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Mittwoch, 06.12.2017 Gut zu wissen

Gute Aussichten für Handwerker

Die Betriebe im Landkreis haben in diesem Jahr kräftig investiert. Die meisten blicken optimistisch nach vorn.

Von Franz Werfel

Im Landkreis ist das Metall-Gewerbe stark vertreten. Nicht nur große Betriebe wie der Metallbauer G.S. Stolpen haben in diesem Jahr ordentlich investiert, sondern auch viele kleine. Das ist ein Hinweis auf die derzeit gute Konjunktur im Handwerk.
Im Landkreis ist das Metall-Gewerbe stark vertreten. Nicht nur große Betriebe wie der Metallbauer G.S. Stolpen haben in diesem Jahr ordentlich investiert, sondern auch viele kleine. Das ist ein Hinweis auf die derzeit gute Konjunktur im Handwerk.

© Dirk Zschiedrich

Sächsische Schweiz/ Osterzgebirge. Prall gefüllte Auftragsbücher, gestiegene Umsätze, niedrige Zinsen für Investitionen – auch das Handwerk in der Region profitiert von der starken wirtschaftlichen Situation im ganzen Land. Diesen Eindruck belegt die aktuelle Herbstbefragung der Dresdner Handwerkskammer. Die Kammer fragt zweimal jährlich – je im Frühjahr und im Herbst – ihre Mitgliedsbetriebe in Ostsachsen nach der Stimmung. Diese ist im regionalen Handwerk seit drei Jahren sehr gut. Der Geschäftsklimaindex erreicht mit 63 von 100 möglichen Punkten ein neues Allzeithoch. Im Vergleich zum Vorjahr ist er um zwölf Punkte gestiegen.

Von den mehr als 22 000 Handwerksbetrieben in Ostsachsen hat die Kammer rund 4 300 befragt. Etwa 560 Betriebe schickten ihre Antworten zurück. Die SZ stellt die drei wichtigsten Ergebnisse der aktuellen Befragung vor.

Ergebnis 1: Anhaltend gute Stimmung in den Betrieben

70 Prozent der befragten Betriebe im Landkreis beurteilen ihre derzeitige Geschäftslage als gut. Das waren genau so viele wie bei der Frühjahrs-Umfrage vor einem halben Jahr. Auffällig ist: Zwei von drei Betrieben gehen davon aus, dass sich ihre Geschäfte auch künftig positiv entwickeln werden. Das ist für die im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge traditionell eher vorsichtig-optimistischen Handwerker ein hoher Wert. Bei rund einem Drittel aller Betriebe sind die Umsätze gestiegen, nur 13 Prozent der Handwerker melden rückläufige Umsatzzahlen. Der Großteil registriert gleichbleibende Umsätze.

Ergebnis 2: Die gute Lage erlaubt mehr Investitionen

Wenn sich Betriebe neues Werkzeug oder Maschinen anschaffen können, heißt das in der Regel, dass die Geschäfte gut laufen. Geld ist da, um die Zukunft zu gestalten. 42 Prozent der befragten Firmen im Landkreis gaben an, dass sie in den vergangenen drei Monaten nennenswert in ihr Unternehmen investiert haben. Das ist der höchste Wert im gesamten Kammerbezirk der Handwerkskammer Dresden. Zu diesem gehören neben der Landeshauptstadt auch die Landkreise Meißen, Görlitz, Bautzen sowie Sächsische Schweiz-Osterzgebirge. Die Region profitiere von ihrer Nähe zum boomenden Dresden. „Die Investitionen der Handwerker sind ein starkes Indiz für die gute Konjunktur, die derzeit im Landkreis und in Ostsachsen herrscht“, sagt Andreas Brzezinski, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Dresden. Diese gute Lage, so Brzezinski, sollte zugleich ein Ansporn sein, um die Wettbewerbsfähigkeit des Handwerks weiter zu stärken. „Die Weichen für die Zukunft können jetzt gestellt werden.“

Stabil ist auch die Beschäftigung im Handwerk. Im dritten Quartal dieses Jahres haben die Handwerker neue Mitarbeiter eingestellt. Laut der Handwerkskammer gebe es deutliche Anzeichen, dass die Handwerksmeister mehr Fachkräfte einstellen würden, wenn sie geeignetes Personal fänden.

Brezinski fordert Investitionen in den Breitbandausbau und mahnt die Landesregierung, das Programm Regionales Wachstum wieder einzuführen. Das sei bereits im Koalitionsvertrag zwischen CDU und SPD vereinbart. Mit dem Programm hat der Freistaat von 2006 bis 2009 Investitionen in strukturschwachen Regionen gefördert. Ziel war es dabei, qualifizierte Dauerarbeitsplätze oder Ausbildungsplätze zu schaffen und so die Wettbewerbsfähigkeit kleiner Unternehmen zu verbessern.

Ergebnis 3: Nicht allen Branchen geht es gleichermaßen gut

Die tragenden Säulen der derzeitigen Konjunktur sind die Bau- und die Ausbaubranche. Mit gut 70 Punkten im Geschäftsklimaindex sind sie Spitzenreiter. Deutlich unter dem Durchschnitt bewegt sich mit 41 Punkten das Lebensmittelhandwerk wie Bäcker und Fleischer sowie Betriebe, die für den persönlichen Bedarf der Kunden arbeiten, also beispielsweise Friseure, Schuhmacher und Fotografen. Zwar haben auch in diesen beiden Branchen die Umsätze kontinuierlich leicht zugelegt – allerdings konnte das die gestiegenen Kosten für das Personal nicht kompensieren. Vor allem im Lebensmittelhandwerk wird nun auf ein starkes Weihnachtsgeschäft gehofft.