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Samstag, 02.04.2016

Gewandhaus-Öffnung braucht Unterstützer

In Löbau wird erstmals nur übers Internet Geld für eine Aktion gesammelt. Eine Herausforderung gibt es dabei allerdings.

Von Gabriel Wandt

Das Gewandhaus wird am 7. und 8. Mai für interessierte Besucher geöffnet. Zu erleben sind eine Ausstellung, Vorträge und Musik.
Das Gewandhaus wird am 7. und 8. Mai für interessierte Besucher geöffnet. Zu erleben sind eine Ausstellung, Vorträge und Musik.

© Marcel Schröder

Löbau. Es ist in seiner Unabhängigkeit das erste Projekt seiner Art in Löbau: Die Gruppe „Löbau lebt“ hat jetzt ein sogenanntes Crowdfunding-Projekt gestartet, um die geplante Öffnung des Löbauer Gewandhauses am 7. und 8. Mai zu finanzieren. Das teilen die Mitglieder der Gruppe mit. Neben der jüngst gestarteten Kooperation von SZ und Volksbank, die sich vorrangig an Vereine richtet, sind aus Löbau bislang keine größeren Projekte bekannt, die sich dem Trend angeschlossen haben, Geld für öffentlichkeitswirksame Projekte im Internet einzusammeln.

Die Idee dahinter ist einfach: Über einen Betreiber lässt sich eine Internetseite anlegen, auf die Macher von „Löbau lebt“ ihre Idee für das betreffende Mai-Wochenende aufgeschrieben haben. Sie erklären ihr Projekt, erläutern, wie viel Geld sie wofür sammeln wollen – und was Spender als kleine Gegenleistungen erhalten. Die sind nämlich durchaus drin: Wer beispielsweise fünf Euro spendet, erhält eine Dankes-Postkarte, für 50 Euro gibt’s ein T-Shirt und die Karte, für 100 Euro eine Gewandhausführung oder für 250 Euro ein Exponat der Ausstellung.

Gleichzeitig liegt auf der Hand, warum „Löbau lebt“ sich fürs Geldsammeln im Internet entschieden hat. Die Mitglieder hätten zum einen gesehen, dass für ein ähnliches Projekt in Görlitz eine solche Aktion erfolgreich gewesen ist, erklärt Mitstreiter René Seidel. Dementsprechend ist nun auch eine Werbekampagne auf den sozialen Netzwerken im Internet angelaufen. Dazu kommt, dass die Initiative aus jungen, internetaffinen Leuten besteht, die die modernen Wege nutzt. Außerdem nutzen sie die erwähnte Möglichkeit, den Spendern gleichzeitig ein Dankeschön zu übermitteln.

Das Ziel ist trotzdem ehrgeizig: 1 800 Euro will die Initiative einsammeln. Zeit dafür hat sie allerdings nur noch bis 11. April. Denn die Zeit bis zum betreffenden Wochenende im Mai ist nicht mehr lang, die Geldsammelaktion musste vorbereitet und von der Internetplattform freigegeben werden. All das hat etwas mehr Zeit gekostet als von „Löbau lebt“ veranschlagt. Umso mehr hoffen die Initiatoren darauf, dass sie im Internet und in Löbau Gehör finden. „Wir zählen jetzt im Endspurt der Organisation besonders auf die Löbauer und ihre Unterstützung, damit wir bei unserer Ausstellung nicht an den falschen Stellen sparen müssen, sondern alles nach unseren Vorstellungen ausrichten können“, erklärt Seidel.

Wie weit das Spendenziel noch entfernt ist, kann jeder Interessierte auf der Internetseite mitverfolgen. Bis Redaktionsschluss waren schon mehr als 400 Euro zusammengekommen. Zudem ist dort ein Video zu finden, dass die Spendenbereitschaft erhöhen soll. Dazu kommen erläuternde Texte. Über mehrere Wege, wie Überweisung oder Lastschrift, ist das Spenden möglich. Warum „Löbau lebt“ überzeugt ist, dass das Geld der Fans bei ihnen gut angelegt ist, haben sie selbstbewusst formuliert: „Mit dieser Ausstellung wollen wir zeigen, dass eine Ausstellung auch in Löbau modern funktionieren kann und die Stadt wieder Anlaufpunkt für kulturelle Veranstaltungen, abseits der Messehalle, sein kann.“ Die Spender würden zudem nicht nur die Initiative, sondern auch die Stadt selbst unterstützen: „Lasst uns allen Nein-Sagern beweisen, was die Stadt für Potenzial hat“, steht auf der Internetseite. Das eingeworbene Geld wird genutzt für die Herstellung der Exponate der geplanten Ausstellung zur Geschichte des Gewandhauses. Außerdem müssen Befestigungsmittel und Beleuchtung angeschafft werden. Wer sich an dem Projekt beteiligt, gebe der Initiative „die Möglichkeit, unsere Exponate hochwertig herstellen zu lassen und ebenso professionell zu präsentieren“, heißt es.

Unterdessen hat sich auch der Altstadtverein zu der Initiative geäußert. Der Verein begrüßt die Aktion der Initiative und wird sie unterstützen, informiert Vorstandsmitglied Bernd Sockel. Vor einigen Wochen hat es ein Kennenlerntreffen von Verein und Initiative gegeben. Die Mitglieder des Altstadtvereins hätten daraufhin beschlossen, „Löbau lebt“ in besonderer Weise bei ihrem Gewandhausprojekt zu unterstützen. So bietet der Verein seine Beratung an und wird zu den Öffnungstagen des Gewandhauses auch einen Vortrag zur Geschichte des 191 Jahre alten Gebäudes beisteuern. „Auch uns liegt die sinnvolle Nutzung des Gewandhauses in seiner Bedeutung als Südeingang zur Innenstadt sehr am Herzen“, erklärt Sockel.

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