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Mittwoch, 04.10.2017

Gutes Weinfest, schlechtes Weinfest

Am Hahnemannsplatz zieht der neue Veranstalter ein positives Resümee. Beim Parken muss sich etwas ändern, finden Anwohner.

Gute Tropfen von Müller-Thurgau bis zu diversen Federweißen konnten Gäste während des Weinfestes genießen. Der Eindruck der Händler: 2017 ging es insgesamt gemütlicher zu, ohne dass weniger getrunken worden wäre.
Gute Tropfen von Müller-Thurgau bis zu diversen Federweißen konnten Gäste während des Weinfestes genießen. Der Eindruck der Händler: 2017 ging es insgesamt gemütlicher zu, ohne dass weniger getrunken worden wäre.

© Claudia Hübschmann

Meißen. Alles richtig gemacht? „Nein, das sicher nicht“, sagt Immobilienmakler Maik Lehmann, nachdem er am vergangenen Weinfest-Wochenende erstmals als Veranstalter und Marktmeister für das Treiben auf dem Meißner Hahnemannsplatz verantwortlich zeichnete. Hier und da habe es noch kleinere Probleme mit der nicht immer glücklich gewählten Reihenfolge von Show-Acts und Bands oder Doppelungen gegeben. Auch zwei vis á vis angeordnete Cocktail-Stände oder sich nicht gerade wohlwollend betrachtende Händler in direkter Nachbarschaft würden sich bei einer möglichen Neuauflage wohl nicht wiederholen. „Trotzdem“, findet Lehmann, „das Teilfestgelände Hahnemannsplatz mit einer komplett durchmoderierten Bühne an allen Tagen war ein Erfolg.“ Das hätten die vielen positiven Rückmeldungen und der insgesamt erfreuliche Andrang gezeigt.

Impressionen vom Meißner Weinfest

Erstmals hatten Lehmann und Kollegen seines Immobilienbüros die Verantwortung über den gesamten Platz übernommen – in enger Absprache mit dem Gewerbeverein als Gesamtveranstalter. Da Lehmann mit Programm und Resonanz in den vergangenen Jahren nicht immer zufrieden war, packte er mit seinen Mitstreitern beim diesjährigen Weinfest selber an, organisierten den Ausschank von Weinen von Tim Strasser, Schloss Proschwitz und der Winzergenossenschaft sowie von Bier aus der Schwerter-Brauerei, Cocktails, Bowle sowie alkoholfreien Getränken.

Im nächsten Jahr wolle man noch einen Weinstand mehr dazu nehmen, kündigt Lehmann an, dass er sich eine Neuauflage sehr gut vorstellen könnte – auch wenn das Engagement ihm und der Immobilienfirma „keinen Gewinn“ einbringe. Die über ein Dutzend Standbetreiber am Hahnemannsplatz als auch die Gäste auf den insgesamt 65 Biertischgarnituren seien positiv von dem neuen Konzept überrascht gewesen. Bei der Organisation habe auch der Veranstaltungsexperte und CDU-Stadtrat Martin Schade wertvolle Hilfe geleistet, betont Lehmann ausdrücklich.

Schade hatte zuletzt neben anderen Arealen auch das Geschehen am Hahnemannsplatz organisiert. Etwas weniger Gäste als 2016, die aber noch mehr Durst auf leckeren Wein hatten, registrierte Annekatrin Rades vom Weingut Strasser während des Weinfestes. So habe man an den Ständen in der Lorenzgasse und auf dem Markt mehr Gläser und Flaschen verkauft. „Vor allem das Interesse und gezielte Fragen nach speziellen Abfüllungen haben uns überrascht und gefreut“, so Rades.

Ebenso habe sie erfreut, dass selbst am verregneten Sonntagvormittag viele Leute gekommen seien. „Ich habe auch mehr Sicherheitspersonal als sonst gesehen und mich damit gut gefühlt“, verrät die Partnerin von Winzer Tim Strasser. Darüber hinaus sei das musikalische Angebot beim diesjährigen Weinfest „sehr gut gewesen“. Also alles bestens? Nicht ganz. Vor allem auf der Facebook-Seite der SZ Meißen sprechen Besucher auch Missstände an: „Anwohner, die arbeiten waren, konnten Ihre Kfz auf der anderen Elbseite parken, blieb Ihnen ja nix anderes übrig, danke Gewerbeverein Meissen“, schrieb eine Nutzerin.

Das leidige Parkthema sollte endlich Thema im Stadtrat werden, kommentiert ein anderer. Seit Jahren fordern Anwohner kostenlose Parkflächen in der Innenstadt. Auch, dass es seitens des Ordnungsamtes ansässigen Geschäftsinhabern nicht gewährt wird, kostenfrei eine Biertischgarnitur (ohne Ausschank) vor dem jeweiligen Laden aufzustellen, stieß während des Weinfestes mehrfach auf Kritik.