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Freitag, 21.04.2017

Heißes Pflaster

Vollsperrungen, Umleitungen und 20 Minuten Wartezeit: Auch 2017 wird an den Straßen im Landkreis kräftig gebaut.

Von Dominique Bielmeier

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Zwischen Coswig und Meißen wird es eng: Hier wird gerade die Fahrbahn der S82, Meißner Straße erneuert. Das ging bisher mit einer Einbahnstraßenregelung, ab Juli oder August wird hier aber eine Baustellenampel stehen. Autofahrer müssen sich dann auf Wartezeiten einstellen. Nur eines von insgesamt 15 Bauvorhaben an Staats- und Bundesstraßen im Landkreis Meißen.
Zwischen Coswig und Meißen wird es eng: Hier wird gerade die Fahrbahn der S 82, Meißner Straße erneuert. Das ging bisher mit einer Einbahnstraßenregelung, ab Juli oder August wird hier aber eine Baustellenampel stehen. Autofahrer müssen sich dann auf Wartezeiten einstellen. Nur eines von insgesamt 15 Bauvorhaben an Staats- und Bundesstraßen im Landkreis Meißen.

© Arvid Müller

  • Zwischen Coswig und Meißen wird es eng: Hier wird gerade die Fahrbahn der S82, Meißner Straße erneuert. Das ging bisher mit einer Einbahnstraßenregelung, ab Juli oder August wird hier aber eine Baustellenampel stehen. Autofahrer müssen sich dann auf Wartezeiten einstellen. Nur eines von insgesamt 15 Bauvorhaben an Staats- und Bundesstraßen im Landkreis Meißen.
    Zwischen Coswig und Meißen wird es eng: Hier wird gerade die Fahrbahn der S 82, Meißner Straße erneuert. Das ging bisher mit einer Einbahnstraßenregelung, ab Juli oder August wird hier aber eine Baustellenampel stehen. Autofahrer müssen sich dann auf Wartezeiten einstellen. Nur eines von insgesamt 15 Bauvorhaben an Staats- und Bundesstraßen im Landkreis Meißen.

Wenn die Kinder ihre Schultaschen in eine Ecke werfen und sich auf die langen Ferien freuen, beginnt für die Straßenbauarbeiter erst die heiße Phase – und damit auch für die Autofahrer. Denn die meisten Bauvorhaben an Staats- und Bundesstraßen beginnen traditionell in der Sommerferienzeit, weil dann der Schülerverkehr nicht beeinträchtigt wird. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) hat nun das Bauprogramm für 2017 vorgestellt. Die wichtigsten Informationen für den Kreis Meißen dazu im Überblick:

An 15 Stellen wird dieses Jahr gebaut

Von 31 Baumaßnahmen, die in diesem Jahr an Bundes- und Staatsstraßen starten, entfallen 15 auf den Kreis Meißen (siehe Grafik), der Rest wird im Kreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge oder in Dresden gebaut. In den überwiegenden Fällen werden Fahrbahnen erneuert oder Decken gebaut, nur zweimal – in Volkersdorf und Tauscha – werden Straßen im Kreis neu ausgebaut.

An drei Orten ging es schon los

In Seerhausen wird seit März die Fahrbahn der B 169 auf 500 Metern erneuert. Die gesamte Ortsdurchfahrt vom Gartenweg bis zur Einmündung in die B 6 ist voll gesperrt. Hier geht es „mit großen Schritten dem Abschluss entgegen“, so Holger Wohsmann, Leiter der Lasuv-Niederlassung in Meißen. In Riesa wird zwischen Klinik und Hafenbrücke die Fahrbahndecke gebaut (B 182). Weil die Stadtwerke hier die Straßenkappen im Baubereich austauschen, verschiebt sich die Fertigstellung auf Freitag, 28. April. Auf der S 82 zwischen dem Ziegelweg in Coswig und der Brauhausstraße in Meißen wurde die Fahrbahn erneuert. In einem zweiten Abschnitt soll ab Juli oder August auch in Brockwitz gebaut werden. Dann wird es hier eine Ampel geben. Ein dritter Bauabschnitt im Stadtgebiet von Meißen soll 2018 realisiert werden.

