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Dienstag, 17.01.2012

Genialer Auto-Erfinder begeistert ganz Chemnitz

„Chemnitzer erfand das Auto“ - diese Schlagzeile der Morgenpost über den genialen Tüftler Louis Tuchscherer schlug in Chemnitz wie eine Bombe ein. IHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Wunderlich (57): „Ich bin begeistert und danke der Mopo für diesen Bericht, der das Selbstbewusstsein im Freistaat steigert.“

Bisher fehlen eindeutige Beweise für die These, dass Louis Tuchscherer 1880 mit einer selbst gebauten Motorkutsche vom Zentrum bis Glösa getuckert ist. Doch Kai Wilhelm (36, SPD), Bürgermeister in Tuchscherers Heimatgemeinde Schönheide, sagt: „Ich halte ihn für den wahren Erfinder des Automobils.“

Rudolf Vollnhals (60), Chef des August-Horch-Museums in Zwickau, findet: „Es wäre ein Highlight, wenn das Auto nicht von Carl Benz oder Gottlieb Däumler (später: Daimler) erfunden worden wäre, sondern sechs Jahre früher in Sachsen.“

Intensiv mit der Geschichte Tuchscherers beschäftigt sich Eberhard Kreßner (73) vom Förderverein Industriemuseum: „Dass der Mann eine Motorkutsche gebaut hat, ist sicher. Die Frage ist nur, wann.“ Auch VW-Sprecher Gunter Sandmann (52) hat sich den Morgenpost-Artikel ausgeschnitten: „Es wäre interessant, zu belegen, was damals in Chemnitz passiert ist.“ Von Mercedes-Benz in Stuttgart war zu dem Thema gestern keine Stellungnahme zu erhalten.

Dafür liegt der Mopo der Brief der Tuchscherer-Tochter Margarethe Rzehak vor. Sie schrieb am 20.11.1949 an das Schlossbergmuseum: „Schon als Kind hatte mein Vater den Wunsch, einen Wagen ohne Pferde zu bauen... Wie eigenhändig von meinem Vater vermerkt ist, baute er das ‚Erste Auto‘ im Jahre 1880.“ (bri)