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Freitag, 18.03.2016

Gläserne Manufaktur wird Schaufenster für Elektromobilität und Digitalisierung

Offenbar plant der Volkswagen-Konzern, das Gebäude am Straßburger Platz in ein Info-Zentrum zu verwandeln. Die Mitarbeiter wollen die Hoffnung auf eine Rückkehr zur Automobilfertigung aber nicht aufgeben.

Von Nora Miethke

Das ist der letzte Phaeton . Er lief am Freitag  in der Gläsernen Manufaktur vom Band.
Das ist der letzte Phaeton . Er lief am Freitag in der Gläsernen Manufaktur vom Band.

© VW/Oliver Killig

Dresden. Eine Ära geht zu Ende: In der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden wurde am Freitag der letzte Phaeton montiert.

Wenn die Produktionsmitarbeiter ihre weißen Anzüge für die nächsten Jahre in den Spind gehängt haben, wird die Fabrik im Stadtzentrum Dresdens umgebaut und eröffnet am 8. April als Schaufenster der Marke Volkswagen für Elektromobilität und Digitalisierung. Die Besucher können dann auf spielerische wie informative Art hautnah erleben, wie bei VW die Zukunft der Mobilität aussieht.

Was konkret zu sehen sein wird, wurde noch nicht verraten. Fest steht jedoch, dass die Beschäftigung der Stammbelegschaft gesichert ist. In Dresden werden rund 100 Mitarbeiter weiter arbeiten können. Die übrigen 400 Mitarbeiter müssen ins 115 Kilometer entfernte VW-Werk in Zwickau pendeln.

Sie hoffen auf eine Rückkehr, um den E-Phaeton oder - wie auch immer das angekündigte voll elektrische Oberklassemodell von VW heißen wird -zusammen bauen zu können. „Die Belegschaft und dieser einzigartige Standort haben es verdient, dass in Dresden bald wieder Fahrzeuge in höchster Qualität vor den Augen der Kunden und Besucher montiert werden“, mahnte Thomas Aehlig, Betriebsratschef in der Gläsernen Manufaktur. Siegfried Fiebig, Sprecher der Geschäftsführung der Volkswagen Sachsen GmbH lobte zum Abschied die „hervorragende Manufakturkompetenz“, die die Mitarbeiter in Dresden und Zwickau bewiesen hätten und die im Konzern „bekannt und geschätzt“ sei.

In Zwickau wurde die Karosserie der Luxuslimousine gefertigt. Richtig gestrahlt hat der „Phaeton“, was übersetzt „der Leuchtende“ heißt, in den vergangenen 15 Jahren nie. Bis zu 20 000 Fahrzeuge wollte VW im Jahr bauen. Mehr als 11 166 Phaetons im Rekordjahr 2011 wurden es nicht. Im vergangenen Jahr lag die Produktion nicht einmal mehr bei 4 000 Wagen. Das angekündigte neue Phaeton-Modell wurde ein Opfer des VW-Abgasskandals.