erweiterte Suche
Mittwoch, 27.09.2017

Geld für eine schönere Altstadt

20 000 Euro jährlich hält die Stadt als Verfügungsfonds bereit. Davon profitieren vor allem private Grundstückseigentümer.

Von Tina Soltysiak

Das wird gefördert

Wir als Kommune können von dem Geld auch profitieren – beispielsweise für Beschilderungen oder Ähnliches“ – Bürgermeister Veit Lindner
Wir als Kommune können von dem Geld auch profitieren – beispielsweise für Beschilderungen oder Ähnliches“ – Bürgermeister Veit Lindner

© Dietmar Thomas

Roßwein. Für die Aufwertung, Verschönerung und Belebung der Roßweiner Altstadt gibt es frisches Geld von Bund und Land. Von diesem können nicht mehr nur die Stadt selbst, sondern auch private Grundstückseigentümer etwas abbekommen. Es ist ein „kleines, aber feines Förderprogramm für kleinere Projekte, die unsere Altstadt schöner machen sollen“, sagte Roßweins Bürgermeister Veit Lindner (parteilos). Er meint damit den neuen Verfügungsfonds für das Fördergebiet „Umbauachse Altstadt“. Für dieses sowie die kommenden zwei Jahre stehen jeweils 20 000 Euro bereit.

Anträge dürfen all jene Privatpersonen, Vereine oder Institutionen stellen, deren Häuser sich im Fördergebiet befinden. Dieses umfasst große Teile der Altstadt zwischen Mulde und Markplatz und reicht in der West-Ost-Ausdehnung von der Oberschule beziehungsweise Mittelstraße bis nahezu zum Ortsausgang in Richtung Gleisberg.

Das wird gefördert

1 von 3

Investive Maßnahmen:
- Bepflanzung öffentlicher Flächen
- Umbau von Hinterhöfen
- Fassadengestaltung
- Umsetzung von Lichtkonzepten im privaten und öffentlichen Raum
- Zwischennutzung von Baulücken oder leerstehenden Wohn- und Geschäftsräumen

Investitionsvorbereitende Maßnahmen:
- Erstellen von Konzepten zum Beispiel für die Flächenneugestaltung oder von Gestaltungsleitfäden für Schaufenster, Werbeanlagen und Außengastronomie
- Durchführung von Wettbewerben
- Eigentümer-, Unternehmens- und Passantenbefragungen

Nichtinvestive Maßnahmen:
- Aufbau von Immobiliendatenbanken, runde Tische für Eigentümer
- Workshops zur Schaufenster-Gestaltung

Finanziert wird das Vorhaben so: Die eine Hälfte der Kosten wird über das Förderprogramm abgedeckt, die andere muss der Antragsteller selbst aufbringen. Und zwar entweder in Form von Geld oder in Form von Eigenleistung. Der Antragsteller muss seinen Anteil vorfinanzieren. Mathias Lange vom Bauamt gab ein Beispiel: „Wenn jemand im Fördergebiet die Fassade seines Hauses auf Vordermann bringen möchte, könnte er sich das Gerüst oder die Farbe finanzieren lassen. Und das Streichen übernimmt er als Eigenleistung selbst.“

Solch ein Fassadenanstrich wäre gemäß der Richtlinie für den Verfügungsfonds eine Aufwertung des Stadtbildes. „Gefördert werden aber auch Workshops, Feste, Maßnahmen zur Belebung des Einzelhandels sowie Werbung für die Stadtteile“, erklärte Lange. Bedingung sei, dass die Maßnahmen zur nachhaltigen Entwicklung der Altstadt beitragen. Veit Lindner ergänzte: „Wir als Kommune können von dem Geld auch profitieren – beispielsweise für Beschilderungen oder Ähnliches.“

Die Richtlinie unterscheidet zwischen investiven, investitionsvorbereitenden und nichtinvestiven Maßnahmen. Was abstrakt klingt, belegt Mathias Lange mit einigen Beispielen (siehe Kasten). Anträge können ganzjährig und formlos bei der Stadt eingereicht werden. Der Technische Ausschuss entscheidet, welche Projekte unterstützt werden. Die Roßweiner Stadträte haben während ihrer jüngsten Sitzung die Einrichtung dieses Verfügungsfonds einstimmig beschlossen.