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Donnerstag, 07.12.2017

Gesundheitsamt weitet TBC-Massentest aus

Von bislang 82 ausgewerteten Blutproben der HOGA-Schüler liegen zwölf neue positive Testergebnisse vor. Alle Schüler und Lehrer müssen nun auf die Lungenkrankheit untersucht werden. Es wird weiter unterrichtet.

Von Annechristin Bonß

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Die Hoga Schule auf der Zamenhofstraße in Dresden-Leuben.
Die Hoga Schule auf der Zamenhofstraße in Dresden-Leuben.

© Sven Ellger

Dresden. An der Leubener Hoga-Schule sind deutlich mehr Kinder und Jugendliche mit Tuberkulose infiziert, als bisher gedacht. Nach den ersten Massen-Bluttests steht fest, dass nicht vier Menschen den Erreger in sich tragen, sondern 16, teilte das Dresdner Gesundheitsamt am Donnerstagnachmittag mit. Bislang sei bei 200 Schülern Blut abgenommen worden. Von 82 liegen die Ergebnisse vor. Insgesamt lernen rund 900 Schüler an der Einrichtung auf der Zamenhofstraße – eine Oberschule und ein Gymnasium. Bis Mitte kommender Woche sollen die anderen Jugendlichen getestet werden.

Die neuen Ergebnisse geben keinen Anlass zur Panik, betont das Gesundheitsamt. „Das bedeutet nicht, dass die betroffenen Personen an Tuberkulose erkrankt sind“, sagt Amtsleiter Jens Heimann. „Es sagt lediglich aus, dass sie Kontakt zu ansteckungsfähigen Personen hatten und der Erreger übertragen wurde.“ Bislang zeigten nur zwei Infizierte Symptome wie Husten. Nur sie waren ansteckend. Statistisch gesehen bricht die Krankheit nur bei etwa zehn Prozent der Infizierten aus. Bei allen anderen ist das Immunsystem stark genug, um die Bakterien abzuwehren.

Die Eltern der betroffenen Schüler würden jetzt vom Gesundheitsamt beraten, die Kinder anschließend im Universitätsklinikum weiter untersucht. Dort röntgen Spezialisten die Lunge. Je nachdem, ob die Patienten tatsächlich an Tuberkulose erkrankt sind, würden sie mit verschiedenen Antibiotika behandelt. Andernfalls erhalten sie vorbeugend Medikamente, um einen Ausbruch zu verhindern.

„Um größtmögliche Gewissheit für die Schüler zu erlangen, haben wir entschieden, die bereits laufenden Tuberkulose-Untersuchungen auf alle Personen an den beiden Schulen auszuweiten“, so Heimann. Es sei davon auszugehen, dass weitere Schüler positiv getestet werden. Das Gesundheitsamt ist derzeit mit drei Untersuchungsteams im Einsatz. Am Freitag soll eins dazukommen. Nächste Woche werde noch einmal aufgestockt. Parallel sei die Behörde in Verhandlung, um ein zusätzliches Labor für die Probenauswertung zu gewinnen.

Mit TBC-Bakterien infiziert man sich meistens durch den Kontakt mit bereits Erkrankten. Der Hustenauswurf ist dabei am gefährlichsten. Ob man sich angesteckt hat, sei laut Stadt unter anderem davon abhängig, wie häufig, lange und eng man Kontakt zu dieser Person hatte.

Die Schule selbst soll nicht geschlossen werden, so ein Rathaussprecher. (SZ/sr)

Leser-Kommentare

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Insgesamt 31 Kommentare

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  1. Peter Winter

    Wieso kommt plötzlich diese schwere Krankheit, einst Schwindsucht genannt, wieder vor? Woher kommt sie? Sind die Ursachen bekannt, wäre eigentlich wichtig zu erfahren für den Bürger, wie kann man sich schützen?

  2. Sven

    Der erste Fall liegt schon länger zurück und wurde verduscht . Ja und warum wieder in Deutschland,sage nur Gäste von Merkel

  3. Max

    @Peter Winter: Ihre Fragen lassen sich leicht beantworten, wenn Sie im letzten "Ärzteblatt" nachschauen (auch online): "Im Jahr 2015 kam es dann plötzlich zu einem Anstieg um 29 Prozent (von 4.533 auf 5.865 Neudiagnosen). Die Zunahme war Folge der Migrationswelle von 2014/15, als viele Menschen aus Hochinzidenzländern in Deutschland eintrafen."

  4. Christian Schuett

    Ja es ist bekannt, wo es ploetzlich an vielen Stellen in Deutschland herkommt. Man darf das aber aus Gruenden der politischen Korrektheit nicht benennen.

  5. Schlaumeyer

    @Sven ja es wurde verduscht? Oh man, gib dich nicht auf, lern schreiben und lesen... Und dann sollte man folgendes nicht vergessen. Bis Ende des 20.Jahrhunderts (1998) gab es eine Tuberkulose-Impfung. Die ständige Impfkommission (STIKO) des Robert Koch-Instituts (RKI) empfiehlt allerdings heutzutage keine Impfung mehr; zum einen kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Komplikationen; zum Anderen treten in Deutschland nur noch wenig Tuberkulose-Fälle auf.

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