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Donnerstag, 12.10.2017

Gefährliche Umleitung

Auto- und Radfahrer müssen auf der B 172 bei Bad Schandau noch länger höllisch aufpassen, weil sich die Arbeiten am Elberadweg erneut verzögern.

Von Gunnar Klehm

Ortsunkundige Radfahrer können nicht wissen, dass es auf der Bundesstraße gefährlich ist.
Ortsunkundige Radfahrer können nicht wissen, dass es auf der Bundesstraße gefährlich ist.

© Marko Förster

Bad Schandau. Das kann der Rathmannsdorfer Silvio Schmidt nicht verstehen: „Wer hat sich das nur ausgedacht, dieses Schild dorthin zu stellen?“ Unterhalb des Bahnhofs Bad Schandau werden Radfahrer an der Straße von Krippen kommend eindringlich darauf hingewiesen, dass der linkselbische Radweg nach Königstein nicht durchgehend ist. Als Alternativen werden das andere Elbufer oder die Bundesstraße B 172 genannt. Seitdem seien wieder mehr Radfahrer auf der B 172 unterwegs, hat Silvio Schmidt festgestellt. „Das haben mir auch schon viele andere Kraftfahrer bestätigt, dass sie höllisch aufpassen müssen. Das ist doch gefährlich für die Radfahrer“, sagt Schmidt. Jetzt im Herbst gelte das besonders.

Die Straße ist zwischen Bad Schandau und Königstein kurvig und nicht gut einsehbar. Auf der einen Seite die Felswand, auf der anderen eine Leitplanke sorgen dafür, dass es keine Ausweichmöglichkeit gibt. An der Steigung kommen Radfahrer teilweise nur im Schritttempo vorwärts, Autoschlangen bilden sich hinter ihnen. „Das sorgt für jede Menge Gefahrenbremsungen“, ist Schmidt überzeugt. Aus seiner Sicht müsse auf den Hinweis zur B 172 auf dem Schild verzichtet werden.

Das hat das Landesamt für Straßenbau und Verkehr (Lasuv) aufstellen lassen. Auf Nachfrage erklärte die Behörde, dass der Verweis auf die Bundesstraße durchaus entfallen könnte. Weil die Straße aber für Radfahrer freigegeben ist, „kann sie bis zur Verkehrsfreigabe des Radwegs bei Bedarf auch genutzt werden“. Dass das die Durchlässigkeit der Bundesstraße verschlechtert und die Sicherheit für Radfahrer nicht optimal ist, das ist den Behörden bewusst. Auch deshalb ist ja mit Fertigstellung des linkselbischen Radwegs ein Fahrverbot für Radfahrer auf der B 172 zwischen Rietzschgrundstraße und Königstein vorgesehen. Das ist Ergebnis von Abstimmungen der Verkehrsbehörde mit der Polizei.

Das Ende der Bauarbeiten ist aber erneut nach hinten verschoben worden. „Als Fertigstellungstermin wurde vom Auftragnehmer nunmehr Ende November in Aussicht gestellt“, erklärte das Straßenbauamt.