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Donnerstag, 17.09.2015

Großauftrag für Waggonbau Niesky

Bis zum vergangenen Jahr bangten die Mitarbeiter des ostsächsischen Traditionsbetriebes um ihre Zukunft. Nun sind die Auftragsbücher gut gefüllt. Und am Samstag wird Geburtstag gefeiert.

Mit einem Tag der offenen Tür feiert Waggonbau Niesky an diesem Samstag seinen 180. Geburtstag.
Mit einem Tag der offenen Tür feiert Waggonbau Niesky an diesem Samstag seinen 180. Geburtstag.

© Archivbild: dpa

Niesky. Das Unternehmen Waggonbau Niesky will voraussichtlich im Oktober mit dem Bau von Spezialwaggons für den Eurotunnel zwischen England und Frankreich beginnen. „Wir sind gerade dabei, die entsprechenden Hallen dafür einzurichten und die Vorrichtungen aufzubauen“, sagte Prokurist Peter Schulze der Deutschen Presse-Agentur. Für die Fertigung der extrabreiten und schweren Waggons hat das Unternehmen eine neue Krananlage in einer der Fertigungshallen einbauen lassen, die doppelt so viel Gewicht bewegen kann wie die bisherige. Die Waggons für die Betreibergesellschaft der unterirdischen Verbindung im Ärmelkanal wiegen bis zu 40 Tonnen.

Zunächst sollen drei Spezialzüge mit insgesamt 111 Wagen für den Eurotunnel geliefert werden. Neun weitere Züge mit 315 Wagen sind als Option vertraglich festgeschrieben. Die ersten Untergestelle sollen ab Februar 2016 nach Frankreich geliefert werden. Die Waggons sind für den Transport von Lastwagen vorgesehen. Das Eurotunnelprojekt ist nach eigenen Angaben mit einem Volumen von rund 120 Millionen Euro der größte Einzelauftrag in der Firmengeschichte. Auch für die Schweizer Bundespost fertigt das Unternehmen Waggons.

2014 lag der Umsatz des Unternehmens bei rund 49 Millionen Euro, für dieses Jahr sind 73 Millionen Euro eingeplant. „Die Auftragsbücher sind bis Ende 2016 voll“, sagte Schulze.

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Die Geschichte des ostsächsischen Betriebes reicht bis ins Jahr 1835 zurück: Mit einem Tag der offenen Tür feiert Waggonbau Niesky an diesem Samstag seinen 180. Geburtstag. Besucher können das Werk besichtigen, Schauvorführen an den Maschinen stehen auf dem Programm. Auch Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) hat sich angekündigt.

Waggonbau Niesky hatte 2007 Insolvenz angemeldet, im Juli 2008 übernahm die Deutsche Bahn AG das Unternehmen. Seit vergangenem Jahr gehört das Traditionsunternehmen mit 262 Mitarbeitern und 21 Azubis zur Münchner Unternehmensholding Quantum. „Uns ist es seit Sommer 2014 in einem sehr schwierigen Marktumfeld mit nur geringen Wachstumsraten gelungen, ein stabiles und auf die Zukunft gerichtetes Business aufzubauen“, erklärte Geschäftsführer Thomas Steiner. (dpa)

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