Fonds eingezahlt.“ Als Gründe hätten die Firmen angegeben, keine direkten Lieferbeziehungen zu Rana Plaza gehabt oder nur einmalige Aufträge ausgesprochen zu haben.

Beim Einsturz der Fabrik, dem schwersten Unglück der Textilindustrie, starben im vergangenen Jahr mehr als 1.130 Menschen, mehr als 2.000 wurden verletzt, viele davon schwer. Viele Verletzte fänden jetzt keine Arbeit, Kinder der Opfer könnten nicht mehr zur Schule gehen, beschrieb die Gewerkschafterin Safia Parvin aus Bangladesch. „Der Preis der Arbeit und der Preis dieser Leben ist noch nicht gezahlt.“

Die Gewerkschaft Verdi forderte, Textilunternehmen für ihre Lieferketten gesetzlich haftbar zu machen. Es reiche nicht aus, die Verbraucher daran zu erinnern, sich in einem grundsätzlich falschen System richtig zu verhalten. (dpa)