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Donnerstag, 12.01.2017

Hatte Buddha Humor?

Die Volkshochschule ist ins Zentrum gezogen und startet mit 2064 Kursen ins neue Semester. Die sollen bewegen. Nicht nur physisch.

Von Kay Haufe

Gerade angekommen: Jürgen Küfner ist mit der Volkshochschule vom Schilfweg auf die Annenstraße umgezogen. Der Direktor präsentiert neue Kurse.
Gerade angekommen: Jürgen Küfner ist mit der Volkshochschule vom Schilfweg auf die Annenstraße umgezogen. Der Direktor präsentiert neue Kurse.

© Sven Ellger

Mitten in der Stadt und mit 46 neuen Kurs- und Veranstaltungsräumen – damit hat die Volkshochschule (VHS) jetzt ein Domizil, von dem die Mitarbeiter lange träumten. Noch ist nicht alles perfekt, doch inhaltlich ist die größte Volkshochschule Ostdeutschlands längst auf Kurs. Im Frühjahrs- und Sommersemester bietet sie fast 2 100 Kurse an, 15 Prozent davon sind völlig neu konzipiert. „Das erfordert die aktuelle Dresdner Situation“, sagt VHS-Direktor Jürgen Küfner und spielt auf die gesellschaftspolitischen Umwälzungen an. „Unser Haus auf der Annenstraße 10 soll der Ort sein, an dem Dresdner Bürger die drängendsten Fragen der Zeit diskutieren.“ Die Angebote sollen bewegen, geistig wie physisch.

So wird es ab 27. Februar zahlreiche Vorträge von hoher Relevanz und Aktualität geben. Da begibt sich Uwe Steimle auf die Suche nach der Heimat. Auch 500 Jahre Reformation und ihre Einflüsse auf alle Bereiche des Lebens und der Kunst werden in ihrem 500. Jubiläumsjahr beleuchtet. Und es gibt Kurse, die es den Dresdner ermöglichen, fremde Kulturen verstehen zu lernen. Unter dem Titel „Lügenpresse oder Lückenpresse“ wird erklärt, wie Medien arbeiten. Und selbst die fern scheinende Europäische Union wird nach Dresden geholt und erklärt, welche Einfluss sie auf das Leben des Einzelnen hat.

Küfner hat drei Ziele für sein Haus formuliert: „Die Persönlichkeit jedes Teilnehmers soll gestärkt werden. Mit unseren Kursen kann er neue Dinge erlernen“, sagt der VHS-Chef. Zum zweiten wolle sein Haus Teilhabe ermöglichen, an der sich ständig weiterentwickelnden Wissensgesellschaft. Und nicht zuletzt will die VHS die Bürgergesellschaft fördern, indem ehrenamtlich Tätige geschult werden. Das Stichwort ist Integration.

Eines will die Volkshochschule trotz langer Tradition nicht sein: langweilig und altbacken. Dafür hat sich Küfner mit seinen Mitarbeitern ganz neue Formen überlegt, für die das Haus auf der Annenstraße prädestiniert ist. In Sprachcafés werden alte und neue Sprachen in entspannter Atmosphäre gepflegt. Und im philosophischen Salon stehen Fragen des menschlichen Seins im Mittelpunkt der Diskussion.

Das Thema „Bewegt“ wird jedoch auch wörtlich umgesetzt. Mit 140 Exkursionen durch die Stadt und ihre Museen und Institutionen. Aber auch mit sportlichen Kursen für Kinder und Erwachsene. Denn Bewegungsarmut ist ein weiteres Problem, mit dem sich der Durchschnittsdresdner herumschlägt.

Ob sich für die ausgefallenen Kurse genügend Interessenten finden, bleibt abzuwarten. Spannend klingen sie. Zum Beispiel Yoga zum Mittag oder Schluss mit der Aufschieberitis. Gewählt werden kann auch „Hatte Buddha Humor?“ Wir sind gespannt.