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Mittwoch, 06.09.2017

Gute Nachrichten für Naturschutzstation

In diesem und kommenden Jahr gibt es vom Freistaat 34 000 Euro. Damit lässt sich eine feste Stelle und bessere Technik bezahlen.

Von Marcus Herrmann

Praktischer Unterricht für Schulklassen in der Naturlandschaft am Schloss Heynitz gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Pädagogen.
Praktischer Unterricht für Schulklassen in der Naturlandschaft am Schloss Heynitz gehört zu den wichtigsten Aufgaben der Pädagogen.

© privat

Nossen/Heynitz. Wie Ostern, Geburtstag und Weihnachten an einem Tag. So habe es sich angefühlt, als sich im April dieses Jahres konkretisierte, dass der Freistaat alle vier Naturschutzstationen, die im Landkreis Meißen vom Nabu (Naturschutzbund) betreut werden, mit einer finanziellen Zuwendung unterstützt. Das erzählt Tanja Schumann, Vorsitzende der Nabu-Regionalgruppe Meißen.

Eine der vier Stationen ist die im und um das Schloss Heynitz in Nossen. „Für das laufende und das kommende Jahr haben wir für die hiesige Station jeweils 34 000 Euro zugesichert bekommen“, freut sich Schumann, die wie die Pädagogen vor Ort schon viele Jahre für eine Förderung kämpft. Noch, sagt sie, müsse verhandelt und das Verfahren richtig in Gang gebracht werden. Dass das Geld fließt, sei aber seit zwei Wochen sicher. Wie es 2019/20 aussehe, wisse man jedoch noch nicht.

„Zunächst können wir nun einplanen, in diesem Jahr Investitionen etwa in neues Büromaterial, Technik und Räumlichkeiten zu tätigen. Möglichst ab Anfang 2018 werden wir außerdem einen festen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin einstellen“, so Schumann. Auch Praktikanten oder Bundesfreiwillige seien nun eine Option.

Ausschreiben könne man mit den Zuschüssen eine Dreiviertel-Stelle. Das restliche Geld werde man für Mieten und sonstige laufende Kosten gebrauchen. Gesucht werde ab sofort nach jemand Geeignetem für die Stelle als Leiter der Naturschutzstation. „Wir wollen die Ausschreibung dafür so schnell wie möglich anfertigen, geben uns hier aber eine Frist bis etwa Ende Oktober.“ Voraussetzung für Bewerber sind etwa gute Biologie-Kenntnisse oder Fähigkeiten in anderen Naturwissenschaften, aber auch soziale Kompetenzen oder ein ausgeprägtes bürgerliches Engagement.

Die wichtigste Aufgabe für die neue Leitung sei es, Veranstaltungen für Schulkassen oder Hortgruppen zu organisieren. Bisher kümmern sich an der Naturschutzstation sechs Pädagogen auf Honorarbasis darum. „300 bis 400 Kinder lernen pro Jahr bei uns etwas über das Leben auf dem Bauernhof. Insgesamt sind es sieben Grundschulen und Hortgruppen aus Meißen, Nossen, Klipphausen, Burkhardswalde und Krögis, die regelmäßig hier lernen“, berichtet Eike von Watzdorf. Er ist einer der Pädagogen und stellvertretender Vorsitzender der Nabu-Regionalgruppe. Zu den Schwerpunkten der Arbeit gehören öffentliche Naturschutztage zu verschiedenen Themen, Ausstellungen oder das Anlegen verschiedener Blühflächen im Schlosshof und Park.

Mit Hilfe der zusätzlichen Fördergelder wolle man die Aufgabenfelder im nächsten Jahr erweitern. „Dazu gehören Gutachten und Fachplanungen von Naturschutzmaßnahmen, zum Beispiel Biotoppflege aber auch Bachpatenschaften und Dorfinitiativen“, so von Watzdorf. Des Weiteren zählt er dazu, kleinbäuerliche Aktivitäten im ländlichen Raum zu stärken. Das gehe von der stärkeren Nutzung von Streuobstwiesen bis zur Schaf- und Ziegenhaltung. Auf dem Gelände von Schloss Heynitz selbst wolle man mittels Info-Tafeln, Schaubeeten, Blühflächen und verbesserter Teichgestaltung tätig werden.

Auf lange Sicht plant der Nabu für die Heynitzer Naturschützer außerdem einen festen, eigenständigen Sitz – womöglich im neben dem Schloss gelegenen Fachwerkhaus. „Das ist geplant, hängt aber auch an der möglichen Förderung über 2018 hinaus“, so Tanja Schumann. Zunächst komme man mit dem Büro im Schloss noch gut aus.