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Freitag, 28.12.2012

Gestohlene Waffe taucht bei Rathausmitarbeiter auf

Nach dem Amoklauf von Winnenden sammelte die Stadt Crailsheim Waffen ein. Dann wurden einige Schießeisen aus dem Tresor im Rathaus gestohlen. Nun tauchte eine Walther wieder auf - bei einem früheren Mitarbeiter der Waffenbehörde.

Von Marco Krefting

Von der Polizei konfiszierte sowie freiwillig bei den Behörden in Niedersachsen abgegebenen Handfeuerwaffen in Hildesheim (Foto vom 28.05.09). Von den in Crailsheim eingesammelten Waffen verschwanden einige aus dem Tresor.
Von der Polizei konfiszierte sowie freiwillig bei den Behörden in Niedersachsen abgegebenen Handfeuerwaffen in Hildesheim (Foto vom 28.05.09). Von den in Crailsheim eingesammelten Waffen verschwanden einige aus dem Tresor.

© dapd

Crailsheim. Ein Mitarbeiter der Waffenbehörde von Crailsheim hatte eine gestohlene Pistole im Keller - deshalb hat die Stadt den Beamten umgehend beurlaubt. Sollte ein Gericht den Mann wegen Diebstahls und Unterschlagung zu einer Freiheitsstrafe von mehr als einem Jahr verurteilen, könnte er in einem dienstrechtlichen Verfahren auch seinen Job sowie Pensionsansprüche verlieren, sagte ein Sprecher der Stadt am Freitag.

2009 waren mehrere Waffen aus einem Tresor der Stadt im Kreis Schwäbisch Hall verschwunden. Einige waren bei einem vorbestraften Drogenabhängigen wieder aufgetaucht. Der Mann hatte vor Gericht gestanden, auf der Suche nach Geld ins Rathaus eingebrochen zu sein und in einer Schublade den Schlüssel zum Tresorraum gefunden zu haben. Von dort ließ er 15 Pistolen, Munition und rund 2.100 Euro mitgehen. Er kam für zwei Jahre und neun Monate ins Gefängnis.

Nach dem Diebstahl aus dem städtischen Tresor war Oberbürgermeister Andreas Raab (CDU) zurückgetreten. Der Leiter des Ordnungsamtes erschoss sich. Die Staatsanwaltschaft Ellwangen stellte Ermittlungsverfahren gegen beide später ein. Bei ihnen und auch bei weiteren Mitarbeitern des Rathauses sei kein strafrechtlich relevantes Verhalten festgestellt worden.

Weiterhin Beamter in der Verwaltung

Der Dieb hatte nach seiner Verhaftung angegeben, eine Pistole an einen Unbekannten verkauft zu haben. Ob es einen Zusammenhang zu dem nun verdächtigen Rathausmitarbeiter gebe, konnten weder die Polizei noch der Stadtsprecher am Freitag sagen. Dieser erklärte, der Beschuldigte habe unabhängig von dem Vorfall bereits seit zwei Jahren nicht mehr beim Ordnungsamt und der dort angesiedelten Waffenbehörde gearbeitet. Der Mann, der seit rund zehn Jahren Beamter ist, sei aber weiter in der Verwaltung beschäftigt.

Seine Frau hatte die Waffe - eine Walther - mit Magazin und mehreren Schuss Munition kurz vor Weihnachten beim Aufräumen im Keller des Hauses gefunden und die Polizei alarmiert. Nach Informationen der Nachrichtenagentur dpa lebten die beiden getrennt. Laut Polizei war die Pistole, die im Rahmen einer Amnestie nach dem Winnender Amoklauf abgegeben worden war, auch im Jahr 2009 aus dem Rathaus verschwunden.

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