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Donnerstag, 17.05.2018

Gesundheitsministerin im Döbelner Klinikum

Es war nur ein informeller Besuch. Im Hintergrund geht es aber um mehr.

Von Jens Hoyer

Gesundheitsministerin Barbara Klepsch im Gespräch mit Klinikchef Dr. Ralf Lange (rechts) und Dr. Michael Kaduk am Arbeitsplatz für Angiografie.
Gesundheitsministerin Barbara Klepsch im Gespräch mit Klinikchef Dr. Ralf Lange (rechts) und Dr. Michael Kaduk am Arbeitsplatz für Angiografie.

© Jens Hoyer

Döbeln. Sachsen Gesundheitsministerin Barbara Klepsch hat am Mittwoch das Döbelner Klinikum besucht: Rundgang mit Klinikchef Dr. Ralf Lange, Chefärzten und der Spitze der Verwaltung durchs Haus. Notaufnahme, Therapiebecken, orthopädische Abteilung. Dann die Intensivstation. „Wir haben eine stabilen Stammbelegschaft“, erzählt Chefärztin Dr. Anke Gerhardt.

Döbelns Oberbürgermeister Hans-Joachim Egerer (CDU) ist mit bei der Runde. Was kaum noch einer weiß: Das Krankenhaus gehörte mal der Stadt. Vor 25 Jahren hatte die Kommune das Haus an Dr. Karl-Heinz Drogula verkauft. „Das war eine richtige Entscheidung damals“, sagte Egerer. Mit dem Träger hatte die Stadt einen Glücksgriff getan. Drogula hatte das Krankenhaus entscheidend weiterentwickelt, viel gebaut und investiert. Daran arbeitet auch sein Nachfolger Ralf Lange, wenn auch, nach Abschluss der ganz großen Bauvorhaben, mittlerweile mit kleineren Schritten.

„Man darf sich nicht ausruhen und stehen bleiben“, meinte Lange kurz vor der letzten Station, der Angiografie des Krankenhauses. Seit 2011 hatte das Klinikum den Arbeitsplatz aufgebaut, an dem Untersuchungen und Eingriffe am Herzen vorgenommen werden. Bisher darf das Krankenhaus dort nur Notfälle untersuchen und behandeln. Aber als nächster Schritt soll die Angiografie den Regelbetrieb aufnehmen. „Wir haben dafür einen Antrag gestellt. Das Ministerium muss das genehmigen“, sage Martin Preißer, Verwaltungsleiter des Krankenhauses.

Bei der Angiografie wird das Herz der Patienten mit Kontrastmitteln untersucht und bei Bedarf Gefäße erweitert und Stents gesetzt. „Das meiste können wir hier leisten. Die Patienten sind dankbar, wenn sie vor Ort versorgt werden“, sagte Dr. Michael Kaduk, der vom Herzzentrum Coswig nach Döbeln gekommen war. Das Krankenhaus Döbeln sei die einzige Klinik in Mittelsachsen, die die Angiografie anwendet, sagte Ralf Lange. „Wir machen den anderen keine Konkurrenz.“

Derzeit versorgen im Döbelner Klinikum 520 Mitarbeiter die Patienten. Das Krankenhaus verfügt über 195 Betten. Die Auslastung der Klinik lag im vergangenen Jahr bei weit über 90 Prozent – damit ist es an seiner Kapazitätsgrenze angekommen. Die Klinik hat eine Erweiterung der Bettenzahl beantragt – auch das ist eine Entscheidung des Gesundheitsministeriums.