Freitag, 16.11.2012
Gold bleibt ein Dauerbrenner
Trotz sinkender Goldnachfrage bleiben die Fachleute gelassen: Die „Krisenwährung“ Nummer eins dürfte weiter gefragt bleiben. Das liegt nicht nur an wichtigen Märkten wie Indien und China, sondern auch am steigenden Interesse der Finanzindustrie.
Goldbarren der Deutschen Bundesbank in Frankfurt am Main. Symbolfoto: dpa
Frankfurt/Main. Die weltweite Nachfrage nach Gold ist im dritten Quartal deutlich geringer ausgefallen als im Vorjahr. Experten rechnen jedoch damit, dass das gelbe Edelmetall dauerhaft gefragt bleibt. Inflationsängste treiben Finanzinvestoren an den Markt. Außerdem kommt die Schmuckindustrie in Indien wieder in Gang, und die chinesische Wirtschaft scheint ihre Schwächephase überwunden zu haben.
Von Anfang Juli bis Ende September ist die globale Goldnachfrage im Jahresvergleich um elf Prozent gesunken, wie die jüngste Statistik des World Gold Council (WGC), einem Lobbyverband der Minenindustrie, zeigt. „Der WGC-Bericht für das dritte Vierteljahr brachte teilweise überraschende Erkenntnisse“, sagt Rohstoff-Experte Eugen Weinberg von der Commerzbank. Vor allem Münzen und Barren seien unerwartet wenig gefragt gewesen.
Insbesondere in Europa und China ging die Kauflaune zurück. „Chinas Nachfrage war mit 53 Tonnen beziehungsweise einem Minus von zwölf Prozent gegenüber dem Vorjahr überraschend niedrig“, erklärt Weinberg. Allerdings dürfte es sich eher um eine Momentaufnahme als um einen langfristigen Trend handeln. „Da sich die chinesische Wirtschaft nach dem schwachen Wachstum im dritten Quartal stabilisiert hat, dürfte auch die chinesische Goldnachfrage wieder Fahrt aufnehmen.“
Goldverbraucher-Schwergewicht meldet sich zurück
Zudem meldet sich ein weiteres Schwergewicht am Markt für physisches Gold zurück, das zuletzt geschwächelt hatte. Indien, dessen Schmuckindustrie seit jeher eine treibende Kraft ist, hat nach einem Nachfrageeinbruch von rund 30 Prozent im zweiten Quartal einen Anstieg um neun Prozent im dritten Vierteljahr verbucht. Der Branchenverband WGC sieht „Anzeichen einer Erholung“.
Ein weiterer Grund, warum Analysten langfristig mit stabiler Nachfrage rechnen, ist die steigende Bedeutung bei Finanzanlegern. „Gold beginnt ein Teil der Finanzindustrie zu werden“, sagt WGC-Geschäftsführer Marcus Grubb. Die extrem lockere Geldpolitik der führenden Notenbanken könnte Investoren künftig verstärkt in sogenannte sichere Häfen treiben. Gold gilt in Sachen Vermögenserhalt traditionell als Krisenwährung Nummer eins.
Je mehr Liquidität Notenbanker in den Bankensektor pumpen, desto gefragter ist in der Regel das Edelmetall. Und um die schwächelnde Weltwirtschaft vor dem Absturz zu bewahren, geben die US-Notenbank Fed, die Europäische Zentralbank sowie die Bank of Japan und die Bank of England geldpolitisch Vollgas. Die Geldmengen wurden ausgeweitet wie nie zuvor. Nicht wenige Experten rechnen damit, dass dies den Geldwert langfristig verwässert.
Profi-Anleger setzen schon lange auf diesen Trend. So hat der weltgrößte Goldfonds „SPDR Gold Trust“ mit rund 1.300 Tonnen mittlerweile mehr Gold im Bestand als die Schweizer Notenbank und rangiert auf Platz sechs der größten Goldbesitzer weltweit. Ohnehin enttäuschte die Nachfrage im dritten Quartal lediglich im Jahresvergleich - gegenüber dem Vorquartal legte sie laut WGC um zehn Prozent zu. (dpa)
Empfehlung - Gold bleibt ein Dauerbrenner
Frankfurt/Main. Die weltweite Nachfrage nach Gold ist im dritten Quartal deutlich geringer ausgefallen als im Vorjahr. Experten rechnen jedoch damit, dass das gelbe Edelmetall dauerhaft gefragt bleibt. Inflationsängste treiben Finanzinvestoren an den Markt. Außerdem kommt die Schmuckindustrie in Indien wieder in Gang, und die chinesische Wirtschaft scheint ihre Schwächephase überwunden zu haben.(...)
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