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Freitag, 18.01.2013

Halb Europa will zum Elbtal-Weinlauf

In nur 20 Minuten waren die 3.000 Startplätze vergeben. Der Veranstalter will das Weinspektakel trotzdem nicht erweitern.

Von Philipp Siebert

Noch nie war der Ansturm auf die Startnummern zum Elbtal-Weinlauf so groß wie in diesem Jahr. 3.000 Startplätze waren innerhalb von nur 20 Minuten vergeben. „Das macht aller 2,7 Sekunden eine Buchung“, sagt Torsten Schröder, 1. Vorsitzende des SV Elbland Coswig-Meißen e.V. Der Rekord aus dem Vorjahr wurde damit überboten. 2012 war nach 50 Minuten kein Startplatz mehr zu haben.

Schröder und sein Team haben damit jedoch gerechnet. Und sich mit Profitechnik auf den Ansturm der Weinwander-Freunde aus Deutschland, Österreich, Tschechien, der Schweiz und Skandinavien vorbereitet. Denn Teilnehmer können sich seit vier Jahren nur im Internet in die Startlisten eintragen. Das erleichtert die Vergabe der Startnummern. „Im letzten Jahr ist durch den Andrang aber das System zusammengebrochen“, sagt Schröder. Das sollte nicht noch einmal passieren. Kurzerhand mietete der IT-Profi einen zusätzlichen Server, über den sich die Teilnehmer nun ohne Verbindungsprobleme registrieren konnten.

„Mit einer solchen Anmeldeflut haben wir trotzdem nicht gerechnet“, sagt Schröder. Die Meldeteam um Manfred und Jan Göhler ist immer noch dabei, die Startlisten zu erstellen – und frei werdende Plätze neu zu vergeben. Haben gemeldete Starter ihren Teilnehmerbeitrag nicht gezahlt, bekommen sie keine Startnummer. Die wird dann an einen der 500 Wanderfreunde, die sich in die Warteliste eingetragen haben, vergeben.

Der Elbtal-Weinlauf ist in seinem zehnten Jahr zum Selbstläufer geworden. „Wir haben etwas geschaffen, was einmalig ist“, sagt Torsten Schröder stolz. Deshalb habe sich der Verein das Konzept bereits patentieren lassen. Denn der Elbtal-Weinlauf ist mehr, als nur ein Wander- und Genussspektakel entlang der Elbe. „Der Weinlauf ist zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor für das Elbtal geworden“, sagt Schröder.

Und damit hat der Vereinsvorsitzende nicht unrecht. Traditionell findet das Spektakel zwei Wochen nach den großen Weinfesten Ende September in Meißen und Radebeul statt. Die Teilnehmer, von denen mehr als drei Viertel nicht aus dem Elbtal stammen, füllen so kurz vor dem Winter noch einmal die Betten der Pensionen und Hotels, sorgen für ausgebuchte Restaurants und Warteschlangen vor den touristischen Besonderheiten und Museen zwischen Radebeul, Meißen und Moritzburg. „Viele verbinden den Lauf mit einem Drei- oder Viertageurlaub im Elbland“, weiß Schröder aus Gesprächen mit den Läufern.