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Freitag, 25.11.2016 22:00 Uhr

Herr P. und die „Bombe“ im Bauch

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Gefäßchirurg Dr. Martin Wegner zeigt, wie ein Aortenstent und eine Aortenprothese aussehen.Foto: André Braun
Gefäßchirurg Dr. Martin Wegner zeigt, wie ein Aortenstent und eine Aortenprothese aussehen.Foto: André Braun
  • Gefäßchirurg Dr. Martin Wegner zeigt, wie ein Aortenstent und eine Aortenprothese aussehen.Foto: André Braun
    Gefäßchirurg Dr. Martin Wegner zeigt, wie ein Aortenstent und eine Aortenprothese aussehen.Foto: André Braun

Es ist später Abend. Der Notarzt bringt einen 70-jährigen Patienten mit akuten Bauchschmerzen in die Notfallambulanz des Klinikums Döbeln. Patient Reinhard P. (Name geändert) krümmt sich vor Schmerzen. Sein Kreislauf ist instabil. Die Ultraschalluntersuchung zeigt eine geplatzte Aussackung der Bauchschlagader, ein Bauchaortenaneurysma, so heißt es in der Fachsprache. Die Situation ist lebensbedrohlich. Während der diensthabende Gefäßchirurg Oberarzt Dr. Martin Wegner hinzugezogen wird, stabilisieren die Anästhesisten und Krankenpfleger den Kreislauf des Patienten. Auf die Notfall-Operation ist das Klinikum Döbeln vorbereitet. Dr. Wegner und sein Team öffnen den Bauchraum des Patienten, stillen die Blutung und ersetzen die betroffene Bauchschlagader durch ein Kunststoffgefäß. Dieser Eingriff hat Reinhard P. das Leben gerettet.

Reinhard P. gehört zu den sieben Prozent aller Menschen über 64 Jahre, bei denen ein Bauchaortenaneurysma vorkommt. Männer sind sechsmal häufiger betroffen als Frauen. Rauchen, hoher Blutdruck, ein zu hoher Cholesterinspiegel im Blut sowie das Auftreten eines Aneurysmas bei Eltern oder Geschwistern erhöht das Risiko. Statistisch gesehen tritt eine Erweiterung der Bauchschlagader von drei Zentimetern pro Jahr bei etwa 120 Einwohnern aus dem Landkreis Mittelsachsen auf. Die Aussackungen wachsen oft unbemerkt zwischen den Abgängen der Nieren- und den Beckenarterien. Aufgrund der Ausbeulungen sind die Gefäßwände extrem gespannt. Platzt dieses Aneurysma und reißt die Aortenwand auf, kommt es zu starken inneren Blutungen - dann besteht Lebensgefahr. „Ab einem Durchmesser der Aussackung der Bauchschlagader von fünf Zentimetern steigt das Risiko für ein Platzen der Bauchschlagader deutlich an“, sagt Dr. Wegner. „Drei von vier Patienten mit einer geplatzten Bauchschlagader sterben.“ Die rechtzeitige Erkennung eines Bauchaortenaneurysmas sei daher enorm wichtig.

Das Klinikum Döbeln bietet beste Voraussetzungen für eine erfolgreiche Behandlung dieser Gefäßerkrankung. Spezialisierte Fachärzte, leistungsfähige Ultraschallgeräte sowie ein rund um die Uhr leistungsfähiger Computertomograph (CT) und moderne Gefäßröntgenanlagen ermöglichen ein frühzeitiges Erkennen. Nach der Diagnosestellung entscheidet der Durchmesser der Ausbeulung über die Art der Behandlung. Beträgt der Durchmesser weniger als fünf Zentimeter, ist es wichtig, die Risikofaktoren beispielsweise mit Medikamenten so zu beeinflussen, dass die Aussackung nicht weiterwächst. Mit regelmäßigen Ultraschalluntersuchungen wird der Verlauf der Therapie überwacht. Bei einem Aneurysma-Durchmesser von mehr als fünf Zentimetern sollte eine geplante operative Behandlung zur Ausschaltung des Aneurysmas vorgenommen werden. Dabei wird der betroffene Aortenabschnitt heutzutage überwiegend mit einer über die Leistengefäße vorgeschobenen ummantelten Stentprothese von innen verstärkt. Unter bestimmten Voraussetzungen kann alternativ dazu auch der Bauchraum geöffnet und die erkrankte Bauchschlagader durch ein Kunststoffgefäß ersetzt werden.

Die beiden operativen Behandlungsverfahren werden in enger Zusammenarbeit von Gefäßchirurgen, internistischen Gefäßmedizinern und Narkoseärzten in den bestens ausgestatteten Operationssälen des Klinikums Döbeln regelmäßig durchgeführt.

Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) in Sachsen bestätigte erst kürzlich, dass das Klinikum Döbeln die hohen personellen und strukturellen Voraussetzungen für die Behandlung von Patienten mit einem Bauchaortenaneurysma aufweist.Dagmar Doms-Berger

Klinikum Döbeln

Sörmitzer Straße 10 I 04720 Döbeln

Sekretariat Chirurgie

Telefon 03431 722101

E-Mail: Martin.Wegner@klinikum-doebeln.de

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