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Freitag, 08.12.2017

Gemeinderäte protestieren gegen dauernde Straßensperrungen

Wegen Bauverzug im Bielatal bleiben kilometerlange Umwege bestehen. Der Winterdienst hat aber genau dort seine Probleme.

Von Gunnar Klehm

Die Bauarbeiten an der Straße im Bielatal sollten eigentlich in diesen Tagen abgeschlossen werden. Doch es gab Komplikationen mit großen Auswirkungen.
Die Bauarbeiten an der Straße im Bielatal sollten eigentlich in diesen Tagen abgeschlossen werden. Doch es gab Komplikationen mit großen Auswirkungen.

© Daniel Schäfer

Bielatal. Wenn es abends ordentlich zu schneien beginnt, werden die Bürger in Rosenthal-Bielatal jetzt unruhig. Jedenfalls die Pendler, die spät abends oder gar nachts von ihren Arbeitsstellen in Pirna oder Dresden nach Hause ins Bielatal wollen. Die einzige ordentliche Straße in die Gemeinde ist dann zugeweht. „Das gab es in den letzten Jahren mehrmals auf der Straße von Langenhennersdorf ins Bielatal“, sagt Gemeinderätin Dagmar Gottschald (CDU). Im Ernstfall hätten die Einwohner aber noch die Staatsstraße S 171 von Königstein durchs Bielatal als Alternative gehabt. Diese Straße konnte immer freigehalten werden. Doch nun ist sie den gesamten Winter über gesperrt.

Dort werden auf rund 200 Metern zwei Stützmauern erneuert, die nach zahlreichen Starkniederschlägen reparaturbedürftig sind. Bei den seit April laufenden Bauarbeiten gab es aber Komplikationen. Zum einen musste die Baugrube in massiven Fels gehauen werden, dessen Ausmaß nicht vorherzusehen war. Zum anderen brach mehrfach an den bachseitigen Baugruben der Grund ein. Das führte zu Wassereinbruch in die Baustelle. Es konnte nicht kontinuierlich gearbeitet werden. „Die Wasserhaltung sowie die bachseitige Baugrubensicherung erforderten erhöhte Aufwendungen“, teilte das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) mit, das die Bauarbeiten beauftragt hat. Die Probleme sorgten für sechs Wochen Bauverzug. Nun wird man vor der Winterpause doch nicht fertig. Die Straße bleibt bis April 2018 gesperrt.

Für den Gemeinderat ist diese Entscheidung ein Unding, weil die Straße erst lange Zeit gesperrt war. „Wir werden hier abgehängt“, beklagt sich Steffen Baldauf (Freie Wähler). Seit Monaten müssten Bürger doppelt so lange Wege zu Arzt, Apotheke oder Verwaltung in Königstein auf sich nehmen. Auch Touristen aus Richtung Bad Schandau oder Königstein würden den Umweg scheuen. Die Räte wollen nun als Gremium eine Petition an den Freistaat verfassen, in der sie mehr Unterstützung für den ländlichen Raum fordern. Jedes Jahr sei eine andere Zufahrt voll gesperrt, weil nur stückweise gebaut wird. Man habe viel zu lange gewartet, den Sanierungsstau an den Straßen abzubauen. Die dritte Zufahrt in die Gemeinde über Raum ist auch in keinem guten Zustand. Das wolle der Gemeinderat nicht mehr einfach so hinnehmen.

Die Straße nach Königstein ist nun ein ganzes Jahr gesperrt. „In der Zeit hätte sie komplett durchasphaltiert werden können. Stattdessen wird die Sperrung dafür wohl später erfolgen“, sagt Baldauf. Doch zuvor ist erst mal der nächste Bauabschnitt von Langenhennersdorf dran. Mit Vollsperrung, versteht sich. Baubeginn: wenn die Straße im Bielatal wieder frei ist.