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Freitag, 03.08.2007

Gericht verbietet Hausunterricht

Stuttgart. Strenggläubige Eltern dürfen ihre Kinder nach einem Gerichtsurteil nicht zu Hause unterrichten. Das Verwaltungsgericht Stuttgart wies die Klage einer Familie bibeltreuer Christen auf Befreiung ihrer Tochter von der gesetzlichen Schulpflicht gestern ab.

Nach dem Urteil ist auch der Hausunterricht für das zwölfjährige Kind der Familie aus Baden-Württemberg nicht gestattet. Die Eltern haben sich dem Gericht zufolge auf ihre Grundrechte auf Glaubensfreiheit und religiöse Erziehung der Kinder berufen.

Der Erziehungsauftrag der staatlichen Schulen fördere auch den Erwerb sozialer Kompetenzen, hieß es in der Begründung des Gerichts. Die Allgemeinheit habe ein berechtigtes Interesse daran, der Entstehung von religiös oder weltanschaulich motivierten Parallelgesellschaften entgegenzuwirken und Minderheiten zu integrieren. Die Spätaussiedlerfamilie gehört einer Gemeinde von „Evangeliums-Christen Baptisten“ an. Die Eltern hatten ins Feld geführt, dass statt Schamhaftigkeit Sexualerziehung, statt Keuschheit eine verfrühte sexuelle Aufklärung erfolge und das Recht eines jeden Jugendlichen auf sexuelle Betätigung vermittelt werde. Schätzungen zufolge besuchen rund 500 Kinder in Deutschland aus religiösen Gründen keine öffentliche Schule. (epd)