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Dienstag, 13.10.2015

Geschichten rund um den Taktstock

Vor fünf Jahren kam Michail Jurowski erstmals nach Gohrisch. Jetzt gibt es hier seine Biografie und einen neuen Termin.

So kennt man den russischen Dirigenten Michail Jurowski. In seiner Autobiografie lernt man ihn von anderen Seiten kennen und erfährt auch, was ihn mit Gohrisch verbindet.
So kennt man den russischen Dirigenten Michail Jurowski. In seiner Autobiografie lernt man ihn von anderen Seiten kennen und erfährt auch, was ihn mit Gohrisch verbindet.

© Matthias Creutziger

Gohrisch. Beim ersten Mal sprang er für den erkrankten Rudolf Barschei ein. Michail Jurowski übernahm das Dirigat zum Eröffnungskonzert der Premiere der Gohrischer Schostakowitsch-Tage. In der Pause saß er in einer Ecke hinter der Bühne, auf seinen Gehstock gestützt. In diesem Jahr dirigierte Jurowskis Sohn Vladimir in Gohrisch. Familien- und Musikgeschichte verbinden sich.

Viele Geschichten über die Jurowskis und auch Gohrisch sind jetzt in der Autobiografie Michail Jurowskis nachzulesen. Der Russe hat sich damit selbst ein vorzeitiges Geburtstagsgeschenk gemacht. Im Dezember wird er 70. Und natürlich geht es im Buch auch um die Schostakowitsch-Tage, in deren Umfeld die Idee zu diesem Buch entstanden ist. Kein Wunder, dass der Gohrischer Schostakowitsch-Verein das Buch auch verkauft. Es ist eine der Aktionen, mit denen er bis zum siebenten Festival vom 24. bis 26. Juni 2016 Schostakowitsch und Gohrisch im Gespräch halten will. Eine weitere ist ein Imagefilm, der auf der Internetseite des Vereins zu sehen ist.

Zweiter Verein widmet sich Schostakowitsch

Seit vergangenem Jahr gibt es einen zweiten Verein, der sich Schostakowitsch widmet. Es ist das Forum. Es will das Zentrum der Begegnung sein, Bildungsarbeit leisten, den deutsch-russischen Austausch fördern und natürlich das Museum betreiben, das letztlich auch wieder den Rahmen für die anderen Ziele bildet. Mit der einstigen Kaufhalle in der Gohrischer Ortsmitte ist das Objekt dafür schon gefunden. Alles andere ist schwieriger als die Idealisten dachten.

Im Herbst gibt es einen kleinen Arbeitseinsatz, um Gras zu mähen und die Hecke zu schneiden. „Durch fehlende Mittel sind die größeren Dinge erst später anzufassen“, sagt Lutz Ryback. Der Gohrischer ist in beiden Vereinen aktiv. Ende September gab es einen Termin mit Joachim Oswald, dem Regionalmanager für das Leader-Förderprogramm in der Sächsischen Schweiz. Er beriet die Gohrischer hinsichtlich Fördermöglichkeiten. Dennoch müssen eigene Mittel organisiert werden.

Aber auch dafür gibt es bereits Ideen, sagt Ryback. Ob Jurowski 2016 wieder zu den Schostakowitsch-Tagen nach Gohrisch kommt, steht noch nicht fest. Wenn ja, dann vielleicht nicht nur mit dem Taktstock, sondern auch zu einer Lesung aus seiner Autobiografie. (SZ)

Buch „Michail Jurowski. Dirigent und Kosmopolit: Erinnerungen“, 24,95 Euro, zzgl. drei Euro Versandkosten, bestellbar über kontakt@schostakowitsch-tage.de