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Montag, 16.04.2018 Aus dem Gerichtssaal

Haftstrafe für Mehrfachtäter

Wegen mehrerer Straftaten stand ein Mann aus Taura vor Gericht. Es war nicht das erste Mal. Jetzt erhielt er die Quittung.

Von Helene Krause

© Symbolfoto: dpa

Döbeln. Wegen mehrfacher Sachbeschädigung, Körperverletzung, Bedrohung, Hausfriedensbruchs und Diebstahls stand ein 37-jähriger Mann aus Clausnitz vorm Amtsgericht Döbeln. Am späten Abend des 2. Oktober 2017 soll der Angeklagte gemeinsam mit einem Kumpan gewaltsam in die Wohnung der ehemaligen Lebensgefährtin des Kumpels in Clausnitzer eingedrungen sein. Sie traten zuerst die Haus- und dann die Wohnungstür ein. In der Wohnung soll der Beschuldigte den neuen Freund mit der Faust ins Gesicht geschlagen und ihn getreten haben.

Um sie am Eingreifen zu hindern, soll der Mittäter die Ex festgehalten haben. Auch soll der Beschuldigte, der ebenfalls in Markersdorf wohnt, die Opfer mit den Wortenbedroht haben: „Ich bringe euch um. Ich schlag euch tot!“ Nach der Tat sollen beide einen Transporter, der vor dem Haus parkte und mit dem der Freund der Wohnungsinhaberin gekommen war, beschädigt haben. Sie sollen an dem Fahrezeug unter anderem gegen die Fahrertür getreten und die Außenspiegel abgetreten haben. Wegen der Taten waren der Beschuldigte und der Kumpel gemeinsam angeklagt. Doch der Kumpan war nicht zur Verhandlung erschienen. Eine polizeiliche Vorführung misslang. Der Kumpel war nicht auffindbar. Gegen ihn wird jetzt in einem gesonderten Verfahren verhandelt.

Des Weiteren soll der Angeklagte mehrfach im Sommer und im Dezember 2017 seine Lebensgefährtin geschlagen, sie einmal sogar gewürgt und ihr und ihrer 14-jährigen Tochter die Handys entwendet haben. Aus den Mobiltelefonen nahm er die Sim-Karten heraus, zerstörte die Handys und warf sie in einen Wald. Bei einem Streit ging die Tochter der Lebensgefährtin dazwischen. Auch sie schubste er. Um in die Wohnung zu gelangen, trat er jedes Mal die Haus- und auch die Wohnungstür ein. Einmal soll er die Wohnung verwüstet und einen Lichtschalter zerstört haben. Doch das ist noch nicht alles. Bei Kaufland soll er gestohlen haben. Am 4. November 2017 soll er bei Kaufland in Burgstädt Zigaretten und ein Überraschungsei im Wert von rund 11 Euro gestohlen haben. Die Ware wurde zurückgegeben.

Die Taten gesteht der Angeklagte nur zum Teil. Dass er mit einem Kumpan in der Wohnung von dessen Exlebensgefährtin war, gibt er zu. Die Türen will er dort aber nicht eingetreten haben. Auch leugnet er, den neuen Freund der Geschädigten getreten zu haben. Dass er den Transporter beschädigt hat, bestreitet er ebenfalls, genauso wie die Bedrohung.

Seine Lebengefährtin will er im Gerangel aus Versehen an den Hals gefasst haben. „Im Gerangel habe ich sie verletzt“, sagt er. Dem gegenseitigen Schubsen wäre jedes Mal ein Streit um Geld vorausgegangen. Beide hatten ein gemeinsames Konto. Angeblich hätte ihm die Lebensgefährtin kein Geld gegeben. Das hätte ihn in Rage gebracht. Die Handys will er nicht gestohlen und zerstört haben. Den Sachschaden hat er selber repariert. Auch hat er sich bei den Opfern entschuldigt. Mit seiner Lebensgefährtin hat er heute ein gutes Verhältnis. Obwohl beide in getrennten Wohnungen leben, kümmern sie sich zusammen um ihre zwei Kinder.

23 Einträge hat der Angeklagte im Bundeszentralregister, die meisten wegen Körperverletzung. Auch in Haft war einige Male. Immer wieder verstieß er gegen Bewährungsauflagen. Richterin Karin Fahlberg verurteilt den Mann zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten. Sie wird nicht zur Bewährung ausgesetzt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.