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Samstag, 10.11.2012

Guttenberg will nicht zurück – noch nicht

Nur CSU-Chef Seehofer hätte angesichts diverser Probleme der Bayernpartei seinen Spezi Guttenberg gern bald wieder „dahoam“.

Washington. Der ehemalige Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg (41) plant derzeit keine Rückkehr in die deutsche Politik. „Meine Familie und ich sind dafür zu glücklich in den Staaten“, sagte er am Donnerstag (Ortszeit) am Rande einer Konferenz des Analyseinstituts Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington.

Guttenberg wies damit Medienberichte zurück, in denen über eine Heimkehr pünktlich zur Bundestagswahl im kommenden Jahr spekuliert worden war. Der über eine Plagiatsaffäre um seine Doktorarbeit gestolperte CSU-Politiker arbeitet in den USA für das CSIS. Bei der Konferenz legte Guttenberg in einem Vortrag seine Vorstellungen von der „Zukunft der transatlantischen Geschichte“ dar.

Dabei forderte der ehemalige Politiker unter anderem, Deutschland müsse seine Führungsrolle innerhalb der EU mehr akzeptieren. „Nur Deutschland kann die Strukturprobleme Europas in den Griff kriegen“, sagte er.

Nicht nur Beifall fand der Ex-Minister bei einem jüngsten Vortrag über internationale Beziehungen an der Elite-Universität Yale (Connecticut). Wie die Campuszeitung „Yale Daily News“ berichtete, verließen etwa 15 deutsche Doktoranden am Mittwoch unter lautem Protest den Vorlesungssaal, als Guttenberg zu sprechen begann.

Zuletzt hatte Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) laut darüber nachgedacht, Guttenberg in die bayerische Politik zurückzuholen. Doch Guttenberg hält dies offensichtlich für zu früh. Prompt spottete Bayerns SPD-Landeschef Florian Pronold am Freitag: „Der gescheiterte CSU-Lügenbaron zeigt Seehofer die kalte Schulter und denkt nicht daran, in die Niederungen der deutschen Politik zurückzukehren.“ Damit sei wieder eine von Seehofers Luftblasen geplatzt.

Guttenberg war im Frühjahr 2011 als Bundesverteidigungsminister und von seinen übrigen politischen Ämtern wegen seiner in großen Teilen abgeschriebenen Doktorarbeit zurückgetreten. Der einstige junge Hoffnungsträger der Union wanderte wenige Monate später mit seiner Familie in die USA aus. (dpa/dapd)