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Donnerstag, 06.04.2006

Häftlings-Aufstand in Reichenhain

CHEMNITZ - Randale im Knast in Reichenhain: Sieben Häftlinge verbarrikadierten sich am Abend in einer Zelle. Die Polizei rückte mit Pfefferspray an.

Sie sitzen wegen Eigentumsdelikten und Körperverletzung ein - maximal zwei Jahre Haft. Jetzt drohen den sieben Männern (20 bis 31 Jahre) noch ein paar Monate Knastleben länger - wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte und Sachbeschädigung.

Am Abend hatten sie sich in einer Zelle (zwölf Quadratmeter) im fünften Stock der JVA eingeriegelt. Gefängnis-Direktor Joern Goeckenjan (37): „Ein Wärter hatte zuvor Alkoholgeruch bemerkt, wollte das kontrollieren.“ Doch den Gefangenen war das nicht recht - Bier oder Schnaps im Knast ist schließlich verboten. Die JVA musste Amtshilfe von der Polizei anfordern, um in die Zelle zu gelangen. Sieben Beamte rückten an, brachen die Tür auf.

Weil sich die Häftlinge heftig wehrten, kam Pfefferspray zum Einsatz. „Verletzt wurde jedoch niemand“, so Polizeisprecher Frank Fischer (50). Auch die Feuerwehr musste ausrücken: Die Häftlinge hatten ein Waschbecken abgerissen, das Wasser floss in der besetzten Zelle in Strömen.

Jetzt sollen die Rädelsführer des Aufstandes in andere Gefängnisse verlegt werden, kündigte JVA-Chef Goeckenjan an. jko