Woanders geht es weiter

Das sind jedoch nicht die einzigen Baustellen, die es im Moment gibt. Die B 101 wird zwischen Katzenberg und Soppen weiter ausgebaut. Südlich von Meißen wird die S 83 ausgebaut und ihre Fahrbahn erneuert. Zu 20 Minuten Wartezeit kam es dort schon mal, nun kann wegen Stützmaßnahmen am Felsen nicht mehr unter Verkehr gebaut werden. Und Wohsmann macht Autofahrern wenig Hoffnung auf Besserung in nächster Zeit: „Es wird noch schlimmer.“ Auch in Garsebach und Robschütz wird die S 83 ausgebaut, zwischen Kalkreuth und Großenhain ist es die S 91.

Bei Radebeul wird besonders oft gebaut

Schwerpunkt vieler Baumaßnahmen, vor allem an Staatsstraßen, ist das Gebiet nördlich von Radebeul. Hier liegt eine von drei Modellregionen eines neuen Pilotprojektes des Lasuv zu Fahrbahnerneuerungen. Dabei werden Ingenieurbüros beauftragt, eine bestimmte Straßenlänge innerhalb eines Gebiets zu planen. Das Bauprogramm kann so flexibler gestaltet werden, auch Sperrungen und Umleitungen lassen sich laut Wohsmann so besser planen. Aber: „So kann es auch sein, dass in einem Jahr zuerst die drittschlechteste Straße gebaut wird.“

Es wird einige Umleitungen geben

Die meisten Bauvorhaben werden, zumindest zeitweise, unter Vollsperrung durchgeführt, sodass es Umleitungen geben wird. Die Erneuerung der B 101 zwischen Priestewitz und Großenhain, die im zweiten Halbjahr beginnen soll, ist laut Wohsmann „relativ unkompliziert“. In Großenhain selbst wird im August/September in einem ersten Bauabschnitt die B 101 von Dresdner Straße bis Steinweg halbseitig gesperrt. Umstrittenste Umleitung dürfte die des Plossens in Meißen sein. „Das wird ein erheblicher Einschnitt für die Meißner werden“, so Wohsmann. „Gerade die Nutzung Siebeneichen/Schlossberg gefällt nicht jedem.“ Das Lasuv sei gespannt, „wie kritisch die Meißner unser Konzept diskutiert haben“.

Ausbau in Volkersdorf ist am teuersten

Zwischen 90 000 und rund 2,9 Millionen Euro liegen die Kosten für die einzelnen Bauvorhaben des Lasuv im Kreis Meißen. Am teuersten ist dabei der Ausbau in Volkersdorf auf einer Länge von 1,1 Kilometern. Dieser war aber auch „lange gewünscht von den Bürgern“, so Wohsmann. Über zehn Jahre dauerte es immerhin bis zum Beschluss des Planfeststellungsverfahrens. Nun werden sich die Volkersdorfer auf eine Vollsperrung ab Juni einstellen müssen – und das für eine Weile. Erst 2019 soll der Ausbau abgeschlossen sein.

Vage Angaben zu Baubeginn und -ende

Wann sich Autofahrer ganz genau auf Einschränkungen einstellen müssen, lässt das Lasuv noch offen. Bei Baubeginn und Bauende wird bestenfalls ein Monat angegeben, oft auch nur die Angabe erstes oder zweites Halbjahr 2017. „Wir wollen nicht zu früh zu genaue Angaben zu Baubeginn und -ende geben“, erklärte Holger Wohsmann. Denn vieles kann sich noch verschieben. Er versprach jedoch, dass die Bürger spätestens fünf Tage vor Baubeginn informiert werden.