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Mittwoch, 03.05.2017

Geld für besseren Brandschutz und saubere Klos

546 000 Euro Fördergeld gibt’s für die Sanierung des Nordflügels der Grundschule. Kinder müssen bald nicht mehr  Nase rümpfen.

Von Tina Soltysiak

Wie viel Geld 546000Euro wirklich sind, können sich die Erst- und Zweitklässler der Waldheimer Grundschule noch nicht so recht vorstellen. Sie jubeln trotzdem kräftig, denn mit dem Fördergeld soll der Innenbereich des Nordflügels saniert werden.
Wie viel Geld 546 000 Euro wirklich sind, können sich die Erst- und Zweitklässler der Waldheimer Grundschule noch nicht so recht vorstellen. Sie jubeln trotzdem kräftig, denn mit dem Fördergeld soll der Innenbereich des Nordflügels saniert werden.

© Dietmar Thomas

Waldheim. Wenn die Kinder der Grundschule Waldheim an ihre Toiletten denken, fällt ihnen nur ein langgezogenes „iiiiieeh“ ein. Das haben sie am Mittwoch Sozialministerin Barbara Klepsch zugerufen. Sie ist gekommen, um einen Bescheid für Geld für die Sanierung des Nordflügels an Schulleiterin Angela Jurczyk und Bürgermeister Steffen Ernst (FDP) zu überreichen. „Mehr als 546 000 Euro. Ich weiß, dass die erste Klasse nur bis 20 rechnet. Aber wenn Ihr in der vierten Klasse seid, sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Dann wisst Ihr, wie viel eine halbe Million ist“, sagt Angela Jurczyk an die Kinder gewandt.

Die Toiletten seien „sehr geruchsintensiv. Das ist schon vielfach auch von den Eltern kritisiert worden. Die Rohre sind schlecht durchlässig. Wir sind froh, dass die WCs dank des Fördergeldes in Ordnung gebracht werden können“, sagt die Schulleiterin. Doch das Vorrichten der stillen Örtchen ist noch längst nicht alles. Viel wichtiger noch ist der Brandschutz. Der ist zurzeit mangelhaft, so Annette Fischer, Fachplanerin für vorbeugenden baulichen Brandschutz vom gleichnamigen Bauplanungsbüro Döbeln. 25 Jahre ist die letzte Sanierung der Grundschule, die 141 Jahre alt ist, her. „Wir sind dreizügig und sehr gut ausgelastet. Derzeit lernen 231 Schüler hier“, sagt Angela Jurczyk.

Bei der Sanierung des Nordflügels müssen die Befindlichkeiten von drei verschiedenen Nutzern berücksichtigt werden: der Grundschule, des Horts sowie der Kita. Deshalb solle die Raumaufteilung angepasst werden. „Der Brandschutz weist gravierende Mängel auf. Die Rettungswegssituation ist nicht geklärt. Es wird ein zweiter baulicher Rettungsweg angelegt, die Wege werden entsprechend gekennzeichnet und es wird eine flächendeckende Brandmeldeanlage installiert“, erklärt Diplomingenieurin Annette Fischer. Die Garderoben auf den Gängen müssen im Sinne des Brandschutzes verschwinden. Sie sind zum einen ein Hindernis und zum anderen eine zusätzliche Brandquelle. „In Gängen dürfen nur Bilder hängen und das auch nur mit bestimmten Rahmen“, sagt sie.

Ihr Planungsbüro ist eines von dreien, die das Projekt erster Bauabschnitt Sanierung der Grundschule begleiten. „IBH Döbeln kümmert sich um die Haustechnik und das Ingenieurbüro Radisch um Heizung/Sanitär.“ Derzeit laufe die Ausführungsplanung. „Zudem bereiten wir gemeinsam die Ausschreibungsunterlagen vor“, sagt Annette Fischer. Bis Dezember 2018 soll die Neugestaltung und Sanierung des Nordflügels abgeschlossen sein. Dafür sind Gesamtkosten von mehr als einer Million Euro veranschlagt. Die am Mittwoch überreichten Fördermittel kommen aus dem Investitionsprogramm „Brücken in die Zukunft“, in das Geld von Bund, Land und Kommune fließt.

Im Sommer werden die ersten Bauarbeiter und Bagger anrücken. „Die Umbauarbeiten erfolgen bei laufendem Schulbetrieb“, so Angela Jurczyk. Das werde eine Herausforderung. „Für 231 Kinder stehen zwölf Klassenzimmer zur Verfügung. Aber wir haben immer gesagt, wir wollen auch so ein schönes Haus wie die Oberschule, also werden wir das durchstehen“, sagt sie.

Wenn der erste Bauabschnitt abgeschlossen ist, solle auch der Südflügel saniert werden. Zunächst einmal werden die detaillierten Pläne für das aktuelle Bauvorhaben im technischen Ausschuss am Donnerstag, 11. Mai, detailliert vorgestellt.