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Dienstag, 05.12.2017

Görlitzer planen Großkundgebung

Die IG Metall hat dazu auch Kanzlerin Merkel eingeladen. Im Advent fällt der Protest stiller aus.

Siemens-Mitarbeiter protestieren in Görlitz bei einer Demonstration gegen die Schließung des Siemens-Werkes und den Stellenabbau beim Schienenfahrzeughersteller Bombardier.
Siemens-Mitarbeiter protestieren in Görlitz bei einer Demonstration gegen die Schließung des Siemens-Werkes und den Stellenabbau beim Schienenfahrzeughersteller Bombardier.

© dpa

Einladungen zu einem Besuch nach Görlitz flattern in diesen Tagen häufig auf den Tisch der geschäftsführenden Bundeskanzlerin Angela Merkel. Erst schrieb ihr der Görlitzer OB und lud sie in die Stadt an der Neiße ein, jetzt bekam sie Post von der IG Metall aus Bautzen. Jan Otto, Bevollmächtigter der Gewerkschaft in Ostsachsen, kündigt in dem Schreiben eine Großdemonstration der Beschäftigten von Bombardier und Siemens in Görlitz für den 19. Januar an. „Wir haben Bundeskanzlerin Angela Merkel eingeladen, uns an diesem Tag zu begleiten oder aber auf der Kundgebung zu den Bürgern der Stadt Görlitz und den Beschäftigten von Siemens und Bombardier zu sprechen“, sagt Otto. „Gerade von Angela Merkel erwarten wir als ein Kind des Ostens, dass sie die Menschen in unserer Region unterstützt.“

Von Bombardier und von Siemens fordert die Gewerkschaft Zukunftskonzepte, um die Werke und die Arbeitsplätze in Görlitz zu erhalten. Von der Politik sollten die Konzerne unterstützt werden, appelliert die IG Metall. Die Demonstration wird von den Werken über den Brautwiesenplatz zum Marienplatz führen. Dann werden auch wieder die Trommler aus dem Siemens-Werk auf die Straße gehen. Jetzt, in der Adventszeit, hat die Siemens-Belegschaft eher stille Formen des Protestes vorgesehen. So werden die Mitarbeiter heute, 17 Uhr, im Görlitzer Siemens-Werk symbolisch für fünf Minuten alle Lichter ausschalten. Diese Aktion findet anlässlich des Todestages von Werner von Siemens statt, der sich am heutigen 6. Dezember zum 125. Male jährt.

Ronny Zieschank, stellvertretender Betriebsratsvorsitzender, sagt dazu: „Wenn der Standort Görlitz geschlossen wird, stirbt Werner von Siemens für uns zum zweiten Mal.“ Und der Erste Bevollmächtigte, Jan Otto, fügt an: „Gerade jetzt in der Vorweihnachtszeit möchten wir mit dieser ruhigen Protestaktion allen die Möglichkeit zur Besinnung und Siemens die Möglichkeit geben, seine Planungen zu überdenken.“

Am Mittwoch in einer Woche wird es um 17 Uhr eine Lichterkette um das Görlitzer Siemens-Werk geben. Am 19. Dezember beteiligen sich auch Görlitzer Siemensianer an einem Weihnachtssingen vor der Siemens-Zentrale in München. Das ist ein Test für das Weihnachtssingen zwei Tage darauf, am 21. Dezember, 19 Uhr, vor dem Görlitzer Werktor. Nach Angaben der Gewerkschaft sollen demnächst auch ergebnisoffene Gespräche auf Wunsch der Siemens-Konzernleitung stattfinden. Das seien aber keine Verhandlungen zwischen beiden Seiten. Ehe es dazu kommt, erklärt Jan Otto, müsse Siemens die Werksschließungen vom Tisch nehmen. (SZ)

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