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Gibt`s Gutes nur in Sachsen?

In der Rubrik „Gut zu wissen“ geht es ausschließlich um Erfolgsmeldungen aus Sachsen. Das tut mir regelrecht weh, die von mir ansonsten geschätzte SZ so hinterwäldlerisch zu erleben. Entschuldigt, aber das erinnert mich ein wenig (nur ein wenig!) an die DDR-Presse. Gibt`s denn in der Welt nichts, was „gut zu wissen“ wäre?. MfG, Matthias Scheffler

28.04.2017

Sehr geehrter Herr Scheffler,

Sie haben richtig beobachtet: Die Rubrik „Gut zu wissen“ konzentriert sich auf Themen aus Sachsen. Als große Regionalzeitung berichtet die SZ auf den meisten ihrer Seiten über Lokales und über all das, was in Politik, Wirtschaft, Kultur, Sport in der Region passiert. Das ist der wichtigste Grund, warum etwa 600 000 Leser täglich zu dieser Zeitung greifen. Die meisten Redakteure beschäftigen sich deshalb mit lokalen oder regionalen Themen.

Insofern ist es kein Wunder, dass sich auch die noch relativ neue Rubrik in diesem Spektrum bewegt. Eingeführt wurde sie, weil Leser und Redakteure gleichermaßen den Eindruck hatten, dass angesichts notwendiger kritischer Berichte immer mal wieder die positiven Geschichten übersehen wurden. Die Redaktion sucht nun aber gerade nicht nach schlichten Erfolgsmeldungen – das würde ja wirklich nach DDR-Presse klingen – sondern nach starken, manchmal recht versteckten konstruktiven Geschichten, die erst dafür sorgen, dass die SZ ein realistisches, komplexes Gegenwartsbild zeichnen kann. Leicht fällt das der Redaktion übrigens nicht. Sie hat täglich ihre liebe Müh und Not damit, solche Themen zu finden.

Und gute Geschichten gibt`s natürlich nicht nur in Sachsen. In der vergangenen Woche konnten Sie einige in der Sächsischen Zeitung finden. Die vergnügliche „Post aus Prag“ zum Beispiel, in der unser Korrespondent über die Arbeitsgewohnheiten unserer Nachbarn berichtet. Oder der Bericht über die große Boldini-Ausstellung in Rom. Oder die neuesten Entdeckungen aus der Welt der Wissenschaft. Aber nach dem Durchblättern der Ausgaben der letzten Woche stimme ich Ihnen zu: Die Mehrzahl der Berichte aus der großen weiten Welt sind eher kritische, traurige, schwergewichtige Bestandsaufnahmen. Deshalb ist Ihr Urteil „hinterwäldlerisch“ zwar zu hart – aber ein paar mehr gute Geschichten neben all den schwierigen würden die SZ durchaus schmücken. Ob die in der Rubrik „Gut zu wissen“ laufen oder nicht, ist dann eher zweitrangig.

Ihr Olaf Kittel

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