erweiterte Suche
Freitag, 18.08.2017 Aus dem Gerichtssaal

Graffiti-Schmierer erneut verurteilt

Gegen ein Urteil des Amtsgerichtes Meißen hatten Angeklagte und Staatsanwälte Berufung eingelegt. Nun hat das Landgericht entschieden.

Von Jürgen Müller

Mit Spraydosen sorgten zwei Angeklagte für Ungemach in Nossen. Dafür wurden ihre bereits verhängten Geldstrafen nun noch einmal erhöht.
Mit Spraydosen sorgten zwei Angeklagte für Ungemach in Nossen. Dafür wurden ihre bereits verhängten Geldstrafen nun noch einmal erhöht.

© dpa

Meißen/Dresden. Es war ein Indizienprozess, doch die Indizien gegen die beiden Graffiti-Schmierer B. und E. waren eindeutig, die Indizienkette lückenlos. Und so verurteilte das Amtsgericht Meißen das Duo zu Geldstrafen von 2 100 für B. und 1400 Euro für E. Die beiden hatten mit weiteren, nicht ermittelten Tätern in Nossen einen Regionalzug der Deutschen Bahn großflächig auf 120 Quadratmetern mit Graffiti besprüht. Dabei filmten sich die Täter selbst.

Sie waren zwar vermummt, aber auf dem Film war zum Beispiel eine auffällige Uhr zu sehen, die einer der beiden Angeklagten auch zur Gerichtsverhandlung in Meißen trug.

Am nächsten Tag kreuzen sie auf dem Hauptbahnhof in Leipzig, wohin der Zug gefahren ist, auf und wollen Fotos von ihrem „Kunstwerk“ machen. Dabei werden sie von Polizisten erwischt. Sie hauen ab, werden aber von den Beamten eingeholt. An ihrer Kleidung und an den Schuhen finden sich Reste von Farben, die auf dem Zug zu finden sind.

Im Auto der jungen Männer liegen leere und volle Sprühflaschen, Sprühköpfe, ein Laptop, ein Stativ, eine Kamera, ein Video von der nächtlichen Aktion in Nossen und schließlich auch eine Vorlage mit Tags, die mit denen auf dem Zug übereinstimmen. Die Tatverdächtigen liefern auch freiwillig ihrer Handys ab. Anhand der Kurznachrichten kann von der Polizei nachverfolgt und dokumentiert werden, dass sie sich für die nächtliche Aktion absprachen. In dem Fahrzeug werden auch Hotelrechnungen für die Tatzeit gefunden. Dort haben die Angeklagten vor ihrer nächtlichen Tat in Nossen übernachtet.

Verteidiger Thorsten Hönnscheidt aus Dortmund, der wie auch sein Kollege für die Angeklagten in der Meißner Verhandlung Freispruch forderte, hatte dort schon vor der Urteilsverkündung getönt, dass er der Urteil nicht anerkennen und in Berufung gehen werde. Das hat er nun wie sein Kollege getan. Und ist gescheitert. Die Berufung der beiden Angeklagten wurde verworfen. Dennoch bleibt es nicht bei dem Urteil. Denn auch die Staatsanwaltschaft hatte Berufung eingelegt. Ihr war das Strafmaß zu gering.

Das Landgericht erhöhte nun die Geldstrafen auf 2 700 Euro für B. und 1 620 Euro für E. Außerdem müssen sie die Verhandlungskosten tragen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.