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Gibt`s jetzt weniger Leserbriefe?

Schon im Sommer hatte ich kritisiert, dass die Anzahl der Leserbriefe stetig zurückgeht. Am Sonnabend waren es noch ganze 11 Leserbriefe zugunsten der immer größeren Werbung auf dieser Seite. Anscheinend passen sie nicht in das Konzept der SZ, da sie überwiegend sehr kritisch sind. Oder sehen Sie das anders? MfG, Hans-Joachim Ladusch

02.12.2016

Sehr geehrter Herr Ladusch,

Sie gehören zu den aufmerksamen Lesern, denen nicht entgangen ist, dass das Leserforum am vergangenen Sonnabend nur eine halbe Seite zur Verfügung hatte. Gelegentlich kommt das vor und ist wahrscheinlich auch schon mal im Sommer passiert. Aber da steckt keine böse Absicht dahinter, niemand will kritische Ansichten unterdrücken. Aber Sie haben schon recht: Es hat etwas mit den Anzeigen zu tun.

Jede Zeitung hat eine sogenannte Blattstruktur. Darin ist festgelegt, welche Seiten in welcher Reihenfolge an welchem Wochentag erscheinen. Da ist zum Beispiel festgeschrieben, dass am Sonnabend eine Seite dem Leserforum zur Verfügung steht. Darüber hinaus verhandeln die Chefredakteure mit dem Verlag, wie viele Anzeigen in welcher Größe auf den Seiten platziert werden dürfen. Damit haben sowohl die Journalisten als auch die Verlagskollegen Planungssicherheit. Für die Leser ist das fast immer nachvollziehbar. Ja, und dann gibt es die Zeit des Weihnachtsgeschäfts im November und Dezember, wo sehr viele Kunden Anzeigen schalten wollen. Die Folge: Die Anzeigenflächen auf den Seiten werden maximal genutzt. Das kann gerade in den von Kunden sehr begehrten Sonnabend-Ausgaben geschehen.

Für den Verlag sind das gute Wochen, denn jetzt wird ein erheblicher Teil des Jahresumsatzes erzielt - und der ist wichtig für das Wohlergehen dieser Zeitung. Denn die SZ finanziert sich nur zur Hälfte über den Zeitungspreis, die andere Hälfte steuern die Anzeigenkunden bei. Wir wollen uns mal nicht ausmalen, sehr geehrter Herr Ladusch, was es bedeuten würde, wenn die Leser für diesen Teil auch noch aufkommen müssten ...

Manchmal schlucken wir Journalisten deshalb in diesen Tagen, dass etwas weniger Platz für Artikel zur Verfügung steht. Aber kann die Redaktion gar nichts dagegen tun? Doch, manchmal kann ein Ausgleich geschaffen werden, auf einer anderen Seite, an einem anderen Wochentag. Sie und andere Leser haben uns ja nachdrücklich daran erinnert, wie wichtig diese Briefseite ist.

Ihr Olaf Kittel

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