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Freitag, 02.02.2018

Grüne kritisieren Hafenausbau

Die verkehrspolitische Sprecherin der Partei argumentiert mit einem Tonnage-Rückgang. Der Hafenbetreiber mahnt, sich den Wasserweg nicht zu verbauen.

Von Britta Veltzke

Die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Katja Meier, hat erneut geplante Investitionen in den Riesaer Hafen infrage gestellt.
Die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Katja Meier, hat erneut geplante Investitionen in den Riesaer Hafen infrage gestellt.

© Sebastian Schultz

Riesa. Die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Katja Meier, hat erneut geplante Investitionen in den Riesaer Hafen infrage gestellt. „Wenn ein Unternehmen wie die SBO über 90 Prozent ihres Umschlags nicht per Schiff, sondern per Bahn und Lkw realisiert, kann man nicht mehr von einem Hafenbetrieb sprechen, sondern von einem mit Steuergeld subventionierten Logistikunternehmen mit einer kleinen Hafensparte.“ In diesem Zusammenhang stelle sich wieder die Frage nach der Sinnhaftigkeit eines Millionen teuren Hafenausbaus, so Meier.

Der Hafenbetreiber, die Sächsischen Binnenhäfen Oberelbe (SBO), konnte 2017 insgesamt gestiegene Umschlagzahlen vermelden. Per Schiff wurden jedoch 17 Prozent weniger Tonnage transportiert. SBO-Geschäftsführer Heiko Loroff erklärt das auch mit der 15 Jahre währenden Vernachlässigung der Elbe. Er mahnt, sich den Wasserweg nicht zu verbauen. „Schon im Sinne nachfolgender Generationen. Genau daraufhin zielt das 2017 beschlossene Elbgesamtkonzept.“

Zudem verteidigt er die geplante Investition in das neue Containerterminal in Riesa, das größtenteils mit Fördergeldern finanziert werden soll. „Das ist ein Infrastrukturausbau wie jeder andere. Auch Schienen und Autobahnen werden aus Steuermitteln finanziert. Wie der Hafen stehen diese Verkehrswege am Ende auch anderen zur Verfügung.“ Straßen und Schienen seien bereits voll ausgelastet. „Die Umweltverbände legen doch immer höchsten Wert darauf, Güter von den Straßen zu holen. Die Elbe ist eine Lösung – vor allem für Schwerlasttransporte, die auf keinen Zug und keinen Lkw passen“, so Loroff.