erweiterte Suche
Dienstag, 20.03.2018

Geständnis eines Ghostwriters: Anerkennung VS Gewinn

Schreiben? Oder nicht? Die ewige Frage aller Schriftsteller und Autoren.

Bildquelle: https://unsplash.com/
Bildquelle: https://unsplash.com/

© IVAN_VANHAECHT

Was würden die Ghostwriter antworten, diejenigen, die davon träumen, eigene Unterschrift unter dem geschriebenen Text zu setzen? Doch, schreiben! Alles beginnt mit einer Leidenschaft

Schon in der Kindheit kommen unsere versteckten und manchmal unbewussten Leidenschaften zur Welt: Tanzen, Fußball, Schwimmen, Malen. Einige Menschen lassen ihre Vorlieben nur in den Fotoalben erkennen oder erzählen ab und zu über ihre „Kinderleistungen“ am Familientisch. Andere setzen sich zum Ziel, das Lieblingshobby zu einem Beruf zu machen. Auf jeden Fall machen wir selbst unsere Wahl. Für manche ist Schreiben auch eine Passion, die während des Lebens stärker wird. Wie ungewöhnlich es auch erscheinen mag.

Hohe Anforderungen - großer Gewinn

Die Menschen, die selbst im Verfassen eines Motivationsschreibens eine Quälerei sehen, sind bereit jegliche schriftliche Arbeit jemandem zu übergeben, um diese anstrengende Tätigkeit loszuwerden. Hier treten die Ghostwriter hervor. Auf den ersten Blick scheint dieser Job sehr attraktiv zu sein: ein flexibler Tagesablauf, Möglichkeiten eigenes Einkommen zu verwalten, Freiheit bei der Wahl eines Auftrages. Der erste Eindruck könnte aber betrügerisch sein. Alle sprechen von diesem Beruf, wie von einem Traum, indem niemand vom Zeitdruck und nicht immer dankbaren Kunden erzählt. Nur selbst die Ghostwriter können alle Geheimnisse vom „Backstage“ verraten. Wie kompliziert ist, allen Hinweisen zu folgen, wenn sie am letzten Moment eingetragen wurden. Wie stressig ist, Deadlines zu halten, wenn der Kunde bittet, etwas zu verändern. Und schließlich, wie schmerzhaft ist es, eigenes Werk einem einfach zu schenken. So sieht die Kehrseite der Medaille aus, die nicht so gut bekannt ist.

Trotzdem ist diesen Meistern der Sprache gelungen, ihr Zeug zum Schreiben zu einem profitablen Geschäft zu machen. Der Bedarf an den Ghostwritern ist heutzutage echt groß und eine würdige Belohnung ist ein Beweis dafür. Die Ghostwriter setzen viel Energie und Potenzial ein, damit der Auftraggeber mit dem Ergebnis zufrieden ist. Glücklicherweise wird diese anspruchsvolle und zeitaufwendige Arbeit in entsprechender Weise bezahlt. Obwohl man Ghostwriting zuerst als Nebenjob betrachtet, können aber die Schreibsucht und faire Honorare sogar die Vollzeitarbeit beiseite räumen und den Grundstein der finanziellen Unabhängigkeit legen.

Zwei Herzen in einer Brust

Der finanzielle Aspekt spielt zweifelsohne eine bedeutende Rolle bei der Jobsuche, für viele ist er sogar ein Schlüsselkriterium, nicht aber für alle Ghostwriter. Früher oder später entsteht innere Stimme, die die allgemeine Anerkennung anstrebt. Ein „unsichtbarer“ Autor könnte hochbegabt sein und seine Werke werden über alles Lob erhaben sein, aber das Einzige, was er am Ende empfindet, ist Enttäuschung. Er muss immer im Schatten bleiben und einfach akzeptieren, dass seine Verdienste immer anderen zugeschrieben werden. Andererseits sieht man, wie die Lieblingsarbeit die Honorare steigt. „Was soll ich wählen?“ Die Frage ist so alt, wie unlösbar.

So eine Dissonanz verankert sich immer tiefer im Bewusstsein eines verkannten Autors. Nicht alle Ghostwriter sind berufen, berühmte Schriftsteller zu werden. Das ist die bittere Wahrheit, mit welcher man sich abfinden muss. Unsere Zukunft ist aber schwierig vorherzusehen. Wer weiß, wie der Weg zu einem Traumjob aussieht. Vielleicht ist Ghostwriting gerade das, was man das ganze Leben sucht. Unser Ratschlag ist einfach: Bemühen Sie sich, eigene Träume zu realisieren und Ihrem Herzen zu folgen.